Johann Wenzel Kalliwoda,auch als Jan Vazlav Kalivoda geschrieben,wurde in Prag geboren.Dort studierte er auch Violine und Komposition,bevor er 1822 die Hofkapelle des Fürsten Karl Egon II.zu Fürstenberg in Donaueschingen übernahm.Dort blieb er 43 Jahre lang tätig.
Kalliwoda schrieb u.a. sieben Sinfonien,einige Opern und zahlreiche Konzert-und Solowerke,Kammermusik und Kirchenmusik.Seine Sinfonien sind deshalb interessant,weil sie noch zur "Übergangszeit" zählen,als man sich doch stark Richtung Romantik veränderte.
Nach Beethovens Sinfonien sollten noch einige Jahre vergehen,bis Robert Schumann seine Werke schrieb.Carl Maria von Weber starb bereits 1826 viel zu jung,hatte aber mit seinen Opern die Romantik nachhaltig geprägt.Seine beiden Sinfonien aber blieben letztendlich blass und wurden kaum gespielt,was heute nicht anders ist.Sie entstanden beide auch bereits 1807,so dass rund 20 Jahre keine großen Werke mehr wirklich für Aufsehen sorgten.
Genau in diesen 20 Jahren schrieb Kalliwoda seine sieben Sinfonien,nämlich von 1824-1841.Hier hören Sie die "Sinfonie Nr.3,d-moll,op.32",geschrieben 1830.Sie wurde ein voller Erfolg für ihn und galt als seine Beste dieses Genres.Man kann in ihr durchaus seine tschechische Herkunft erkennen,so vor allem im Menuett.
Die "Variationen für Klarinette und Orchester,op.128 in B-Dur" basieren auf einer virhändigen Klavierkomposition und entstanden 1844.Hier kann der überragende Dieter Klöcker,der für seine Ausgrabungen ja bestens bekannt ist,voll überzeugen.
In dem "Konzertrondo für Horn und Orchester,op.51 in F-Dur" kann dann Solo-Hornist Radovan Vlatkovic glänzen.Vlatkovic war acht Jahre Solo-Hornist beim Radio-Symphonie-Orchester Berlin,bevor er seine Solistentätigkeit aufnahm.Er zeigt hier bestens,was das damals neue Ventilhorn so alles konnte.Die Komposition wurde 1833 in Donaueschingen uraufgeführt.
Die "Ouvertüre Nr.12,op.145" wurde im Rahmen eines Festgottesdienstes zur Silberhochzeit des Fürstenpaares 1843 uraufgeführt und leitet die CD stimmungsvoll ein.
Der umsichtig leitende Johannes Moesus und die Hamburge Symphoniker begleiten die beiden Solisten ohne Fehl und Tadel,die Aufnahmen klingen recht ordentlich,wenngleich hier noch etwas mehr Klangbild zu holen gewesen wäre.Für mich macht das insgesamt einen sehr guten Eindruck,so dass ich vier Sterne gerne vergebe.
Die Fachzeitschrift Fono-Forum hat das letztendlich auch so gesehen,und bewertete in ihrer Ausgabe vom 08/2006 mit "Sehr gut" in der Interpretation und "gut" in der Aufnahmetechnik.