Der erste Band dieser Triologie ("Der Dieb der Dämmerung") hat mich, bis auf wenige handwerkliche Fehler, begeistert. Was diesem aber hiermit folgt, kann eigentlich nur als schriftstellerische Entgleisung bezeichnet werden.
"Jäger des Feuers" schliesst sich nahtlos an die Ereignisse aus dem ersten Band an und führt die Geschichte der Sölder des Raben weiter. Der errungene Sieg entpuppt sich als fadenscheinig und statt dem Untergang der westlichen Welt droht nun das Ende allen Lebens durch die Vorherschaft der Drachen. Diese stammen aus anderen Dimensionen, zu denen der Zauber Dawnthief ein stetig wachsendes Tor geöffnet hat, dass von nur einer Drachensippe gegen zahllose andere verteidt werden kann. Es liegt am Raben einen Weg zu finden das Tor zu schliessen und gleichzeitig die Schlacht gegen die Wesmen zu führen, die immer noch mordend und brandschatzend durchs Land ziehen.
Mit den Drachen bringt James Barclay neue Gegenspieler wie Verbündete in die Geschichte ein, die in keiner Weise zum Ton des ersten Teils passen wollen. Noch schlimmer aber ist die seltsame Weltenlogik, die dabei entsponnen wird, von humanoiden Dienerrassen und Fusionstunneln, in denen die übergroßen Echsen heilen. Gleichzeitig gelingt es den 3 Magiern des Rabens auch die schwierigste Magie zu entschlüsseln und zu wirken, nebenbei die Moral einer Verteidigungsarmee allein durch ihnren Namen zu stärken und auch sonst verkommt die Söldnertruppe (die mittlerweile nur noch eine beliebige Abenteurergruppe ist) immer mehr zu einer Karikatur ihrer selbst. Selbst der Autor scheint sich bei der Erzählung so weit von den Charakteren zu entfernen, dass überhaupt keine Spannung aufkommen mang, von tiefgründigen Einblicken in die Innenwelt der Helden ganz zu schweigen. Der ganze Schreibstil verkommt zu einem "von oben betrachten", was sich langweilig über gut 750 Seiten dahin zieht.
Beim Lesen dachte ich erst, der Wechsel des Übersetzers muss die Schuld daran tragen, aber beide Romane sind von Jürgen Langowski ins Deutsche übertragen worden. Die Verantwortung für dieses Werk liegt also wohl beim Autor und ich bereuhe es ungemein, den dritten Band bereits erworben zu haben - ob ich (auch in Hinblick auf den Ausklang der Ereingnisse in diesem Band) jemals lesen werde, ist zweifelhaft.