"Jade" von William Friedkin (Der Exorzist, The French Connection, Leben und sterben in L.A.) ist leider einer seiner schwächeren Filme. Der Filmemacher, der sicherlich zu den interessantesten und exzentrischsten in Amerika gehört, inszeniert den Film mit einem gewohnt großartigen Auge, "Jade" ist wunderbar atmosphärisch, besonders die Eröffnungsszene, die regelrecht hypnotisch ist.
Doch wenn sich die Story entfaltet, werden die teils horrenden Schwächen des Drehbuchs vom ehemals extrem teuer bezahlten Joe Eszterhas deutlich (das jedoch angeblich von Friedkin im großen Stil umgeschrieben wurde). Er rezitiert des öfteren sein ungleich überzeugenderes Drehbuch zu dem modernen Thriller-Klassiker "Basic Instinct", die Wendungen sind jedoch sehr wirr und sie involvieren den Zuschauer nicht wirklich. Vieles bleibt auch relativ unverständlich und die Charaktere, die fast alle aus höheren Kreisen stammen, sind unsympathisch und man interessiert sich nicht so recht für sie.
David Caruso bleibt in der Hauptrolle des stellvetretender Staatsanwalts Corelli zudem schmerzhaft blass und überzeugt nicht.
Linda Fiorentino hingegen gehört zu den Highlights des Films. Sie überzeugt in ihrer ambivalenten Rolle und spielt mit ihrem Femme Fatale Image, das sie mit "Die letzte Verführung" so kraftvoll in der Filmgeschichte einzementiert hat.
Friedkin packt wie schon in seinen Kriminalfilm-Klassikern "French Connection" und "Leben und Sterben in L.A." eine stark inszenierte Autoverfolgungsjagd in den Film ein, die jedoch letzten Endes im Vergleich mit den anderen beiden den kürzeren zieht. Dennoch ohne Zweifel der Höhepunkt dieses Streifens.
Alles in allem erhält "Jade" gerade noch 3 Sterne, u.a. wegen Friedkins unheilvoller, stimmungsvoller Regie, der unkonventionellen Verfolgungsjagd, James Horners Musik und Linda Fiorentinos Darstellung. Doch ansonsten ist der Plot einfach zu konfus, stumpf und voll mit Logiklöchern, die Charaktere sind unsympathisch und schwach. Der Film ist teilweise auch teilweise sehr gewalttätig und die voyeuristischen Sexszenen sind nicht wirklich erotisch.