Kaffee ist so gar nicht mein Fach. Und erst recht nicht das Gebiet, auf dem ich üblicherweise Rezensionen schreibe. Aber der Spontankauf dieser Latte-Pads zwingt mich geradezu, darüber zu berichten.
Ich bin kein Kaffee-Trinker aus Überzeugung. Mit einer guten heißen Schokolade kann man mich eher locken. Und ich habe schon einige Cappuccino-Enttäuschungen mit der Senseo erlebt. Geschmacklich erwarte ich eh keine Offenbarung, aber auch das optische Ergebnis der Pad-Cappuccinos unterscheidet sich selten deutlich von einem normalen Kaffee. Von Milchschaum kann da nicht die Rede sein. Kurzum: Ich besitze eine Senseo, weil meine Kaffee-Ansprüche nicht besonders hoch sind.
Für Latte Macchiato habe ich erst recht kein besonderes Faible. Es war also ein reiner Spontankauf.
Die Zubereitung mit einem normalen Latte Macchiato Glas (Hochzeitsgeschenk) unter einer Senseo der ersten Generation ist schonmal eine Herausforderung: Die Maschine ist nur für kleine Tassen ausgelegt und man muss sowohl die Metall-Einlage als auch den Tropfwasser-Auffang herausnehmen, um das Glas überhaupt in die Maschine zu bekommen.
Zuerst überbrüht man das Milchschaumpulver mit einer Tassen-Einheit heißem Wasser aus der Senseo (ohne Kaffee-Pad) und rührt kräftig um. Funktioniert einwandfrei und sieht ziemlich schaumig aus (wie sonst?).
In das aufgeschäumte Milchpulver-Wasser kommt nun endlich eine Tassen-Einheit Kaffee. Und das war der Punkt, der mich wirklich überrascht hat: Das Ergebnis sieht verblüffend gut aus. Meiner Meinung nach mindestens so gut wie im Café an der Ecke. Der Kaffee läuft zielsicher direkt unter die Milchschaumdecke und macht genau dort halt. Man hat einen perfekten Latte Macchiato mit drei Schichten.
Vom Bild auf der Verpackung unterscheidet er sich nur an der Haube. Hier wurde, wie bei solchen Produktbildern üblich, stark nachgeholfen. Aber für einen schnellen Latte ist die Optik nicht von schlechten Eltern. Die Milchschaumkrone ist akzeptabel und die Schichten bleiben selbst dann getrennt, wenn man das Glas herumträgt (von der Senseo ins Wohnzimmer, zurück durch die Küche, die Treppe hoch und ins Büro, um eine Spontan-Rezension zu einem Spontan-Kauf zu schreiben).
Abgesehen vom Erscheinungsbild ist mir positiv aufgefallen, daß der Latte relativ lange warm bleibt. zwei Schübe heißes Wasser sind eben etwas anderes als ein Kaffee mit kalter Milch.
Der Geschmack ist in Ordnung. Viel mehr möchte ich dazu auch nicht sagen, da ich wie gesagt kein Kenner oder Genießer bin. Mir persönlich hat er geschmeckt. Er war weder bitter noch zu dünn. Auch meine Frau (die wesentlich mehr Kaffee trinkt als ich) findet den Geschmack in Ordnung.
Mein Tipp: Zucker gleich mit dem Milchschaumpulver verrühren.
Warum ich trotz allem einen Stern abziehe:
Das Milchschaumpulver ist mir suspekt. Man weiß nie so genau, was da eigentlich alles drin steckt. Wenn ich eine heiße Schokolade trinke, dann am liebsten mit gekochter Frischmilch. Selbst gegen H-Milch oder Mikrowelle habe ich eine Abneigung.
Der Preis erscheint mir etwas hoch. Man bekommt zwar optisch etwas geboten und im Café bekommt man für 3,50 Euro vielleicht gerade mal einen Latte Macchiato. Trotzdem könnte man für das gleiche Geld etwa dreimal so viele normale Senseo-Kaffees trinken. Kauft man seine Pads immer dann, wenn sie im Angebot sind, ist das Verhältnis noch einmal drastisch schlechter.
Die Packung verbraucht für läppische sieben Portionen eine Menge Platz. Mit solchen Verpackungen ist der Küchenschrank schnell überfüllt. Der Clou wäre es, wenn die Milchschaumtütchen einzeln erhältlich wären. Die Kaffee-Pads sind nämlich normale Jacobs Krönung (wenigstens gaukelt Jacobs hier nichts anderes vor). Vermutlich lässt für ein Bundle mehr Geld verlangen...
Alles in allem finde ich vier Sterne eine faire Bewertung für ein Produkt, das mich wirklich überrascht hat.