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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Versteckte Kamera?", 19. Juni 2009
Das ist zunächst alles, was Jean Claude Van Damme(der sich selbst spielt) zu den drei seltsamen Typen in der Bank einfällt. Als er dann feststellen muss, dass er in einen Banküberfall geraten ist, kommt die Erkenntnis bereits zu spät. Aber der Reihe nach:
Van Damme ist in Hollywood so ziemlich am Ende. Die Rollenangebote bleiben aus, oder aber es handelt sich um trashige B-Filme. Dazu wird unser Star von dem Sorgerechtsprozess um seine eigene Tochter ziemlich mitgenommen. Jean Claude braucht eine Auszeit und fliegt nach Belgien. In Brüssel ereilt ihn die Nachricht, dass er den Prozess verlieren wird, wenn er nicht sofort Geld überweist. Aber Van Dammes Scheck ist geplatzt und seine Kreditkarte funktioniert nicht. Als er daraufhin eine Bank aufsucht, landet er mitten in einem Überfall. Zu allem Unglück nutzen die Bankräuber dann auch noch Van Dammes Berühmtheit, um der Polizei vorzugaukeln, dass Van Damme der Bankräuber ist. Inspektor Bruges(Francois Damiens) ist jedenfalls felsenfest davon überzeugt. Und so wird die Bank von Spezialeinheiten belagert, Schnell finden sich auch Hunderte von Van Damme Fans, für die ihr Jean Claude einfach Belgisches Allgemeingut ist, und zum Schluss auch noch Van Dammes Eltern, am Tatort ein.
In der Bank muss Van Damme währenddessen feststellen, dass der Bankräuber Arthur ein echter Fan von ihm ist. Jean Claude fasst einen Plan, um den Raub zu beenden. Aber ob der funktioniert? Schließlich ist das hier kein Kino, sondern die Wirklichkeit.
Mabrouk El Mechri hat mit -JCVD- ein kleines Filmjuwel abeliefert. Egal, ob er uns mit Zeit- und Rückblenden kreuz und quer durch die Story jagt, oder die Szenen in der Bank mit Sepiafarben und jeder Menge Licht und Schatten präsentiert. Der Beginn des Films ist fantastisch gelungen und das Ende steht dem in nichts nach. Dazwischen gibt es eine Story zwischen Slapstick und Tiefgang, voll surrealer Komik und cleveren Wendungen. Der schräge Polizist Bruges schlägt sein Hauptquartier in einer Videothek auf, während Van Damme dem Bankräuber Arthur unbedingt noch diesen "Move" aus Bloodsport zeigen muss.
Als Mabrouk El Mechri dann noch, mitten aus der Story heraus, seinen Star Van Damme ins "Off" schickt und ihn über sein Leben und seine Karriere sinnieren lässt, ist das nicht nur ergreifend, sondern auch bewegend und kreativ gemacht.
Bleibt für mich festzuhalten: -JCVD- war für mich eine absolut positive dicke Überraschung im DVD-Regal! Wer Van Damme aus seinen Filmen kennt(und ich bin ehrlich, außer -Bloodsport- und -Leon- fand ich die nicht immer gut), der wird ihn in auch in dieser Rolle lieben. Wer nicht auf Action- und Karatefilme steht, darf den Silberling trotzdem ohne Bedenken in den Player befördern, denn Mabrouk El Mechri hat keinen Karatefilm, sondern ein Stück intelligentes, kurzweiliges, hochinteressantes Kino produziert.
Das Van Damme hier mitspielt und sich dabei auch selbst kräftig in Frage stellt, dazu kann ich nur sagen: Hut ab, Herr Van Damme! Dieser Mut wurde mit einem herrlichen Film, weitab aller eingetretenen Pfade, belohnt!
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Weniger ist (viel) mehr, 17. Februar 2009
Die gute alte Schauspielregel trifft bei diesem Film exakt zu. Regisseur Mabrouk El Mechri hat ganze Arbeit geleistet, um für Van Damme den Grundstein in eine neue Filmzukunft zu legen.
