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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gut recherchiertes Buch, 31. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: ' Jüdischer Bolschewismus'. Mythos und Realität (Taschenbuch)
Voller Skepsis hatte ich gelesen, dass sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Hohmann, inzwischen wegen seiner Äußerungen aus der Bundestagsfraktion ausgeschlossen, in seiner in den "Blättern für deutsche und internationale Politik" 1/04 publizierten Rede, die zu seinem Ausschluss führte, auf das vorliegende Buch von Rogalla von Bieberstein bezog. Ich war skeptisch: sollten damit die nationalsozialistischen Untaten relativiert werden, wie es Professor Ernst Nolte im sogenannten Historiker-Streit vorgeworfen wurde, der das Vorwort zu diesem Buch geschrieben hat. Glücklicherweise haben sich meine Befürchtungen nicht bewahrheitet. Rogalla von Bieberstein geht der Frage nach, warum so viele jüdische Intellektuelle sich der kommunistischen Ideologie anschlossen und die Gewalt der Kommunisten, die in diesem Buch, ähnlich wie in dem "Schwarzbuch des Kommunismus" detailliert nachgezeichnet wird, gebilligt haben (als Beispiele seien etwa Rosa Luxemburg, Georg Lukasz, Leo Trotzki, Felix Dzerschinski benannt. Detailliert vertritt der Autor, der seinen Lebensweg und seine Motivation für die vorliegende Studie genau beschreibt, in Anlehnung an Isaac B. Singer die These, es habe eine Art "Teufelskreis", eine Spirale der Angst gegeben. Die Juden, Außenseiter in der bürgerlichen Gesellschaft, hätten den Hass, der ihnen entgegenschlug, gespürt und sich linken Parteien verschrieben, die eine gewaltsame Änderung der bestehenden Gesellschaft, des bürgerlichen "Kapitalismus", erstrebt hätten. Der jüdische Chiliasmus und Messianismus habe ebenfalls zu dieser Wendung beigetragen. Dies wiederum führte auf der Seite des Bürgertums zu starkem Antisemitismus, der unter den Nationalsozialismus in Judenverfolgung und Holocaust ausgeartet sei. Diese These wird anhand zahlreicher Fußnoten, überwiegend von Sekundärliteratur, ausführlich begründet. Eine Kollektivschuldthese lehnt der Autor ab. Das Buch hat das Verdienst, den Antisemitismus vieler Kreise des Bürgertums erklärbar - nicht verständlich !!!! - zu machen. Außerdem bietet das Buch interessante Einblicke in die Geschichte des Kommunismus, die Verfolgungen Andersdenkender nach der Revolution 1917 bereits unter Lenin und die Geschichte der Verfolgungen - auch jüdischer - Kommunisten unter Stalin ab den 1930-ger Jahren. Die Grausamkeiten der kommunistischen Verfolgungen hat gerade wieder Alexander Jakowlew, der "Vater der Perestroika" in seinen kürzlich vorgelegten Memoiren bestätigt. Sie werden auch von Michail Voslensky in seinem Buch: "Sterbliche Götter", dem "Schwarzbuch des Kommunismus" / hrsg. von St. Courtois und anderen und auch von Dimitri Wolkogonow in seinem Buch: "Die sieben Führer" bestätigt. Johannes Rogalla von Bieberstein hat ausdrücklich dargelegt, dass es ihm um Verstehen und Verständnis der Ursachen des Antisemitismus und nicht um Verharmlosung oder gar Aufrechnung mit diesem geht. Aber es bleibt richtig, dass ohne die russische Revolution von 1917 es nicht die Angst vor den Kommunisten im Bürgertum, insbesondere in Deutschland, gegeben hätte und es war die Angst vor der Machtübernahme durch die Kommunisten, die - stärker als der Antisemitismus, den Nationalsozialisten Wählermassen brachte, als nach Zusammenbruch des Krieges und Inflation der demokratische Staat von Weimar durch die Weltwirtschaftskrise stärker getroffen wurde als die anderen westeuropäischen Staaten. Insofern ist der Nationalsozialismus als Bewegung ohne den Kommunismus und die russische Revolution nicht vorstellbar. Dass Hass und Intoleranz im "Jahrhundert der Ideologien" (Karl-Dietrich Bracher) zu Gewalt und Gegengewalt führten, dies ist die Lehre des fürchterlichen 20. Jahrhunderts. Zur Klärung einer dieser Fragen, der Attraktivität des Kommunismus für zahlreiche jüdische Intellektuelle, trägt Johanna von Biebersteins Buch bei, wenn dessen Thesen insgesamt auch nicht neu sind, sondern schon von Sonja Margolina oder Richard Pipes vorgetragen und belegt worden sind. Ein Tabuthema der neueren europäischen Geschichte wird hier jedoch - gut mit Fußnoten und Quellen belegt - in ihrer Gesamtheit nicht nur dargestellt, sondern auch erklärt. Insofern trägt Rogalla von Bieberstein zum Verständnis der Geschichte des 20. Jahrhunderts bei.
