Wenn man etwas über eine Kultur lernen will, ist ihre Küche einer der besten Wege, dies zu tun. Und so bietet dieses Buch durchaus mehr als die übliche Sammlung von Rezepten. Nicht nur das Führen eines koscheren Haushaltes wird hier erläutert. Es geht auch noch um den jüdischen Kalender mit seinen vielen, religiösen Feiertagen. Die Rezepte selbst sind dann diesen Tagen zugeordnet, wobei diese Festtage und deren Geschichte und Bedeutung eingehend beschrieben werden. Man merkt, dass das Essen ein wichtiger Teil dieser Feste ist, beim Essen treffen sich die Familien und all das sorgt dann für deren Zusammenhalt. Besser, sinnlicher kann man eigentlich kaum die jüdische Kultur erfahren.
Die Rezepte selbst sind gute, vor allem osteuropäische Hausmannskost. Schweinefleisch, Sahnesoßen und ähnliches sucht man natürlich vergebens. Viel wird gebacken, und süß darf es auch werden. Fleisch wird öfters mal mit Früchten kombiniert. Ein klein wenig Küchenpraxis hilft beim Kochen, denn das Grundwissen wird hier nicht noch einmal eingehend beschrieben. Die Portionen sind hier alle etwas größer geraten - wer schon einmal an jüdischen Familienfeiern teilgenommen hat, wird das gut verstehen.
Das Buch lebt auch von seinen Photos, wobei neben dem Essen auch noch Kultgegenstände, historische Bilder und andere Artefakte abgebildet sind. Und hat man sich einmal durchgelesen und durchgekocht, so darf man sich auch mal in eine Synagoge wagen.