Audiobook-Rezensionen
Der Name "Jack The Ripper" löst unweigerlich grauenhafte Bilder aus: Von unglaublich bestialischen Prostituierten-Morden im Londoner Stadtteil Whitchapel im Herbst 1888. Und von einem Mann, der trotz Bekennerschreiben und intensivster Fahndung nicht gefasst werden konnte. In dem Hörspiel von Frank Gustavus ist James Maybrick, ein Liverpooler Baumwollhändler, der Mörder. Aufgrund seiner Tagebuchaufzeichnungen, die man 1990 fand, ist er in den engsten Kreis der Verdächtigen gerückt. Neben ihm haben alle auftauchenden Personen des Hörspiels wirklich gelebt, die Bekennerbriefe sind authentisch, und die Akten von Scotland Yard dienten als Vorlage für die Morde. "Die Geschichte eines Mörders" strukturiert der Wechsel zwischen zwei Zeiten: Zum einen werden die Erlebnisse, Rückblicke und der Plan neuer Morde von Maybrick selbst vorgetragen. Zum anderen werden seine Alpträume und sein Siechen vor seinem Tod gezeigt. Der Grund hierfür liegt unter anderem in seinem jahrelangen Arsen- und Strychninmissbrauch.
Obwohl die Gräueltaten bekannt und vorherzusehen sind, laufen einem bei diesem brillant inszenierten Stoff immer wieder Schauer über den Rücken. Zu einem großen Teil liegt das an der sprecherischen Leistung Dietmar Mues. Er versetzt sich nahezu perfekt in den süchtigen, vor Eifersucht wahnsinnigen Maybrick. Großartig: Sein grauenvolles Lachen und seine gehetzte Sprache. Hörspiel, Spieldauer: ca. 74 Minuten, 1 CD. Mit Booklet.
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Kurzbeschreibung
Im heruntergekommenen Stadtteil Whitechapel werden fünf Prostituierte auf bestialische Weise ermordet: Mary Ann Polly Nicholls, Annie Chapman, Elizabeth Stride, Catherine Eddowes und Mary Kelly. Fünf Frauennamen, die in die britische Kriminalgeschichte eingehen sollen, als Opfer eines Mannes, der sich per Bekennerbrief Jack the Ripper nennt. Er spricht die Huren nachts auf der Straße an, führt sie in dunkle Gassen und Hinterhöfe, tötet und verstümmelt sie und kann jedesmal unerkannt entkommen.Durch die Art, wie der Täter mit dem Messer umzugehen versteht, sucht Scotland Yard zunächst nach einem ortsansässigen Handwerker, später nach einem Arzt; doch die Ermittlungen laufen in eine völlig falsche Richtung- der Ripper stammt nicht aus London und Umgebung, sondern er reist für seine Morde mit dem Zug aus Liverpool an: Der arsen- und strychninabhängige, von Eifersucht zerfressene Baumwollhändler James Maybrick ...Dem 102 Jahre nach den Morden gefundenen Tagebuch Maybricks zufolge, war ER Jack the Ripper. Die Echtheit seiner Aufzeichnungen ist umstritten, obwohl Papier und Tinte des Manuskripts eindeutig aus dem späten 19. Jhdt. stammen. Sollte hier trotzdem ein Fälscher am Werk gewesen sein, so hat er aus der Geschichte des drogensüchtigen Maybrick, seiner Frau Florie und den Morden im Londoner East End eine der bisher plausibelsten und spannendsten Versionen des Ripper-Falles konstruiert.Ein Hörspiel mit Dietmar Mues, Dagmar Puchalla, Barbara Nüsse, Werner Cartano, Jens Scheiblich, Achim Schülke, Wolfgang Kaven, Angela Stresemann, Aranka Mamero-Jaenke, F.-J. Steffens, Volker Bogdan, Heinz Lieven und Hans Paetsch.
Über den Autor
Dietmar Mues wurde 1945 in Dresden geboren. Er ist Schauspieler und Drehbuchautor und arbeitete nach zahlreichen Bühnenengagements zehn Jahre am Hamburger Schauspielhaus. Seit 1986 ist er freiberuflich tätig. 2008 wurde Dietmar Mues mit dem Osterwold geehrt, einer Auszeichnung für Sprecherleistungen.