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38 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
woher kam die "antisemitische Besessenheit" von Hitler ?, 6. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: ' Jüdischer Bolschewismus'. Mythos und Realität (Taschenbuch)
Der Rußland-Experte der Harvard-Universität Richard Pipes hat geurteilt, daß eine der "desaströsesten Konsequenzen" der russischen Revolution die "Identifikation von Juden mit dem Kommunismus" gewesen ist. Dieser Frage kommt mehr als akademisches Interesse zu. Denn nach dem belgischen Judaisten Maxime Steinberg führt die "judeo-bolschewistische Fährte" zum Holocaust. Dieses Thema ist nach dem verstorbenen israelischen Historiker Jacob Talmon "explosiv". Weil es dem politisch korrekten Täter-Opfer-Mythos zuwiderläuft, wurde es tabuisiert. Der Verfasser, der promovierter Osteuropa-Historiker ist und durch seine Erforschung der "freimaurerisch-jüdischen Weltverschwörung" (Die These von der Verschwörung 1776-1945. 3. Aufl. Flensburg 1992) bekannt wurde, arbeitet dieses heikle Thema umsichtig auf. Er hält sich streng an die Fakten und wertet außer der internationalen Fachliteratur viele hochinteressante Quellen erstmals aus, die er mit Originalzitaten präsentiert.All dies belegt er ca 1800 Fußnoten. Tatsächlich ist der revolutionäre Kommunismus wesentlich durch "jüdische Kirchenväter" des Sozialismus geprägt worden, wie sie ein jüdisches Literat genannt hat. Jüdische Kommumnisten haben nicht nur bei der Oktoberrevolution in Rußland, sondern auch 1919 bei den Räterepubliken in Budapest und München eine so dominierende Rolle gespielt, daß diese als "Judenrepubliken" diffamiert werden konnte. Tatsächlich ist es so gewesen, daß jüdische Revolutionäre sich des Sozialismus und Kommunismus als eines jüdischen Produkts gerühmt haben. Sie haben beipielsweise die Geburt von Karl Marx mit derjenigen von Jesus verglichen, wobei einige so weit gegangen sind, Jesus als "ersten Bolschewiken" zu preisen! All dies verschweigt der Politologe Daniel Goldhagen, der das von jüdischen Historikern nicht ernstgenommene antiaufklärerische Dogma aufgestellt hat, daß der möderische Antisemitismus mit dem Verhalten der Juden nichts zu tun habe. Der Verfasser, der sich als differenzierender Historiker gegen Kollektivschuldthesen ausspricht und darlegt, daß die frommen und bürgerlichen Juden über den Terrorismus und Extremismus ("Pogromsozialismus")ihrer bolschewikischen Brüder entsetzt gewesen sind, illustriert mit seiner faktenreichen und spannend zu lesenden Arbeit den Satz des Moskauer Oberrabiners Jakob Mazeh: "Die Trotzkis machen die Revolution, aber die Bronsteins müsseb dafür bezahlen ... Trotzki wußte, daß der Rabbiner recht hatte". Er stimmt der These zu, die der aus der Emigration zurückgekehrte Siegfried Thalheimer bereits 1958 in seinem Buch über Dreyfus aufgestellt hat: daß sich nämlich der "alte Judenhaß" nach 1917 "ohne weiteres mit der Feindschaft gegen die Revolution" verbunden habe. Und daß der so entstandene "neue Antisemitismus" als "mächtiger, doppelt genährter Haß zum hauptsächlichen Motor" von Hitlers Bewegung werden konnte. Dabei spielte