Um es mal klarzustellen:
Dieser Film wurde in Deutschland zweimal synchronisiert.
Einmal für die Videoauswertung (in der Michael Caine von Reinhard Glemnitz gesprochen wurde, Lewis Collins von Ekkehardt Belle) und dann nochmal für die ARD (Caine: Jürgen Thormann, Collins: Randolf Kronberg).
Und um eben letztgenannte Synchronisation handelt es sich hier (der Fehler mit der Jahreszahl kam aber - soweit ich mich entsinnen kann - auch in der Videoversion vor).
Die Videosynchro hat mir aber insgesamt besser gefallen:
Größtenteils passendere Stimmen und alles nicht so perfekt und steril wie die Fernsehsynchro. Und auch so manche Formulierung war besser.
Nur dass man auf der Videocassette Synchro-Urgestein Hartmut Neugebauer seinerzeit in zig Nebenrollen hören "durfte" hat mich etwas gestört
Der Film bietet zwar eine nicht so ganz überzeugende Auflösung des Ripperfalles an (soweit mir bekannt wurde der Filmtäter später rehabilitiert und "Mord an der Themse" weiss zur bekannten Graffiti Einleuchtenderes zu behaupten) ist aber dennoch angenehm spannend, liebevoll ausgestattet und ebenso kostümiert.
Die formidable Besetzung trägt ebenso wie die stets passende Musik viel zur temporeich ablaufenden Handlung bei.
Der Film geht über 180 Minuten - keine davon ist langweilig.
Zweifellos eine Leistung.
Die technische Qualität hat mich angenehm überrascht:
Der Ton (wohlgemerkt: die britische Originalfassung ist enthalten) weiss in jeder Sprachfassung zu gefallen, das Bild ist zwar etwas unruhig in den nachtschwarzen Szenen und leicht artefaktverseucht aber scharf, farbkräftig und von angenehmem Format (besonders für einen Fernsehfilm).
Da es sich um die deutsche Fernsehfassung handelt, ist "Jack the Ripper" in zwei Hälften unterteilt, bietet eine Kapitelauswahl (nur Ziffern, keine Namen) und reichlich Extras (und das bei der Länge).
Darunter sogar eine knackig-kurze Dokumentation mit deutschem Off-Kommentar.
Warum also keine fünf Sterne?
1. Das Bild ist gut aber nicht perfekt.
2. Der grobe Synchro-Schnitzer zu Beginn ist zugegebenermaßen peinlich.
3. Kein Booklet (aber immerhin auch weder Raubkopierer-Spot noch Zwangswerbung).
4. Die Menüs könnten angenehmer in der Navigation sein (kurioserweise springt der Cursor im Hauptmenü - und nur dort - nicht über den Bildrand hinweg).
Und dass "Start" dasselbe ist wie "zurück", wusste ich bis dato auch nicht... ;-)
5. Dem Audiokommentar fehlen Untertitel - das einzige Extra, das ich wirklich vermisst habe.
Leider ist diese Version aber - wie ich zwischenzeitlich feststellen musste - leicht gekürzt:
Eine kurze Oben-ohne-Szene gegen Ende des Films fehlt (was in Anbetracht der Thematik dieses Streifens geradezu goldig ist).
Alles in Allem: Nicht schlimm also Kaufempfehlung.