Aus der Amazon.de-Redaktion
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Sie war eine der Ersten, die sich MySpace und überhaupt das Internet als Karriereplattform zu nutzen wussten. Und überhaupt war sie ganz vorn mit dabei als es darum ging, ein neues (britisches) Pop-Fräuleinwunder loszutreten. Doch was war der Dank? In Deutschland schaffte es Lily Allens wunderbar frisches Debütalbum "Smile" nicht einmal in Charts. Den Erfolg staubten vielmehr diverse Nachmacherinnen wie Kate Nash oder Katy Perry ab, die prompt hinterher eilten auf dem bereiteten Weg der frechen Rotzgören, die auch mal grinsend vom Vögeln singen.
Zwischenzeitlich musste man fast das Gefühl bekommen, Miss Allen sei darob derart erbost, dass sie beim abendlichen Ausgehen jedem eins auf die Nase gibt. Zumindest sorgte sie zuletzt nur noch mit ihrem Partyverhalten, nicht mit musikalischem für Aufmerksamkeit.
Doch nun folgt endlich Album Nummer 2 "It's Not Me, It's You" - und siehe da: Lily war nicht nur damals schneller als die anderen, sie ist auch heute noch eine ganze Klasse besser. Statt ihrerseits auf einen Trend aufzuspringen und womöglich in die Neo Soul-Ecke à la Duffy, Amy und Adele abzudriften, bleibt sie bei dem, was sie am besten kann. Fluffig-fröhlichen Pop mit schnodderig-amüsanten Texten gibt's also auch dieses Mal zu hören, inklusive zahlreicher Nennungen des Wörtchens "fuck".
Doch nicht zuletzt, weil ihre charmanten Melodien nun immer häufiger mit elektronischem Touch daherkommen (man stelle sich die All Saints zu ihren William Orbit-Zeiten vor, nur eben mit der Allen'schen Bodenständigkeit!), wirkt das Ganze fast noch origineller als beim ersten Versuch. Und mehr Spaß als die Konkurrenz macht Lily Allen auf jeden Fall.
Über die Künstlerin
Pop Sensation. Stimme ihrer Generation. Fashion Designer. Politische Aktivistin. X-rated Sexpert. Queen of MySpace. Exhibitionistin. Primadonna. Style Ikone. Betrunken und abgestürzt. Celebrity Girlfriend. Celebrity Tochter. Celebrity Schwester. Paparazzi Beute. Partystarter. Prinzessin.
Das alles und noch viel mehr wurde Lily Allen schon genannt manchmal mit Grund, sehr oft ohne. Sie ist vornehm, sie ist gewöhnlich, sie ist sexy, sie ist prüde, sie ist zurückhaltend, sie ist vorlaut, sie ist sensibel, sie ist schamlos, sie ist verliebt, sie ist zutiefst unglücklich - und das alles manchmal an einem Abend.
Widersprüchlich, entgegengesetzt, gelegentlich kratzbürstig Lily Allen, gerade einmal 23 Jahre alt, ist einer der schillernsten und einnehmendsten Popstars Großbritannien und einer der erfolgreichsten dazu.
Lily Allens zweites Album, von Greg Kurstin und ihr geschrieben und aufgenommen, erblickte in einem kleinen Mietshaus in den Cotwolds im Herbst 2007 das Licht der Welt.Textlich wird Its Not Me, Its You durch eine Mischung geprägt aus einer Fortsetzung der Tiefe ihres Debüt-Albums Alright, Still und dem großen Schritt in Stiletto-Heels weit nach vorne.
Its Not Me, Its You ist vielleicht das einzige Album 2009, das Rassismus (Fuck You); Altersdiskriminierung (22); die dunkle Seite von Ruhm, Celebrity und Konsum Kultur (The Fear); Drogenabhängigkeit (Everyones At It); den 11. September (Him); TV Dinner (Chinese); vorzeitige Ejakulation (Not Fair); den dauerhaften Schwachsinn von Männern (Never Gonna Happen), ebenso wie die fragile Schönheit einer beginnenden Romance (Whod Have Known) thematisiert.