Seit den frühen Jahren der Bundesrepublik hat Jürgen Habermas (geb. 1929) als politischer Intellektueller eine breite Öffentlichkeit erreicht und zugleich gewaltige wissenschaftliche Stoffmassen verarbeitet. Die Gesamtanlage seines Werks ist nicht leicht zu überblicken. Diese Einführung legt ihren Schwerpunkt auf die Schriften der neunziger Jahre und zeigt, dass Habermas' Grundintention sich trotz aller An- und Umbauten in der Theoriearchitektur durchgehalten hat. In seinem Engagement geht es Habermas darum, die Diskrepanz zwischen Sein und Sollen sichtbar zu machen, in seiner Theorie um die Erschließung jenes normativen Horizonts, vor dem diese Diskrepanz erst ermittelt werden kann.