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Diese Veröffentlichung von Nimbus wird als die "Weltpremiere" der Aufnahme von Prokofjews vollständiger Musik für Eisensteins Film
Iwan der Schreckliche angekündigt. Und Musikliebhaber, die sich ernsthaft für Prokofjews Musik interessieren, sollten sich ganz sicher dieses Set mit zwei CDs (zum Preis von einer) nicht entgehen lassen. Sie werden hier mehr als 30 Minuten Musik finden, die bei anderen Aufnahmen von
Iwan fehlten und die normalerweise in dem Arrangement von Abram Stasevich aus dem Jahre 1962 zu hören ist. Stasevich, der die Aufnahme des Soundtracks für den Film 20 Jahre zuvor geleitet hatte, machte aus Prokofjews unvollendetem Werk ein Oratorium von zwanzig miteinander verbundenen Stücken, wobei er verschiedene Episoden wegließ, andere wiederholte und gelegentlich von der musikalischen Ordnung, die durch die Geschichte des Films vorgegeben wurde, abwich.
Es ist zwar durchaus lohnenswert, einmal die gesamte Musik, die Prokofjew für den Film geschrieben hat, zu hören, aber noch schöner wäre es, wenn man es in einer besseren Darbietung zu hören bekäme als bei dieser. Das Spiel des Tschaikowsky Symphony Orchestra ist ordentlich, ebenso die Solisten (Irina Chistjakova, Alt, und Dmitry Stephanovich, Bass) und der Chor (The Yurlov State Capella). Aber Vladimir Fedosejews lasche, laue Leitung vermittelt an keiner Stelle die Kühnheit und Majestät, die diese Musik erfordert. Unter der Leitung von Dirigenten wie Muti und Gergiev begleitet zum Beispiel die Musik das Gelage der Oprichniki in der Episode "The Tsar's Banquet" -- der Augenblick im Film, wenn Eisenstein plötzlich vom Schwarzweiß zu gespenstischem Technicolor überwechselt -- und explodiert mit der Gewalt und der Farbenfreude eines Feuerwerks am Nationalfeiertag, dem 4. Juli. Unter Fedosejews Leitung klingt diese gleiche Passage wie der Versuch, einen feucht gewordenen Knallkörper zu entzünden. --Stephen Wigler
Produktbeschreibungen
NIM 5662 (2 cd); NIMBUS - Inghilterra; Classica Orchestrale