H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens:
Jäger der Finsternis
gelesen von David Nathan
Inhalt:
Nach dem mit dem deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnetem Werk:
Der Cthulhu Mythos
und den weiteren Hörbüchern:
Der Schatten über Innsmouth
Das Ding auf der Schwelle & Ratten im Gemäuer
Der Flüsterer im Dunkeln
Der Schatten aus der Zeit
liegt nun das sechste Hörbuch aus der Reihe in der gewohnten und damit sehr guten Qualität vor.
Das Hauptthema der sechs Geschichten, die sich auf den 4 CDs befinden, kann man mit Neugier" bezeichnen. Allerdings eine schon krankhaft getriebene Neugier der Protagonisten in den einzelnen Geschichten, trotz des Wissens, wozu es letztlich führt.
Den Auftakt macht:
Die Musik des Erich Zann.
Ein junger Mann entdeckt die Faszination einer schauerlichen Musik voller Disharmonien, die von einem absonderlichen, alten Mann in der obersten Wohnung eines Hauses gespielt wird, in welchem der junge Mann lebt und rückblickend nicht in der Lage ist, die Straße und das Haus wieder aufzufinden.
Was ist mit dem verhangendem Fenster und dem Ausblick dahinter? Oder ist es ein Tor?
Ein Tor, welches der alte Mann verschlossen hält oder durch welches er Etwas Einlass gewährt?
In der Gruft
Ein etwas nachlässiger Bestatter wird in einer Gruft gefangen und versucht sich aus ihr zu befreien. Er ist nicht alleine, doch seine stummen Zeugen sind ja alle tot? Sind sie das bei Lovecraft wirklich? Die Neugier einer Figur zum Ende der Geschichte gibt darüber einen erschreckenden Aufschluss.
Das Bild im Haus
Als ein Mann durch ein drohendes Unwetter in einem scheinbar unbewohnten Haus Zuflucht sucht, findet er dort nicht nur ein seltsames Buch mit unheimlichen Holzschnitten. Als es zu tropfen" beginnt, ist es für den Mann zu spät.
Der Tempel
Eine Seefahrt, die ist lustig - nur nicht bei Lovecraft und erst recht nicht, wenn man im einen deutschen U-Boot sitzt, welches unkontrollierbar unter Wasser durchs Meer gleitet. Unkontrollierbar? Oder wird es von einer Macht gelenkt? Als der unerschütterliche, deutsche Kommandant am Zielort anlangt, macht er eine unglaubliche Entdeckung.
Jäger der Finsternis
In einer dunklen Kirche wird durch den neugierigen Protagonisten ein leuchtendes Trapezgebilde entdeckt. Getrieben durch seine Neugier findet er heraus, dass man ETWAS beschwören kann und Licht und sei es nur eine Kerze dieses ETWAS bannt. Neugier führt oftmals zu Wissen. Manchmal ist es besser, nichts zu wissen.
Träume im Hexenhaus
Eine schwere" Lovecraft -Geschichte!
Ein Student wohnt in einem ehemaligen Hexenhaus". Er beginnt zu träumen, zu träumen von tanzenden, geometrischen Figuren". Es eröffnen sich ihm Dimensionen, Abgründe, Albträume. Und wie oft bei Lovecraft: Der Protagonist verliert sich in ihnen.
(Nicht geeignet, um diese Geschichte mal nebenbei" zu hören)
Sprecher:
David Nathan liefert wie gewohnt eine souveräne Leistung ab, wobei ich ihn besonders stark in den Geschichten: Das Bild im Haus, Der Tempel und bei Jäger der Finsternis empfand.
Er wird zu Recht als einer der besten deutschen Sprecher bezeichnet. Ich verweise an dieser Stelle gerne auch noch einmal auf Der Flüsterer im Dunkeln", wo David Nathan zusammen mit Torsten Michaelis ein sprachliches und spieltechnisches Feuerwerk der Extra-Klasse abliefern.
Musik:
Im Gegensatz zu den bisherigen Hörbüchern des Klassenprimus der phantastischen Literatur" geht Lars-Peter Lueg hier einen neuen" Weg. Die geniale Musik von Andy Matern kommt viel verstärkter zu Einsatz, als bisher. Wunderbare - teils schwere - aber immer atmosphärisch dichte Musiken finden einen passenden Einsatz und werden damit zu einer beeindruckenden Einheit mit den Geschichten und David Nathan.
Fazit:
Das sechste Hörbuch aus der Lovcraft-Reihe". Und auch wenn es dem Leser meiner Besprechungen zu den Hörbüchern von LPL-Records langweilig" erscheint.
Ich muss und darf erneut die Note:
sehr gut!
vergeben.
Bei der Qualität dürfen es ruhig 60 werden!