Jerry "The King" Lawler... Wenn einer das Gimmick des "King of Wrestling" am besten verkörperte, dann er. Ich muß anfangs erwähnen, daß ich nie ein großer Fan von Lawler war, sei es als Wrestler oder als Kommentator. Ich entschloß mich aber dennoch, seine Biographie zu lesen, da Lawler zweifellos zu den Legenden im Ring gezählt werden kann. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Sein Buch ist auf alle Fälle mit den Foleybüchern, Dynamite Kid's Buch oder aber auch Piper's Buch in einem Atemzug zu nennen. Vom Infogehalt ist es top, Lawler versucht wirklich alle Abschnitte seines (Wrestler-)lebens sehr detailgetreu zu beleuchten.
Und eines wird einem beim Lesen sehr bald klar: Frauen nahmen und nehmen in Jerry Lawler's Leben eine ganz wichtige Stellung ein. Und wie sich erweisen soll, sind die Damen seine Achillesferse, doch dazu später mehr. Der Südstaatenjunge aus Memphis, Tennessee kam durch eine Reihe von Zufällen zum Wrestling. Er versuchte sich zuerst als DJ beim städtischen Rundfunk und hatte die Möglichkeit seine "Idole" (unter anderem der legendäre Jackie Fargo) zu interviewen. Lawler's Stärke war auch im künstlerischem Bereich zu finden, Jerry hat im Bereich der Karikaturen eine absolute Meisterhand.
Er "belieferte" die damalige CWA (Continental Wrestling Association) mit allerhand Bildern, die sogar den Weg ins Fernsehen gefunden haben. Vor allem seine Hartnäckigkeit zeichnete Lawler aus, er brachte sich ins Gespräch, bis schließlich der versierte Südstaatenpromoter Nick Gulas dem jungen Krieger eine Chance gab. Nach langer Durststrecke und vielen gescheiterten Beziehungen schaffte es Lawler zum Durchbruch. Der "Womanizer" (so sieht er eigentlich gar nicht aus) arbeitete sich in verschiedenen Südstaatenterritorien hinauf, brachte es sogar zum Eigentümer der CWA, die, gemeinsam mit Jerry Jarrett später zur USWA (United States Wrestling Association) umgebildet wurde. So ein Talent macht natürlich die Runde, und er schafft es schließlich bis in die WWF/WWE, wo er noch heute als Kommentator fungiert. Auch er machte die schweren "hire and fire" Zeiten durch, da dies in den USA ja zur Selbstverständlichkeit gehört.
Auch bei der WWF/WWE wurde er entlassen, weil angeblich seine 3. Frau Stacy Probleme bereitete. Wie schon erwähnt, Frauen sind Lawler's Achillessehne und so erfährt der geneigte Leser, wie er gerade bei ihr draufzahlt. Der Begriff "Liebe ist die älteste Lüge der Welt" bekommt hier neuen Auftrieb. Ein weiteres Problem ist, das Lawler's Liebschaften immer immens jünger sind als er. Ein weiteres Problem ist Lawler's gute finanzielle Lage. Vor allem seine letzte Herzensdame wollte nach der Freiheit noch ein wenig in die Tasche greifen.
In diesem Teil des Buches leidet man mit dem King gehörig mit, man denkt sich, hey alles erreicht, aber die Damen der Schöpfung machen Dir aber einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Trotz all der privaten, zum Teil sehr herben Niederlagen (Trennung von Stacy), hat Lawler nie seine Ziele aus den Augen verloren. Vor allem im Wrestling hat der gute Mann sich einen mehr als bekannten Namen gemacht (Fakt ist, daß er in Memphis neben dem unvergesslichen Elvis Presley als Ikone zählt)
Wie gesagt, wer Lawler kennt, mag unterschiedlich über seine Interpretation des Wrestling diskutieren. Mein "Fall" war er im Ring auch nie und als Kommentator der WWF/WWE kam er mit oft lästig rüber.
Nichtsdestotrotz sollen meine persönlichen Ansichten über ihn nicht den Gesamteindruck dieses genialen Buches mindern. Es ist eigenlich nie ein Leerlauf zu finden, immer ist was los, zT überschlagen sich die Ereignisse.
Meiner Meinung nach ein Fixstern am Biographienhimmel der Catcher und Konsorten. Fazit: absolute Kaufempfehlung!!