Regiesseur John McTiernan - mit der immer-noch-Referenz für modernes Actionkino der 80er, "Stirb langsam" (Bruce Willis) zu Weltruhm gelangt, inszenierte 1989 mit diesem Film erneut einen Knüller des modernen Action-Kinos mit formidabler Kameraarbeit (Kameramann Jan de Bont, ebenfalls "Stirb langsam"), selten sah man das Cinemascope-Format so perfekt ausgenutzt.
Gleichzeitig ist "Jagd auf Roter Oktober" vor allem ein - inzwischen fast historisches - Zeitdokument, ein Film über eine fiktive militärische Beinahe-Eskalation, der aber ein reales Geschehnis Mtte der achtziger Jahre zu Grunde lag. Eine Epoche, in der die Ära des kalten Krieges in den letzten Zügen lag, dennoch forderte die Absurdität der bipolaren Welt - NATO hier, Warschauer Pakt dort - ihre Opfer. Opfer ideologischer Dogmen, zwischen militärischem Wettrüsten und einer steten Präsenz des Mißtrauens. Wenn auch eine romanhafte Geschichte, sind die Elemente des Films dennoch beklemmend realistisch, im Gegensatz zum üblichen Popcorn-Kino keineswegs überzogen, die technischen Details der U-Boote finden sich auch bei den realen Vorbildern nahezu 1:1 wieder: Was insgesamt nicht zuletzt an dem exzellent recherchierten Roman liegt, der der Verfilmung als Vorlage diente. "Jagd auf Roter Oktober" ist eine hervorragend gelungene, werkegetreue Verfilmung des Polit-Thrillers von Tom Clancy.
Visuell perfekt inszeniert, mit wohldosierten Action-Elementen, der Showdown eingebettet in das kühle Blau der russischen See. Dazu gesellen sich überzeugende schauspielerische Leistungen, allen voran natürlich Sean Connery, den man nebenbei erwähnt in der englischen OV genießen sollte. Ein Film ohne Durchhänger, ein Film aber auch ohne unnötige Action, um Löcher im Drehbuch zu stopfen. An diesem Vorbild sind in den vergangenen jahren vor allem Jonathan Mostow's "U 571" und kathrin Bigelow's "K 19 - The Widowmaker" kläglich gescheitert, die den Input des Films auf effektvolles Sounddesign legten, die Story aber vernachlässigten. So gesehen ist "Jagd auf Roter Oktober" neben Wolfgang Petersen's "Das Boot" die Referenz für U-Boot Filme. Wunderschön auch der Soundtrack, welcher mit der Hymne "Red October" (gesungen von einem 140köpfigen russischen Chor) ihren Höhepunkt finden.
Paramount hat sich, nach der lausigen Erstauflage, zu einem Re-release von "Jagd auf Roter Oktober" entschlossen - dank einer neuen Abtastung der originalen 70mm 6 Track-Kopie ist das Bild ist jetzt schlichtweg perfekt, am druckvollen Ton werden Surround-Fans ihre helle Freude haben - vor allem, wenn im letzten Drittel des Films die Torpedos quer durchs Wohnzimmer - hinten links, vorne rechts - zu zischen scheinen ;-).
Schlußendlich runden ein Audiokommentar des Regiesseurs und ein "Making Of..." diese DVD ab, da kann man nur eine Kaufempfehlung aussprechen...