"Ich wollte nur einen Schritt weiter. Was aber nun passiert ist - und ich versuche das ohne Arroganz zu sagen: ich glaube, ich bin zwei,drei Schritte weiter gekommen."
So profilierte sich Marius, als 1992 "Ja Ja" veröffentlicht wurde.
Für mich waren das eher zwei, drei Schritte zurück auf der Qualitätsleiter. Ich hatte bis 1992 alle Westernhagen-CDs gesammelt. "Hallelujah" war noch großartig, aber mit "Ja Ja" ging es bergab. Die zwei Folgealben hab ich mir dann nur noch ausgeliehen und was der Marius des 21. Jahrhunderts macht, nehme ich gar nicht mehr zur Kenntnis. Er soll ja angeblich erfolgreicher denn je geworden sein. Schön für ihn - traurig für langjährige Liebhaber seines Songwritings, denn sowohl musikalisch wie inhaltlich hat er abgebaut, hat sich vom Kommerz auffressen lassen. "Ja Ja" geht noch als akzeptabel durch (vor allem dank der zwei letzten bluesigen Stücke), aber die Ausrutscher beginnen sich hier schon zu häufen ("Ich will es wissen" braucht kein Mensch!)
Der Marius der 70er und 80er Jahre war authentisch, bissig, und erfrischend witzig. Seine Platten aus jener Zeit höre ich nach wie vor gern, aber als Musiker hat er für mich ab 1994 aufgehört zu existieren, denn nach dem 13. Studioalbum (13 = Unglückszahl ?) war in meinem Archiv kein Platz mehr für ihn.