Nach ausgiebiger Recherche kamen die Canton GLE 470 und die JBL E80 aufgrund der angestrebten Preisklasse, der Resonanzöffnung an der Front und der Abmessungen (Höhe < 100 cm) in Frage.
Verarbeitung:
Beide Modelle sind sauber und makellos verarbeitet. Die gestanzte Lochblech-Gitterabdeckung der GLE 470 macht einen etwas stabileren und hochwertigeren Eindruck als die schwabbelige stoffbespannte Plastikblende der E80, lässt sich aber fummelig in die schmale umlaufende Nut einsetzen während die über Stifte gesteckte Blende der JBL einfach mit leichtem Druck angebracht wird. Anfangs unsicher über die durchschimmernde Alumembran der GLE gefällt es mir optisch in Natura sehr gut. Fazit: ein kleiner Vorteil für Canton, jedoch Geschmackssache
Klang:
Die Canton GLE 470 klingen klar, sauber, räumlich und dynamisch. Vor allem die Mitten und Höhen sind präsent, die Bässe nicht übertrieben aber ebenso klar abgebildet.
Zuerst von den stärkeren Bässen und wärmeren Ton der JBL positiv beeindruckt machte sich bei genaueren Hinhören Ernüchterung breit: Sie klingen einfach nur flach, verwaschen, wie "weit weg". Der Bass entpuppte sich als immer gleiches "bum bum". Bei leiserer Musik mit dem Ohr nah an der Box konnte ich den Mitteltöner nicht wahrnehmen, auf dem Hochtöner lagen für mein Empfinden zu viele Töne aus dem Mittelbereich. Dazu kam ein deutliches "Zischeln" der Hochtöner, während bei Canton die Höhen superklar rüberkommen.
Nochmals auf die Bässe konzentriert bleibt das Ergebnis: sowohl bei Mittelaltermusik mit Davul-Trommeln wie auch bei Old-School-Hip-Hop wie auch bei anderen Musikrichtungen bleibt der Bass beim ewig gleichem "bum bum".
Beim Steigern der Lautstärke leben die Bässe der Canton noch mal richtig auf, man hört absolut sauber jeden Trommelschlag. Anders die JBL: der Bass steigert sich komischerweise nicht, es bleibt beim "bum bum"".
Zur Sicherheit wurden zwei Familienmitglieder zum Probehören verpflichtet: eindeutiger Gewinner ist Canton.
Zum Abschluss noch eine Testton-CD aus den 90er Jahren rausgekramt und von 20 Hz bis 15 kHz durchgespielt. Die JBL E80 spricht erst bei 30 Hz an (lt. Datenblatt ist das auch so), die Canton GLE 470 bei 20 Hz. Auch nach oben ist bei JBL eher Schluss. Das Ergebnis bei Schwingtönen ist ein sauberer Klang der GLE bei höheren Frequenzen.
Fazit: Ohne Frage - die JBL E80 gehen zurück, die Canton GLE 470 sind für mich eindeutig die besseren Boxen.
Anmerkung:
Test an älterem Sony-Verstärker mit Umschalter zwischen den Boxenpaaren, damit direkter Vergleich im selben Lied möglich (um es vorweg zu nehmen: wäre der Verstärker ungeeignet könnten die Canton's auch nicht gut klingen...; die Anschlüsse wurden getauscht); Lautsprecherkabel gleicher Typ und Länge; Boxen standen beim Test nebeneinander; beide Paare wurden ca. 8 h eingespielt (wobei hier die Meinungen von "nicht nötig" weil technisch nicht nachweisbar bis zu "30 Tage nötig" gehen; ich konnte bis jetzt noch keinen Unterschied hören)