eine Rolle, daß der in Rußland nach 1917 geborene Mythos vom "jüdischen Bolschewismus" weltweit verbreitet gewesen ist und beispielsweise auch in den USA viele Anhänger hatte. Nicht zuletzt wegen des antichristlichen Charakters des Bolschewismus (Marxismus-Leninismus), der den Kampf gegen das "Regiment von Jesus" eröffnet, die größte Christenverfolgung in der Geschichte durchgeführt hat sowie nicht zuletzt den Tod an Millionen russischen Bauern (Kulaken) verantwortlich ist, welcher zu den Völkermorden gerechtnet wird. All diese in vielen Geschichtsbüchern beschwiegenen Dinge werden exakt dokumentiert und sachlich dargestellt, sodaß sich der Leser ein eigenes Urteil bilden kann.
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40 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Terror begann nicht erst unter Stalin, 16. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: ' Jüdischer Bolschewismus'. Mythos und Realität (Taschenbuch)
Mit seinem Buch über die weltweite Verwicklung jüdischer Kreise in den Aufbau des Bolschewismus hat der Verfasser mutig ein sehr brisantes Thema behandelt, dem man allzu lange ausgewichen ist, insbesondere in Deutschland. Der Autor legt mit Gelassenheit und Akribie den Umfang dieser Verwicklung dar, sowie die Gründe, die eine große Zahl von Juden, insbesondere in Osteuropa, zu einem aktiven Engagement an Lenins Seite veranlasst haben - häufig unter kompletter Aufgabe ihrer eigenen religiösen oder ethnischen Bindungen. Die Forschungsarbeit des Verfassers stellt uns deutlich vor Augen, was für eine ungeheure Bedrohung der Bolschewismus von Anfang an für die traditionelle westliche Kultur (und nicht nur für diese) gewesen ist, und was für grauenhafte Taten den Aufbau des Sowjetkommunismus in den 20er und 30er Jahren begleitet haben. Man erkennt, warum die europäischen Völker in ihrer Mehrheit diese Entwicklungen als etwas Entsetzliches angesehen haben und aus der Angst heraus, solche Ereignisse könnten weiter um sich greifen, die von rechts kommenden Gegenbewegungen unterstützt haben. Die im sog. Historikerstreit aufgeworfene Frage, ob Hitler ohne den Bolschewismus denkbar wäre, ist ohne Bedeutung für die Beurteilung der Entscheidung weiter Teile des deutschen Volkes (und anderer Völker), sich dem Bolschewismus entgegenzustellen - die Menschen hatten einfach Angst vor dieser roten Lawine, deren Komponenten der Verfasser sehr genau beschreibt. Das Buch unterstreicht, dass die anfangs äußerst starke Beteiligung osteuropäischer Juden am Aufbau des Bolschewismus im wesentlichen auf die traumatischen Erlebnisse vieler von ihnen zurückzuführen ist, auf die Pogrome unter denen sie zu leiden hatten - in Kischinew waren, wie der Verfasser darlegt, 45 Juden erschlagen worden - und allgemein auf die Beschränkungen, unter denen sie, vor allem in Rußland, leben mußten. Diese Gründe sind durchaus verständlich, jedoch fragt sich der Leser, wie diese Aktivisten dann zum Zwecke der Vermeidung neuerlicher Pogrome die Ermordung von Millionen Menschen nicht nur als „collateral damages" billigend in Kauf nehmen, sondern solche Schreckenstaten ganz bewußt in ihr Programm einbauen und durchführen