Schon das letzte Buch von Daniela Flemming "Keiner ist allein", ein Ratgeber für Angehörige von Demenz- und Alzheimer-Patienten, hat mich sehr beeindruckt ob seiner verständlichen und schnörkellosen Sprache. Ich selbst bin Betroffener, habe meinen Onkel vor einem Jahr notgedrungen in ein Alten- und Pflegeheim begleitet. Doch ehe es soweit war, gab es viele Hürden zu meistern, und immer wieder tat sich eine neue auf. Nun war ich schlicht neugierig, was die beiden Autorinnen an Ratschlägen für Betroffene anbieten, und war einfach nur traurig, daß es dieses Buch nicht schon früher gegeben hat; ich hätte mir vieles erspart an Frustrationen, Laufereien und Unverständnis vor der deutschen Bürokratie. Ich denke zwar, daß ich nicht ganz daneben lag mit meinen Entscheidungen, und bin auch überzeugt, daß mein Onkel ganz gut aufgehoben ist, einfacher wäre es mit Hilfe dieses Büchleins schon gewesen. Praxisbezogen - und das zeichnet diesen Ratgeber aus - und fundiert kommt dieser Wegweiser daher, der jedem, der zweifelnd und hilflos vor dem Themenkomplex Heimaufnahme steht, jede Angst und Sorge nimmt. Gut, die Entscheidung an sich kann das Buch niemanden nehmen, die Entscheidungsfindung aber erleichtert es ungemein. Und wenn ich über die Menschen lese, über die die beiden Autorinnen lebhaft berichten, dann freue ich mich im Nachhinein über meine Entscheidung für das Heim. Denn Zweifel und schlechtes Gewissen blieben trotz aller rationalen Argumente. Umso wohler tut es, nun aus berufenen Mündern so bestätigt zu werden. Dieses Buch ist ein absolutes Muß für alle, die einen entsprechend pflegebedürftigen Angehörigen haben. Möge diesem Buch der Erfolg beschieden sein, den es verdient.