Der Begriff der "Roots" als Maßstab eines imaginären Werts der musikalischen Bodenständigkeit innerhalb eines Genres ist vor allem im Metalbereich in den letzten Jahren stark überstrapaziert worden. Meistens hat eine Band besonders viel davon wenn sie den selben Sound wie zur Blütezeit des Metals in den späten Achtzigern exakt reproduziert. Das dabei musikalische Freiheit und eigene Identität gleich tonnenweise selbst über Bord gekippt werden, nehmen viele Bands heutzutage gern in Kauf. Jacob's Dream machen es anders. Man bedient sich ungeniert bei Legenden wie Iron Maiden, Queensryche, Psychotic Waltz, diversen Melodic Rock Acts, sogar den Red Hot Chili Peppers und vor allem dem alten US-Metal. Das Ganze wird mit ähnlicher Qualität dargebracht wie die bereits unsterblichen Dream Theater und heiß serviert. Voilà. Die CD enthält ein buntes Sortiment hochwertigen und doch eingängigen Klanggutes. Kein Song fällt aus dem Rahmen, nie wird es langweilig und schon gar nicht vorhersehbar. Trotzdem bleibt alles nachvollziehbar und somit glaubwürdig. Eine prächtige Scheibe, die schon jetzt ein heißer Anwärter auf meine persönliche "CD des Jahres" ist.