Was erwarte ich von einem digitalen Camcorder? Ein ordentliches, gestochen scharfes Bild, eine leichte, intuitive Handhabung und so viel Gewicht, dass sie gut in der Hand liegt und dennoch ein ruhige Aufnahme möglich macht.
Die JVC bietet leider nur den ersten Punkt meiner Aufzählung. Jedoch der Reihe nach:
Der Camcorder wird in einer kleinen Schachtel geliefert und besticht durch sein modernes Design. Er liegt gut in der Hand und ist ein Fliegengewicht. Im ersten Moment war ich überrascht und auch skeptisch, ob sich das nicht als Kritikpunkt herausstellen könnte. Die Handschlaufe lässt sich auf verschiedene Handbreiten einstellen. Jedoch stört das Band, welches beim Festzurren übersteht, sehr, da es vor dem Display hin- und herwackelt.
Auch ist der Tragegriff schlecht ausbalanciert. Wenn man die Hand, die sich um die JVC geschlossen hat, öffnet, kippt die Kamera von der Handfläche weg. So ist man gezwungen den Camcorder immer zu Umgreifen.
Der Akku ist am Ende der JVC angebracht und nimmt somit die Ablagefläche für den Daumen weg. So muss man den Daumen stark krümmen um überhaupt an den Aufnahmeknopf zu kommen.
Der Zoom ist an der Oberseite der Kamera angebracht und kann mit dem Zeigefinger bedient werden. Filmt man einhändig und möchte zoomen, lässt es sich durch die Lage des Hebels und die schlechte Ausbalancierung des Trageriemens nicht vermeiden, dass die Aufnahme beim Zoomen verwackelt. Dies kann man verhindern, wenn man mit der anderen Hand das Display festhält.
Die Aufnahmen an sich werden gestochen scharf und auch beim Zoomen entstehen keine unschönen Pixel. Der Autofokus ist sehr schnell und auch Aufnahmen im Dunkeln können sich sehen lassen. Hier hat JVC alles richtig gemacht.
Möchte man im Menü eine Veränderung vornehmen (z.B. den Aufnahmemodus ändern), muss man dies über die an der Innenseite der Kamera angebrachten Knöpfe tun. Diese sind schlecht zu erkennen, da sowohl die Buttons als auch der Untergrund schwarz gehalten sind und die Kennzeichnung nur mit ausreichend Licht lesbar ist. Hier hätte ich mir einen Anbringung der Knöpfe am Display oder zumindest einen Farbtupfer gewünscht.
Die JVC bringt eine Software mit, mit der man seine selbstgedrehten Videos direkt bei Facebook oder Youtube hochladen kann. Beim ersten Verbinden mit dem PC wird auch direkt die Installation gestartet.
Das Videoprogramm lässt sich einfach und intuitiv bedienen. Der Programmaufbau ist ansprechend und die Videos werden in einem Kalender angezeigt und zwar in dem Tag, an dem man es aufgenommen hat. Das finde ich sehr ansprechend und durchdacht. Allerdings frisst der kleine Helfer enormen Arbeitsspeicher und blockiert sich durch das Abspielen einer Vorschau der Videos, wenn man diese in das Hochladen-Fenster zieht, selbst.
Das erste Hochladen eines Videos in das Social Network schlug fehl. Zuerst dachte ich, dass die Datei zu groß sei. Aber weit gefehlt: der Akku des Camcorders war leer und eine Aufladung per USB scheint nicht zu funktionieren. Somit wurde der gesamte Upload abgebrochen. Das ist ärgerlich und auch nervig, da die fehlende Lademöglichkeit per USB nicht mehr zeitgemäß ist. Ich habe die Datei dann auf den Laptop gezogen und den Upload erneut gestartet. Diesmal war der Versuch erfolgreich und ging nach Ausschalten der Autovorschau auch zügig von statten.
Fazit: die JVC liefert ein sehr tolles Bild, das überzeugt. Leider ist die Handhabung vor, während und nach dem Filmen sehr unausgereift, so dass ich diesen Camcorder nicht empfehlen kann. Sehr schade.