Beim Durchstöbern eine Kiste mit Mängelexemplaren ist mir Jackpot von Mickey Spillane in die Hände gefallen. Eigentlich merkwürdig, dass es für mich als begeisterten Leser von hard-boiled-Romanen der erste Spillane ist. Genau so merkwürdig ist, dass der Name Spillane heute sogut wie vergessen ist, obwohl seine Bücher in den 1960er-Jahren in den USA zu den meistverkauften überhaupt gehörten.
Zum Buch: Mike Hammer ist Privatdetektiv, säuft und prügelt sich durch ein New York in dem es immer regnet. Durch Zufall wird er Zeuge wie sich ein Mann von einem Baby verabschiedet und gleich danach auf offener Straße erschossen wird. Mike fühlt sich für das Baby verantwortlich und will den Mord rächen. Die Spur führt zur Spitze der New Yorker Wettmafia und zurück zu einem vor Jahren verstorbenen Unterweltkönig. Mike Hammer als Ich-Erzähler hetzt durch eine atemlos aneinandergereihte Abfolge von Szenen. Handlung und Nebenhandlung wechseln sich ab und sind doch immer miteinander verbunden. Am Ende passen alle Puzzlestücke zusammen und vor dem Leser liegt eine Geschichte, die vor Jahren mit einem kleinen Versehen begann.
Ein letzter Hinweis für alle, die noch keinen hard-boiled-Krimi gelesen haben: Das Buch erinnert von Sprache und Stil an ein Jerry-Cotton-Heft allerdings mit viel komplizierterer Handlung.