Ein kurzweiliger Spannungsroman, der zumindest mich allerdings nicht dazu motiviert hat, den Ratschlag von Stephen King im Klappentext zu befolgen "die Tür zu verriegeln, bevor man mit dem Lesen anfängt". Die wirkliche Hauptfigur ist nicht so sehr die kleine Titelheldin Amanda, die durch Handauflegen Tote wieder zurück ins Leben bringen kann, sondern der verwitwete und frustrierte schwarze Musiker Lonnie, der nach einer schicksalhaften Zufallsbegegnung mit Amandas Mutter in die wilde Jagd hineingezogen wird. Aus Liebe auf den ersten Blick, und weil er sich nach Jahren der Isolation wieder dem Leben öffnen will, unternimmt er den verzweifelten Versuch, Amanda und ihre Mutter vor den knallharten Killern der Pharma-Mafia zu bewahren. Daß die nicht ohne Gewaltanwendung vorgehen, kann man sich sicher denken, aber Klavan hat scheinbar auch keine Gelegenheit ausgelassen, jede auch noch so kleine Nebenfigur mit Namen und Hintergrundgeschichte einzuführen, um sie dann umso effektvoller meucheln lassen zu können. Diese gewollt brutale Herangehensweise strengt den Leser ganz schön an und zwingt nach kurzer Zeit, sich von der Handlung zu distanzieren. Da ich davon ausgehen muß, daß das eigentlich nicht im Sinne des Erfinders sein kann (man soll sich in einem Buch doch schließlich verlieren?), gibt es dafür von mir Punktabzug. Schade, Andrew Klavan!