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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Referenzwerk für J2EE 1.4 Web-Services, 8. September 2008
Dies ist KEIN reines Java-Buch, denn es werden viele Standards erklärt, die nicht von Sun Microsystems stammen (XML, XSD, SOAP, WSDL, UDDI, SwA). Das Verständnis dieser Standards ist aber die Voraussetzung, um die Funktionsweise von Web-Services nachvollziehen zu können. Den Anfang des Buches bildet eine kurze, aber präzise Einführung in XML und XML Schema. Danach geht es weiter mit SOAP, was noch relativ einfach nachzuvollziehen ist. Mit WSDL wird es dagegen schon ein wenig schwieriger, und es empfiehlt sich, manche Abschnitte mehrmals zu lesen. Mit ein wenig Geduld ist das WSDL-Kapitel aber durchaus zu meistern. Wer das anschließende Kapitel liest bzw. zu lesen versucht, wird jedoch seinen Augen nicht trauen, denn UDDI ist der absolute API-Overkill und äußerst schwer zu verstehen. UDDI ist extrem komplex und umständlich aufgebaut, und das Kapitel wird dem Leser garantiert keine Freude bereiten. SOAP und WSDL waren ja schon nicht gerade spannend, aber UDDI ist schlichtweg eine Zumutung. Im Grunde genommen bestehen die Standards SOAP, WSDL und UDDI aus nichts anderem als aus einer schier endlosen Aneinanderreihung von Vorschriften, wie XML-Dokumente mitsamt ihren Namensräumen aufgebaut werden müssen bzw. von Regeln, was bei diesen XML-Dokumenten auf gar keinen Fall gemacht werden darf (es ist immer wieder erstaunlich, wieviele Namensräume man in einem WS-fähigen XML-Dokument unterbringen muß, und was man dabei alles falsch machen kann). Auf Seite 271 beginnt mit JAX-RPC das Herzstück des Buches, und hier fühlt sich der Java-Entwickler endlich wieder auf sicherem Terrain. Die JAX-RPC-Kapitel inklusive SAAJ und Message-Handler lesen sich flüssig & informativ, denn man lernt dabei eine ganze Menge. Allerdings muß man die Kapitel über SOAP und WSDL zwingend vorher gelesen und verstanden haben, ansonsten wird man mit JAX-RPC nicht zurechtkommen. Anschließend folgt mit JAXR der zweite Alptraum des Buches, denn JAXR bildet die J2EE-API für den Zugriff auf UDDI-Registries. JAXR ist annähernd so umständlich wie UDDI selbst, und man benötigt eine Menge Geduld und Zeit, um diese Technologien zu durchschauen. Wenn man bedenkt, daß sich UDDI (und damit auch JAXR) nie richtig in der Industrie durchsetzen konnten und heutzutage kaum noch im großen Stil eingesetzt werden, dann muß man sich das Lesen dieser Kapitel nicht antun, außer, man bereitet sich auf die Prüfung zum "Sun Certified Developer for Java Web Services" vor, aber auch dafür benötigt man nur oberflächliches Wissen von UDDI und JAXR, denn diese beiden Standards sind so komplex, daß man daraus locker eine eigene Prüfung machen könnte, die aber kein Mensch absolvieren würde, eben weil sich UDDI nie so richtig auf dem Markt behaupten konnte. Nach JAXR wird es mit JAXP aber wieder interessanter, denn in diesem Teil des Buches werden SAX2 und DOM Level 2 erklärt (gefehlt hat mir dagegen ein Abschnitt über XSLT). Die Thematik XML-Parsing ist ziemlich umfangreich, so daß es in diesem Buch nur angerissen werden kann, aber aufschlußreich ist das Kapitel auf jeden Fall. Anschließend geht es weiter mit dem J2EE Deployment, und der Autor liefert uns zunächst eine praxisbezogene Aufbereitung für den Einsatz von WSDL-Dokumenten, was ich als äußerst informativ und lesenswert empfand. Natürlich werden im Kapitel über Deployment auch die Elemente des Deployment Descriptors erklärt, aber im Gegensatz zu den unzähligen XML-Regeln aus dem ersten Drittel des Buches waren die Deployment Descriptoren gar nicht mal so langweilig wie erwartet. Das letzte Kapitel behandelt JAX-RPC Mapping-Files, und zum Schluß gibt es noch einen Anhang, u.a. mit diversen Zusatzinformationen zu Base64 Encoding, SOAP und SAAJ-Attachments.
Alles in allem hat der Autor Richard Monson-Haefel mit diesem Buch eine Pionierarbeit abgeliefert, die zudem noch hervorragend geschrieben wurde. Daß die vielen reinen XML-lastigen Kapitel zu SOAP, WSDL und UDDI so zäh geworden sind, liegt dabei nicht am Autor, denn Richard Monson-Haefel hat sich UDDI & Co. ja schließlich nicht ausgedacht, er hat diese Standards lediglich dokumentiert, und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, auch wenn einige Kapitel die Geduld des Lesers manchmal über Gebühr strapazieren, aber XML-Regeln sind nun mal keine allzu aufregende Angelegenheit. Vermißt habe ich lediglich Kapitel über JAXB, JAXM & Web-Service-Security (und, wie oben schon erwähnt, zu XSLT).
Während Technologien wie EJBs und Servlets dazu dienen, Business-Logik auf dem Server abzubilden, dienen Web-Services "lediglich" dazu, eine Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, um heterogene Systeme (d.h. Client und Server sind in unterschiedlichen Programmiersprachen erstellt) miteinander zu verbinden, um dadurch die Interoperabilität zu erhöhen. Java Web-Services bestehen aus mehr Akrynomen und Regeln als jede andere mir bekannte Java-Technologie, und ein wenig enttäuschend dabei ist, daß bei soviel Komplexität unterm Strich nur so wenig dabei herausgekommen ist, eben eine Infrastruktur zum Datenaustausch bzw. zur Validierung, Transformation und zum Parsen von XML-Daten. Echte Business-Logik, um die operativen Prozesse eines Unternehmens abzubilden, werden dagegen nicht mit Web-Services realisiert, lediglich der Zugriff darauf wird über Web-Services standardisiert. Beim Lesen des Buches habe ich mich oft gefragt, ob man die ganze WS-Thematik nicht ein wenig einfacher hätte machen können, zumindestens UDDI hätte man etwas Programmierer-freundlicher gestalten können. Nichtsdestotrotz ist Richard Monson-Haefels Buch ein Meilenstein im Web-Service-Bereich, denn der Autor kann nicht nur hervorragend schreiben und erklären, er hat auch die richtige Balance zwischen Texten und Beispiel-Code gefunden. "J2EE Web Services" ist nicht umsonst einer DER Klassiker für J2EE-Entwickler.
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