In den Bildern stehen zunächst "Alltäglichkeiten" -das traute Heim, badende Kinder, Golfspieler, eine Wandergruppe, Erholungsuchende, Angler, etc.- im Vordergrund. Erst bei genauerem Hinsehen fällt der Blick des Betrachters auf eine Atomanlage im Hintergrund, manchmal sind es auch nur die Kühlturmwolken -die Fluffy Clouds- die die Anwesenheit einer solchen Anlage in der Nähe, hinter dem Hügel oder den Bäumen vermuten lassen.
Die abgebildeten Menschen haben sich längst an dessen Anwesenheit gewöhnt und nehmen die technische Anlage nicht als Gefahr dar; nur einige, menschenleere Bilder deuten darauf hin, dass es besser ist, in dem Wasser hinter dem Schild nicht baden zu gehen.
Die Fotografien von Jürgen Nefzger zeichnen sich rundweg durch einen sehr harmonischen, einfach genialen Bildaufbau aus. Die Anordnung der Bilder im Buch folgt dem Zyklus der Jahreszeiten. Es macht immer wieder Freude die Bilder anzugucken - Freunde der Industriekultur werden sich bestätigt sehen, dass die gewaltige technische Anlage die Landschaft erst schön macht, ihr "die Krone" aufsetzt.
Das Buch dürfte daher nicht nur Freunde der Fotokunst, sondern auch Industriekulturbegeistern gefallen.
All diese ästhetischen Aspekte dürfen natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kernenergie -obwohl geglaubt- vom Menschen nicht beherrschbar ist, wie uns Majak 1957, Harrisburg 1979, Tschernobyl 1986, Fukushima 2011 gezeigt haben.
Es ist nur eine Frage der Zeit...