Ich bin mit Van Damme und seinen Filmen aufgewachsen gehöre aber wahrhaftig nicht zum Kern der Fans, die ihn über all die Jahre "begleitet" haben. Hatte ich mir vor 18-20 Jahren noch seine Filme im Kino angesehen, störten mich die immer wieder gleichen Choreographien und Mimiken. Damals noch in jedem Film einen Spagat vollziehend nutzte sich das für mich persönlich schnell ab, so dass ich um fast alle weiteren Filme einen Bogen machte.
Irgendwie bin ich dann auf den Trailer zu JCVD gestoßen und muss sagen, dass er mich schon sehr neugierig machte, denn im Trailer ist schon zu erkennen, dass die Filmemacher es nicht ganz so ernst nehmen mit Van Dammes Vergangenheit und dabei nichts auslassen. Sorgerechtsstreit, Drogenprobleme, ausbleibende (gute) Filmprojekte, Scheidungen, alles wird in JCVD aufgegriffen und diese ehrliche "Abrechnung" mit der Vergangenheit schien mir interessant zu sein, weshalb ich den Film beim britischen amazon bestellte.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, ich wage mich mal nach vorne und gebe dem Film 5 Sterne. Mit dieser Wertung gehe ich normalerweise sehr sparsam um, aber dieses Mal würde ich mich freuen, wenn der Film Erfolg hätte, denn für "Van Damme Verhältnisse" ist er sehr gewagt und ich möchte damit diesen Schritt würdigen.
Fans, die Action erwarten, muss ich allerdings enttäuschen, denn auch da gilt die oben genannte Regel. Die Hand- und Fußtechniken in diesem Film kann man an einer Hand abzählen. ;-) Aber genau dieses sparsame Umgehen mit dem sonst Üblichen bereichert den Film und macht ihn authentisch.
In einer Szene wird Van Damme von jemandem mit einer Pistole provoziert, aber er bleibt einfach nur stehen und beide starren sich eine halbe Minute lang an. Anschließend wendet sich Van Damme ab, schiebt es zwar darauf, dass der andere bewaffnet ist, aber er wirkt damit um einiges verletzlicher und menschlicher als in den vorherigen Filmen.
Und solche Momente gibt es sehr oft und genau das macht den Film nachvollziehbar und anders.
Die Kernszene ist ein fast 7 minütiger Monolog von Van Damme zu seinem Leben, bei der er geschickt inszeniert, von den anderen Schauspielern isoliert wird, um dann wieder nahtlos in die ablaufende Szene eingebunden zu werden (ohne Schnitt). Toll.
Insgesamt gibt es sehr viele lange Einstellungen und die tragen auf subtile Art und Weise zur Gesamtatmospäre bei.
Daran sind natürlich auch die anderen Schauspieler "schuld", die ihre Charaktere sehr gut verkörpern. Insgesamt haben die Filmemacher um Regisseur Mabrouk El Mechri eine sehr gute Wahl mit dem übrigen Ensemble getroffen.
Bitte nicht vom DVD Cover in die Irre führen lassen, es ist kein Actionfilm.
Diese Version des Films enthält englische Untertitel nur an den Stellen, an denen französisch gesprochen wird. Englische Sprache wird nicht untertitelt und ein Untertitelmenü fehlt komplett. Es wird überwiegend französisch gesprochen, was dem ganzen eine zusätzliche Note gibt.
Technisch meckern muss ich ein bisschen über die Musikspur, die anscheinend nicht richtig konvertiert wurde und manchmal etwas leiert.
Die Bonus DVD zeigt "Making Of" und ein langes Interview mit Van Damme während eines Tages in Brüssel. Dort bekommt man ein Gespür für die Unsicherheiten des Schauspielers, der offen über seine Vergangenheit und sein Leben spricht. Schade, dass nicht die zusätzlichen Trailer und Teaser den Weg auf die DVD geschafft haben. Es gibt zum Beispiel einen rund 10-minütigen Kurzfilm, in dem Van Damme in das Casting zu seinem eigenen Film kommt. Witzig, aber leider nicht auf der DVD.
Insgesamt jedoch ein sehr abgerundetes Werk, was eventuell nicht interessant ist für jemanden, der mit Van Dammes Werdegang nichts anfangen kann.
