Aus der Amazon.de-Redaktion
Ob als Meister aller Perkussionisten für die einen, eine Art Mentor und Urvater des Asian Under(und also Over-)ground für andere wie Talvin Singh oder Nithin Sawney, ist Trilok Gurtu in jedem Fall eine singuläre Erscheinung im internationalen Crossover-Geraschel; jemand, der immer seinen eigenen Weg gegangen ist, der geradeaus und gleichzeitig verschlungen sein konnte.
Izzat (Hindi für Respekt, Anerkennung), eine Zusammenstellung einiger Stücke aus den Alben der letzten ca. 25 Jahre in Remix-Versionen von u. a. Fun-Da-Mental, Rob Swift (X-Ecutioners), TJ Rehmi und dem Dum Dum Project und als solche durchaus als Tribut verstehbar, erzählt Gurtus Geschichte indirekt, als Geschichte seiner Einflüsse.
Mitte der Siebziger trug der in Indien geborene Trommler, Komponist und Sänger die musikalischen Traditionen seiner Heimat zunächst in die Band des Trompeters Don Cherry. Andere Großmeister des Jazz wie Jan Garbarek, Bill Evans und Joe Zawinul, aber auch die Gitarristen John McLaughlin, Pat Metheny und Larry Coryell holten Trilok in ihre Ensembles, der ab Mitte der Achtziger das Aufgesogene zu einer sehr jazzig virtuosen, aber immer auch menschlichen, verständlichen Weltmusik verlaufen ließ. Welchen Einfluss er damit seinerseits auf die Musik der Nachgewachsenen ausübte, wird durch die Arbeiten der Remixer auf Izzat deutlich: grundlegende.
Dass sich im Übrigen auf der zweiten CD die Originale der Remixe von CD Nummer eins befinden, ist dem Ganzen noch zuträglich -- und weckt vielleicht Interesse an Trilok Gurtus umfangreichem Backkatalog. Das Debüt Usfret von 1987, Glimpse zehn Jahre danach und das Live-Album Bad Habits Die Hard seien hier schon mal empfohlen. --Rolf Jäger