Hallo!
Erstmal kommt hier die Komponentenliste:
Gehäuse: JCP MI 102 mit 60W Netzteil
Mainboard: AsRock A75M-ITX
CPU: AMD Llano A6-3500 (Triple-Core 2,1GHz/2,4GHz@Turbo mit integrierter Grafik)
Kühler: Scythe Big Shuriken
RAM: 2*2GB Geil 2133MHz RAM (@1866/888-27)
Festplatte: OCZ Onyx 1,8" 32GB SSD mit Adapter (Rezensionen vorhanden)
Der Verwendungszweck ist als HTPC, meine Dateien sind auf einem File-Server und werden per Samba-Freigabe gestreamt, außerdem habe ich ein externes HD-DVD/Blu-Ray-Brenner Laufwerk (LG BE06LU10). Bevor ich den File-Server hatte, hatte ich einen HTPC im Silverstone Gehäuse La Scala LC10-E, da ich den Platz für die Festplatten brauchte. Nachdem der File-Server kam brauchte ich den Platz nicht mehr und wollte eine kleinere Lösung. Das JCP Gehäuse habe ich schon lange im Blick gehabt, aber bisher war es immer zu klein für die Hardware die ich wollte.
Mit der Veröffentlichung von Llano gibt es sehr starke Hardware auf wenig Raum und im Vergleich zu den alten AMD Angeboten mit integrierter Hardware hat man jetzt nur noch einen Platz, den man kühlen muss. Atom oder Brazos (C50/60, E350..) kam für mich nicht in Frage, zu schwache Leistung. Außerdem habe ich mich gegen Sandybridge entschieden, weil ich AMD mal wieder unterstützen wollte und die Grafikleistung einfach besser ist (spiele ein paar Sachen am großen Fernseher). Sockel 1155 hat mehr Mini-ITX Boards und ist auch nicht wirklich teurer. Der Stromverbrauch ist geringer out-of-the-box. Bis auf bei Spielen ist der Leistungsunterschied eher zu Gunsten von Intel da. Was man nimmt muss jeder für sich entscheiden.
Das AsRock habe ich genommen, weil die anderen Angebote sehr viel teurer waren (75€ AsRock vs. 110€ Asus vs. 120€ Zotac) und die Zusätze (Fernbedienung, WLAN...) nicht von mir benutzt werden. Außerdem ist die Sockelposition beim AsRock am zentralsten, so dass es absolut keine Probleme mit dem Kühler gibt.
Der Big Shuriken passt gut auf das Mainboard. Der PCIe Slot ist unbedeckt, der RAM sollte aber keine hohen Heatspreader haben und muss vor dem Kühler installiert werden. Durch den mittleren Sockel stößt der Kühler auch nicht an den Rand vom Gehäuse (siehe Bilder).
Allerdings passt der Laufwerksschlitten jetzt nicht mehr in das Gehäuse, da der Kühler mit seinen 58mm Höhe an den Deckel stößt. Da ich, wie gesagt, einen File-Server und ein externes Laufwerk habe war das für mich kein Problem und schon vorher bekannt. Um eine gute Versorung mit Frischluft zu gewährleisten habe ich dann rumgebastelt. Und zwar habe ich über dem Lüfter den Deckel weggedremelt und da dann einen Staubfilter aufgelegt (von DEMCiflex 120mm, magnetisch). Das war meine bisher erste Modaktion und recht erfolgreich.
Der PC ist immer noch unhörbar, kühlt mit Frischluft alle Komponenten und drückt sie dann an den Seiten durch die Löcher wieder heraus. Sollte auch langfristig Staubfrei bleiben durch den Überdruck und der Staubfilter selber ist magnetisch befestigt und kann so leicht gereinigt werden. Optisch mag der ein oder andere es vielleicht unschön finden, aber bei mir gilt: Form follows function.
Ohne undervolten habe ich Strommessungen von bis zu 64W gehabt (gemessen mit Voltcraft Energy Count 3000). Mit undervolten (K10Stat, Reduzierung der Spannungen zwischen 0,2V und 0,4V!) aber habe ich unter LinX Belastung (100%ige Auslastung aller 3 Kerne) maximal 54W. Spiele habe ich noch nicht getestet, deshalb weis ich nicht ob mit gleichzeitger Grafikbelastung der Stromverbrauch (stark) steigt. Meine Vermutung ist, es bleibt ähnlich, da die Spiele, die laufen, nicht alle 3 Kerne zu 100% belasten werden. Mal schaun. Einen Llano Quad-Core würde ich eher nicht mit dem 60W Netzteil empfehlen. Der Triple-Core geht gut, aber ich benutze eine sparsame Festplatte und kein Laufwerk. Mit einem Dual-Core sollte das aber auch so gehen und der ist für herkömmliche HTPC Tätigkeiten auch gut genug. Mit Intel kann man sich das Leben einfacher machen, selbst ein i5-2500T mit 45W TDP sollte funktionieren, kleinere 35W CPUs sowieso. Jeder wie er es möchte.
Das Gehäuse ist recht hübsch in seiner Schlichtheit. Die Klappen vorner werden durch druck in einer Ecke heruntergeklappt und so kommt man dann an die Laufwerksblende (falls installiert) und die 2 USB2.0 und Audio Anschlüsse. Das externe Netzteil ist wie bei einem Notebook und liefert maximal 5A bei 12V. Innen führen dann 2 Kabel vom Anschluss des Netzteils an der hinteren Seite zur DC/DC-Wandlerplatine im vorderen Bereich (siehe Bilder-Hinweise), wo die Wandlung stattfindet. Es gibt ein 20/24 Pin ATX Kabel, ein 4 Pin ATX Kabel (P4), ein 4 Pin Molex, ein 4 Pin FDD Kabel, ein SATA Kabel. Auf der Größe sollte es reichen. Es gibt keinen Reset-Taster und USB3.0 Frontanschlüsse sind natürlich auch nicht vorhanden, aber mich stört es weniger.
Es ist theoretisch auch möglich den PCIe Slot mit einer Low-Profile-Karte zu benutzen, allerdings nicht ohne weiteres modden. Je nach Karte müsste der Stromanschluss des Netzteils umgeändert werden, braucht man Verbindung nach draußen muss auch ensprechend ein Loch gemacht werden hinten. Also schon recht fortgeschritten.
Ich kann das Gehäuse durchaus empfehlen, wenn man sich der Limitierungen bewusst ist und weiß was man tut. Es ist keine Eierlegendewollmilchsau, aber mit geschickter Komponentenauswahl, tweaks und Geschick kann man durchaus einiges anstellen. Und der Preis ist unschlagbar.