Für mich war es eine Überraschung und damit möchte ich den Film all denen empfehlen, die auch an einer filmischen Entwicklung Van Dammes interessiert sind.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterstück, 21. März 2010
Obwohl ich mit van Damme's Filmen groß geworden bin und ein paar seiner Filme geliebt habe, war ich nie so ein großer Fan, der alles von ihm angeschaut hat.
Ich fand ihn aber schon immer sympathisch und unverwechselbar.
Aus diesem Grund habe ich mir JCVD gekauft, natürlich mit vorheriger Info.
Also was Mabrouk El Mechri aus meinem 80er Jahre Star und der Geschichte raus geholt hat ist schlicht und einfach ein Meisterstück.
Meine Kritik in Stichpunkten:
Geschichte: 4 Sterne
Die Story ist so banal wie genial. JCVD braucht Geld, geht zur Bank und wird kurze Zeit später für einen Bankräuber gehalten. Wie und warum ist schon kurios.
Erzählweise: 5 Sterne
Die Geschichte wird oft durch Rückblenden unterbrochen, die die Vorgänge vor oder parallel von der Überfallgeschichte erzählen bzw. erklären.
Man muss schon ein wenig konzentriert den Ablauf verfolgen um die Zusammenhänge zu erkennen. Allerdings haben wir es nicht mit einem Hitchcock-Thriller zu tun, so dass eigentlich jeder mitkommen sollte. Aber gerade diese Erzählweise ermöglicht es erst, die Verhaltensweisen der anderen Darsteller plausibel zu zeigen. Tatsache ist, dass nur durch die Rückblenden, die komisch und überspitzt aber immer interessant gestaltet worden sind, der Film die richtige Würze erhält und auch nach dem 3. anschauen (in meinem Fall) nicht langweilig wirkt.
Würde man die Geschichte geradlinig zeigen, täten einige Gags verpuffen und es täte sich hinziehen wie Kaugummi.
Schauspieler: 5 Sterne
Jean-Claude van Damme spielt sich selbst, aber mit so einer Kraft, dass man ihm ohne Weiteres auch andere Rollen abnehmen würde. Der Mann hat einfach auch als Verlierer so eine Ausstrahlung, die man gesehen haben muss.
Aber auch die anderen Schauspieler fügen sich nahtlos ein. Ob die lästige Taxifahrerin, die begeisterten Videothek-Besitzer, der genervte Kommissar, der van Damme Fan- Geiselnehmer und der Geiselnehmer, der eigentlich der Chef ist aber es nicht unterlässt zu behaupten "Du bist doch das Hirn". Jeder spielt seine Rolle ein wenig überzogen aber niemals mit ausufernden Overacting. Es macht einfach Freude dabei zuzusehen.
Optik: 5 Sterne
Ich gebe zu, beim ersten Mal, habe ich mit Hochglanz Hollywood Produktionen verglichen. Beim zweiten ansehen fand ich die matte Farbenwahl und das Weichzeichnen der Bilder einfach zu 100 Prozent passen, angenehm und auch schön. Ich kann mir jetzt keine andere Optik vorstellen. Und sie ist mit Sicherheit nicht billig, wie einige hier geschrieben haben, sondern gewollt und deswegen anders. Und wir wollen nicht die Kotz-Optik von Indy 4 vergessen. Hochglanz in einem Indy-Film. Man fasst es nicht.
Kameraführung: 5 Sterne
Einfach genial. Ich habe in manchen großen Produktion nicht so eine abwechslungsreich und immer passende Kameraführung gesehen wie in JCVD.
Ob in großen Bahnen, interessanten Wegen, mit Wackelkamera nah am Geschehen, oder Spielereien mit der Tiefenschärfe, immer passend zum Geschehen und nie nervig.
Das Auge dankt es einem.
Extras: 5 Sterne
Ich möchte nicht zu viel verraten. Aber Jean-Claude van Damme kommt in den Extra noch sympathischer und "menschlicher" rüber als im Film.
Einen Tag lang begleitet ein Reporter van Damme, der mit ihm alles Mögliche Private spricht. Tolle Idee und gut umgesetzt.
Im Making of wird detailreich die Entstehung des Filmes gezeigt und auch hier wieder zeigt sich van Damme von seiner persönlichsten Seite.
Toller Film mit einem van Damme der auch ohne Spagat im Gedächtnis bleibt.
5 Sterne
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