FLOWING TEARS „Jade" (Century Media) Der Vorgänger "Joy Parade" war schon aller Ehren wert, auf Dauer allerdings noch ein wenig zu gleichförmig. Mit ihrem Drittwerk „Jade" ist der Saarbrückener Formation FLOWING TEARS (das ‚& Withered Flowers' wurde mittlerweile aus dem Namen verbannt - Anm. d. Verf.) jedoch ein kleines Meisterwerk melancholischer und träumerischer Klangmalerei gelungen. Die Songs sind allesamt recht kompakt gehalten und frei von jeglichem Ballast. Zudem setzen FLOWING TEARS mittlerweile eher auf groovende, gitarren-dominierte Arrangements, anstatt wie noch auf dem Vorgänger „Joy Parade", kontinuierlich in gänzlich ruhige Gefilde abzudriften. „Jade" baut seine intensive Atmosphäre nicht durch langatmige Keyboard- und Akustikzwischenspiele auf, sondern schafft es bereits binnen kürzester Zeit unglaubliche Gefühlsschübe zu entladen, indem das Hauptaugenmerk auf den Song an sich gelegt wird. Dennoch ist „Jade" kein Album, welches man zweimal hört, alle Melodien mitpfeifen kann und es dann genervt im CD-Regal verstauben lässt. Vielmehr verstehen es FLOWING TEARS mit einfachsten musikalischen Mitteln tiefsinnige Songs zu kreieren, in denen es mit jedem Hören neue Details zu entdecken gibt. Durch das Konzentrieren auf einfache Songstrukturen wird der faszinierenden Stimme von Stefanie Duchêne mittlerweile auch viel mehr Platz zur freien Entfaltung eingeräumt, was ich persönlich als sehr positiv empfinde, denn langsam aber stetig entwickelt sich die Stimme von Steffi zum unverkennbaren Merkmal der Band. Die Sängerin intoniert die einzelnen Lieder mit solch einer angenehmen Intensität, daß es einem warm den Rücken herunter läuft. Vor allem „Lovesong For A Dead Child" mit seinen zweistimmigen Melodien und die tiefen Gesänge von „Sistersun" haben es mir angetan. Dieses Album ist eine Einladung zum Träumen für alle Fans von Pop über Gothic bis hin zum offenherzigen Metal-Fan. Mir persönlich gefällt an „Jade" vor allem die traurige Grundstimmung und die angenehme Melancholie, die mich beim Hören immer wieder befällt. Von Grip Inc. Gitarrist Waldemar Sorychta auch klangtechnisch ansprechend in Szene gesetzt, ist „Jade" ein Album, welches mit Sicherheit auch den Weg in meine Jahres-Faves finden wird und das dürfte als Empfehlung doch wohl ausreichen, oder?