Nach (für seine Verhältnisse) längerer Pause legt Ryan Adams nun das bereits zweite gute Album in fünf Monaten vor (und zwei weitere sind schon im Kasten) - Respekt, so kann's auch gehen, wenn man sich zusammenreisst. Zwar geht der zweite Streich mit Adams neuer Begleitband The Cardinals stärker in Richtung Country als Cold Roses - Pedal Steel Gitarren schweben über den meisten Songs, gelegentlich tauchen auch Streicher auf - doch wissen die schnelleren, am stärksten countrifizierten Songs (trotz feiner Barroom-Songs wie die beiden Eröffnungsnummern) nicht ganz so zu überzeugen wie Adams' immer herausragende Balladen. Glücklicherweise gibt es von denen eine ganze Menge, und jede einzelne auf dieser Reise durch das nächtliche Jacksonville, Adams' Heimatstadt, ist ein kleines, wunderbar einfühlsam gesungenes Meisterwerk. Wo nimmt der Mann nur seine Melodien her? Und wie schafft er es scheinbar so mühelos aus höchst individuellen Erfahrungen Songs zu schreiben, von denen jeder Hörer sich persönlich angesprochen fühlt? Egal, solange es so gut funktioniert. Besonders überzeugen diesmal das im Duett mit Norah Jones gesungene „Dear John", die zum Weinen schöne Liebeselegie „Silver Bullets", das fragile „September" und die melancholischen Schlussnummern „Withering Heights" und „Don't Fail Me Now", nicht zu vergessen das exzellente „Peaceful Valley" sowie eine herrlich kitschige und doch ergreifende Version von „Always On My Mind" als Bonustrack.