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5.0 von 5 Sternen
Skandinavien-Doom der Extraklasse, 8. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Jäähyvästi (Audio CD)
"Saattue" heißt auf finnisch so viel wie "Prozession" und "Jäähyvästi" bedeutet "Abschied" '- womit Bandname und der Titel des Albums dessen musikalischen Inhalt bereits punktgenau beschreiben.
Hochmelodischer, mit viel Atmosphäre unterlegter Doom moderner, skandinavischer Prägung wälzt sich zum Teil mit der Langsamkeit eines Gletschers aus den Boxen.
Dabei bewegen sich die Finnen jedoch weitab von theatralischem Pathos (wie etwa bei Candlemass) eher in der musikalischen Welt von frühen Anathema und My Dying Bride. Deren deren graue, suizidale Tristesse weicht hier jedoch vor allem in den Melodiebögen einer sehr düsteren Romantik, ohne in Gothic-Kitsch abzurutschen.
In Saattue's ausladenden, majestätisch-epischen Kompositionen lassen sich auch die musikalischen Haupteinflüsse der Band ausmachen: Anklänge an Paradise Lost-artige Gesangsarrangements zu "Icon"-Zeiten vereinen sich mit einer gewissen Sentenced-Nähe, wobei rauhe Vocals sich mit tiefen Death-Growls abwechseln und ab und zu kongenial durch die weiblichen Gesangslinien von Gastsängerin Ines Lukkanen komplettiert werden, die fernab von opernhaftem Gejodel in angenehm zurückhaltenden, mittleren Tonlagen perfekt zu den dunklen Songs passen.
Der z.T. schleppende Doom verbindet die bereits weiter oben angeführten, musikalischen Referenzen mit Amorphis-Melodik der "Tales..."-Ära und ultra-schwerem Godgory-Riffing. Dabei verstehen es die Finnen äußerst gekonnt, die diesem Genre immanente Depression und Monotonie nicht in Langeweile ausufern zu lassen. Mit melancholischen Melodiebögen, klaren Gitarrenparts und zarten Leads werden Brecher wie z.B. das Titelstück aufgelockert, während das abschließende, die Zehn-Minuten-Grenze sprengende "Varjojen Saattue" mit seinen sehr atmosphärischen Teilen fast schon grazil wirkt.
Die hohe, durchdachte Musikalität des tonnenschweren Sujets wird bei Saattue mit vielen dunklen, harmonischen Gesangsmelodien verwoben, deren Texte allerdings durchweg in finnisch intoniert werden, was zwar dem Verständis abträglich, der Authentizität und Atmosphäre ihrer Musik jedoch sehr zuträglich ist.
"Jäähyvästi" ist ein ausgereiftes, fast perfektes Debüt, das zu den besten Erstveröffentlichungen im Dark/Slow/Doom-Bereich der letzten Jahre zählt und jedem Melancholisten uneingeschränkt empfohlen werden kann.
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