Ich bin wirklich schockiert! Bislang war der musikalische Output von DSDS-Gewinnern ja grundsätzlich sehr mäßig, aber wie hier das Publikum über den Tisch gezogen wird, ist schon mehr als unverschämt. Zum einen wird das bescheidene neue Material (da kommen wir gleich zu) lieblos aufgefüllt mit den Highlights aus der Sendung. So findet sich eine seelenlose Version von "Can you feel the love tonight" auf der Platte genauso wieder, wie eine gefühlslose Variante von "Wenn das Liebe ist". Der Reißbrettcharakter entsteht viel mehr durch die Produktion als durch den Gesang (auch wenn Pietro Lombardi unglaublich viel auf den Vokalen herumnölen sollte). Das Klavier ertrinkt im Hall und klingt dadurch immer mehr nach billigem Keyboard. Die "Partykracher" a la "Que sera sera" oder "Dont worry, be happy" sind so unterirdisch produziert, fast hingerotzt, dass man diese Songs nüchtern kaum erträgt.
Die neuen Songs sind dem üblichen Bohlen-Niveau angemessen. Die Texte sind flach bis bedeutungslos, aber auch hier das größte Manko die produzierte Musik dazu. Es klingt einfach nach Industriemusik, die komplett ohne Liebe und Hingabe auf den Silberling gepresst wurde. Das wird besonders dadurch hervorgehoben, dass kein roter Faden in dem Album steckt. Die Songs sind zusammenhangslos aneinander gereiht und durcheinander im Stil gemischt. Hier kann kein Sänger auf der Welt seine eigene Note hinterlassen oder gar einen Style entwickeln. "I need you" oder auch "Dont cry these tears" sind Popsongs der übelsten Sorte und braucht einfach kein Mensch.
Es ist wieder der klassische Fall von Talent verheizen. Pietro Lombardi ist nicht der größte Sänger des Planeten, aber er hätte durchaus Potenzial gehabt, mit seiner sehr RnB-lastigen Gesangsart und ein wenig Mühe der Produzenten, eine zeitgemäße Debüt-Scheibe auf den Markt zu bringen. Stattdessen wird hier ein Album präsentiert, was binnen zwei bis drei Wochen schnell auf den schnellen Euro zusammengeschustert wurde. So wird es auch im xten Anlauf nichts mit der nachhaltigen Karriere!