konnten. Fernziel solcher Verbrechen war die Einführung eines wirtschaftlichen Systems, das Salcia Landmann als „das dümmste ökonomische Konzept der Welt" bezeichnet hat; mit ihm sollten alle Übel der Welt gelöst werden Angesichts der vom Verfasser aufgezeigten starken jüdischen Präsenz in den wichtigen Gremien der bolschewistischen Bewegung von der Gründungszeit bis zu Stalins Richtungswechsel in den 30er Jahren muss man auch die Argumentation von sich weisen, dass die Verbrechen des Bolschewismus erst dem zunehmenden Einfluss Stalins zuzuschreiben sind. Die Ausführungen des Verfassers erwähnen keinen Versuch damaliger jüdischer Aktivisten, in irgendeiner Weise mäßigend auf die Politik der Bolschewisten einzuwirken, im Gegenteil: die messianischen Ideen, die sie offenbar als Restbestand ihres religiösen Hintergrunds in die Bewegung eingebracht hatten, lieferten ihnen die Rechtfertigung des von ihnen selbst ausgeübten Terrors. Als Hitler 1933 Konzentrationslager für seine politischen Gegner einrichtete, brandete ihm aus aller Welt wütender Hass entgegen, obwohl sich die Ansicht vertreten lässt, dass jedenfalls bis zum Beginn des 2. Weltkriegs die Zahl seiner politischen Opfer nur ein Tausendstel der in den ersten Jahren nach der Oktoberrevolution ermordeten russischen Menschen betrug; mit den Morden in der Sowjetunion hatte man sich damals offenbar schon abgefunden . Man kann daraus nur schließen, dass für die moralische Beurteilung von politischen Mordaktionen die Zahl der Opfer keine Rolle zu spielen scheint und dass nur die Art der Opfer und die Gründe für ihre Tötung von Bedeutung sind. Es ist immer wieder erstaunlich, in diesem Buch zu lesen, wie die Apostel einer bolschewistischen Weltordnung, ob sie nun Lukácz oder Bloch hießen, in Ihren jüngeren Jahren eine „neue Weltordnung... nur durch Gewalt" herbeifühen wollten (Lukácz) oder Deutschland 1918 als „eine einzige finstere Todesmaschine, in der der Satan haust" bezeichneten (Bloch), jedoch in späteren Jahren zu angesehenen Akademikern heranwuchsen, denen niemand aus solchen Äußerungen einen Vorwurf machen wollte. Auch der berühmte Lew Kopelew sagte später von seinem früheren Ziel, dem Weltkommunismus „... um seinetwillen kann man und muss man lügen, rauben, Hunderttausende, ja Millionen von Menschen vernichten ... die Begriffe Gut und Böse, Menschlichkeit und Unmenschlichkeit waren für uns hohle Abstraktionen". Beate Klarsfeld hat Ende der 60er Jahre den damaligen Bundeskanzler Kiesinger wegen dessen Mitgliedschaft in der SA-Reiterstaffel geohrfeigt... Die vom Autor geschilderten politischen Zustände in den 20er und 30er Jahren, die von sowjetischer Seite angezettelten Bürgerkriegsaktionen in den verschiedensten Teilen Europas, und die Akteure jener Epoche sind heute aus unserem geschichtlichen Gepäck verschwunden, obwohl sie für die Beurteilung der späteren Jahre von entscheidender Bedeutung sind. Das Buch von Johannes Rogalla von Bieberstein sollte uns helfen, unser historisches Verständnis der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts in ein besseres Gleichgewicht zu bringen.
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