Romanbiographie Bohumil Modrys, des Tormanns der tschechoslowakischen Eishockeynationalmannschaft der dreißiger und vierziger Jahre. Der Star des Teams wird, ohne es zu wissen, in ein Netz von Intrige, Paranoia der Mächtigen und Haß verstrickt und zu 15 Jahren Haft verurteilt, die er zum Teil in den Uranminen des Erzgebirges, im Lager Jáchymov, verbringt. Durch die radioaktive Verstrahlung kontaminiert, stirbt er bald nach seiner vorzeitigen Entlassung mit gerade 47 Jahren.
Die Geschichte wird erzählt als zufälliges Zusammentreffen von Modrys Tochter, einer Tänzerin, und dem Kleinverleger Anselm Findeisen, der sie drängt, die Geschichte ihres Vaters aufzuschreiben. Ich bin mit dem Buch nicht glücklich: auf der Umschlagseite steht Roman. Ein Roman ist ein episches Kunstwerk, eine fiktionale Erzählung. Damit werden die vielen historischen Details entwertet; ich weiß nicht, ob sich das wirklich so zugetragen hat oder ob es sich um eine Erfindung des Autors Haslinger handelt. Der Kern des Buches ist die Ohnmacht des Individuums in einer totalitären Gesellschaft und die Kreaturen und Zustände, die ein solches Umfeld hervorbringt. Das hätte ein so bedeutender und hervorragender Autor wie Haslinger sowohl in einer Biographie, die der historischen Genauigkeit verpflichtet ist, oder Roman, in dem der Autor seiner Phantasie freien Lauf läßt, herausarbeiten können. Das Leben Bohumil Modrys hätte für beide Formen genügend Stoff geboten. Die vorliegende Mischform aber, die er ganz am Anfang und am Schluß auch noch poetisch machen wollte, ist aus meiner Sicht nicht geglückt.