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Gezeigt wird die langatmige, entkoffeinierte Story von sechs Menschen und einer halben Million illegal in die USA gebrachten Dollars. Das Geld gehört dem Waffenschmuggler Ordell (Samuel L. Jackson), der gerade so eben intelligent genug ist, um seine Welt unter Kontrolle zu halten und seine schmutzige Arbeit zu tun. Sein soeben auf Bewährung entlassener Freund -- ein weit gefasster Begriff für Ordell -- Louis (Robert De Niro) nimmt eigentlich nur Platz weg und könnte an dem Geld interessiert sein. Allerdings ist seine Loyalität gespalten zwischen seinem alten Partner und Ordells zugedopter Freundin (Bridget Fonda). Natürlich will der Polizist Ray Nicolette (Michael Keaton) Ordell mit dem illegalen Geld festnehmen. Der Schlüssel ist die Titelfigur, eine Stewardesse in den späten Vierzigern (Pam Grier), die ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen versteht und bald beiden Seiten weismacht, dass sie für sie arbeitet.
Das Ende ist ziemlich absehbar; es bleiben zwei Stunden gekonnter Tarantino-Dialoge, während die Figuren sich durch die Stadt bewegen. Tarantino hat Jackies und Ordells Hautfarbe geändert, was eigentlich nicht viel bedeutet, außer dass Tarantino dadurch auf schwarze Kultur und Sprache zurückgreifen konnte, wofür er ein Händchen und eine Leidenschaft hat. Er sagte, der Film sei für ein älteres Publikum gemacht, welches allerdings von der Sprache und dem Drogenmissbrauch abgeschreckt werden könnte.
Abgesehen vom Soundtrack ist der Streifen keine Verbeugung vor Griers Blaxploitation-Filmen. Unerwarteterweise sind die faszinierendsten Szenen jene mit Grier und Forster -- zwei Neonsternen, die nach jahrzehntelanger Arbeit nun im Rampenlicht ihres ersten großen Hollywood-Films erstrahlen. --Doug Thomas
Pam Grier und Robert Forster passen so dermaßen gut in ihre Rollen, dass es eine pure Freude ist, die beiden spielen zu sehen. Wie sich die beiden betagten und durch ihr Leben und ihre Vergangenheit gezeichneten Menschen auf eine feine und auf wundervoll subtile Weise zueinander hingezogen fühlen und miteinander flirten, ist ein Meisterstreich. Pam Grier strahlt eine phantastische Aura aus, ist auf ihre Weise, auch im Kontrast zu der derb-erotischen Melanie Ralston (Brigdet Fonda), eine markante Schönheit und spielt sich spielend in den Mittelpunkt des Films. Robert Forster mimt den gealterten, abgeklärten und doch symphatischen Kautionsbüroinhaber so genial, dass man glauben könnte, er würde sich selbst spielen.
Robert de Niro und Samuel L. Jackson spielen ihre Gangster-Rollen souverän und überzeugend. In Nebenrollen brillieren Chris Tucker als Drogenjunkie und Michael "Batman" Keaton als Special Agent.
Ein weiterer Faktor, der dem Film einen hohen Skillfaktor verleiht, ist der Score. Mit stilsicherer Hand wählten die Filmmacher eine perfekte szenische Untermalung mit Klassikern aus der Generation der beiden Protagonisten, die einem als Ohrwürmer nach dem Film nicht mehr loslassen.
Jackie Brown ist sicherlich aufgrund seiner zahlreichen derben und expliziten Szenen a la Tarantino nicht jedermanns Geschmack. Dem Charme der Protagonisten dürfte sich jedoch niemand entziehen können. Aufgrund dieses Trumpfes verdient der Film die volle Punktzahl: 5 Sterne!
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