Ich hätte diesem Buch gerne 5 Sterne gegeben, jedoch wird es nicht jeder lesen oder anwenden können.
Zum Beispiel rate ich Leuten, die massive Probleme mit der Selbstwahrnehmung haben, unter Angssstörungen leiden, oder die Panikattacken bei (Zen-)Meditation, Reiki, Qi Gong oder Jacobsen bekommen, ab!
Das Buch kann das persönliche Leben stark positiv verändern eben weil es unsere gesamte Wahrnehmung in Frage stellt!
Und einige sind vielleicht noch nicht bereit, und verlieren dann den Boden unter den Füßen, ich muss selber zugeben, dass ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen sollte, als ich das Buch las, weil es soviel wahrheit beinhaltet, und die ist nicht immer angenehm.
Dieses Buch kann keine Therapie ersetzen, Knochenbrüche heilen oder einen reicher machen (höchstens indirekt)!
Es hilft, zu erkennen, was man hat (und das ist so viel mehr, als der Verstand meist suggeriert) um damit glücklich zu sein.
Ich habe das Buch von einer Person empfohlen bekommen, die Job, Geld, undsoweiter (materielles) hatte und trotzdem unglücklich war, sie hatte keine Freunde, der Kontakt zur Familie war mäßig, und sie war unzufrieden mit ihrem Leben, selbst eine Therapie half kaum.
Nach 8 Monaten, heute ist sie ein ganz anderer Mensch, ist zufrieden, hat wieder Freunde, und nimmt nicht mehr alles persönlich.
Kernessenz des Buches ist, dass man sich auf das jetzt konzentriert, weil Zukunft und Verganheit lediglich Produkte unseres Verstandes sind (was selbst Physiker Stephen Hawking in "eine kurze Geschichte der Zeit" und "das Universum in der Nussschale" so beschreibt).
Natürlich, der Verstand ist für unser materiell gebundenes Leben wichtig (Organisation etc), jedoch kann er Überhand nehmen und sich verselbständigen, so dass wir ständig grübeln, weil unsere Verstand etwas einsortieren (kategorisieren, bewerten) will, was gar nicht nötig und auch nicht sinnvoll ist, denn schließlich ändern sich (Rahmen-)Bedingungen dauernd, so dass neu sortiert und arrangiert werden muss.
Unser Bauch hat meistens schon die "bessere" Lösung parat.
Eigentlich will ich auch nicht hier von "besser" reden, da dies auch wieder eine Bewertung darstellt.
Und darauf zielt das Buch auch ab: Auf seine innere Stimme zu hören, wieder zu fühlen, das rationale Denken gegebenfalls in kleinen, wohldosierten Mengen nutzen, sich aber nicht vom Verstand BEnutzen lassen.
Tolles Weg (ich will nicht sagen DER weg) wird hierhin erklärt, und wie er es gemacht hat, Übungen, und Einstellungen.
Obwohl das Buch (wie ich meine: fälschlicherweise) meist gerne nur religiös-esotherisch eingeordnet wird, finde ich das Buch eher psychologisch-philosophisch, vielleicht mit einem Schuss Glauben (noch nicht mal Religion)
Ja, es geht auch um das Energiefeld um unseren Körper, wie in asiatischen Geisteslehren, dem positiven Anteil (Chin: Chi oder Jap: Ki, wie die Inder das nennen, habe ich vergessen) und seinem negatvem Pendant, welches Tolle als Schmerzkörper bezeichnet, m.E. sehr interessant und wichtig!
Zumal Tolle nicht einen auf Guru macht, das ist auch nie sein Ziel.
Es geht hier um SELBSTerkennnung, SELBSTerziehung und SELBSTfindung, also das, was wir selber für uns tun können, damit es uns besser geht!
Wer sich mit Sigmund Freud (Begründer der Psychoanalsyse) beschäftigt hat, weiß, was ich meine, dort geht es auch um das Unbewußte und um Triebe.
Oder seinen Ex-Kollegen Alfred Adler, Begründer der Individualpsychologie, der sich auch stark mit Minderwertigkeitsgefühlen (auch körperlichen: siehe Organminderwertigkeit) und dem eingeborenem Streben nach Vollkommenheit beschäftigt hat, also dem Empfinden des Mangels (mit dem Tolle sich auch beschäftigt).
Ich habe voher sämtliche Rezensionen gelesen, sowohl die positiven als auch die negativen, aber eben auch die negativen haben mich dazu gebracht, das Buch zu kaufen und zu lesen.
Das gute an dem Buch ist, dass der Autor religionsfrei schreibt, er gehört keinem Glaubne an und fordert es auch nicht, da dies wieder eine Einordnung wäre.
Er zitiert wohl öfters aus diversen Glaubenrichtungen ((Zen-)Buddhismus, Christentum), eben weil er diese Stellen für wichtig und wahr sind, und diese sich mit seinen Erfahrungen decken.
Sicherlich, es gibt bestimmt auch ältere Schriften in Indien, China, Japan, oder christliche (es wurden auch in den konstruktiveren Kritiken welche genannt, was ich gut finde), die ähnliche Ansätze bieten und auch schon viel eher boten, von daher könnte man meinen, das Rad sei neu erfunden worden.
Dr Usui tat dies mit Reiki jedoch auch... er hat es wiederbelebt!
Ich würde eher sagen, Tolle hat einfach seine Erfahrungen beschrieben, und wie er glücklich wurde (es ging ihm auch schlecht, das macht ihn auch sympathisch und glaubbar, alte Meister wirken m.E. so unnah- und unerreichbar), und hat halt in seinen Worten formuliert, wie er Erleuchtung fand, und versucht, es so universell wie möglich zu fomulieren.
Seine Sprache in der Frage- Antwort-Form zurecht kommen (die in dem Buch dominiert, höchstens die Einleitung, wie Tolle Erleuchtung fand, ist eine Art Erzählung) ist vielleicht nicht jedermanns Sache, dann brauchet man ein anderes Medium.
Zu den Begriffen, die Tolle verwendet (welche auch kritisiert wurden), schreibt er selber, dass Namen nur eine Form und Teil des Weges sind.
Mir hat das Buch auf jeden Fall geholfen, auch wenn ich es langsam und bewusst lesen musste (es ist m.E. nichts, was man wie einen Roman mit 200 Seiten/Tag lesen kann und auch nicht sollte), und es war auch nicht immer angenehm.
Doch wenn man bereit ist, sich komplett darauf einzulassen, kann es das Leben bereichern!