Es soll noch Sachen geben, die einen echt aus den Socken hauen. So durchstreifte ich schon etliche musiklaische Territorien, auf der Suche nach neuen Extremen. Eines Tages sollte ich fündig werden: auf Youtube wurde das Video zu "Tastes Like Kevin Bacon" veröffentlicht, welches irgendwo zwischen selten dämlich und kongenial umherpendelt. Gleich im Voraus: Wer das Video + den Song schlecht findet, sollte besser einen großen Bogen um dieses Album machen. Alle anderen sollten weiterlesen und können diesen Artikel schon einmal in den Warenkorb legen.
Was hier fabriziert wird, ist keine musikalische Offenbarung (was wollen denn alle mit dem Mathcore Vergleich? Nur weil es hin und wieder mal lustig quietscht bei en Gitarren? Und ja, bin selbst Gitarrist.), aber dennoch fernab jeglicher Genres. Hier hört man mal "klassischen" Deathcore, dann mal ein Country Part, dann mal wieder etwas modernerer Metal mit leichtem Hauch von Death Metal und poppigeren Parts. Dazu gesellen sich Synths, die von Plastikpop bis Epik alles abdecken. Das besondere an der Sache: Es findet in jedem Song statt (bis auf Black Eyed Bush, die einzige richtige Atempause auf dem Album). Was hier innerhalb eines Songs an Ideen verbraten werden, grenzt fast an Genialität. Schon der Opener You Ain't No Family macht das klar, hier gibt es massive Breaks und einen Country-Part mit Pferdegewieher. Darf man das? Oder gilt wie auf den Shirts: "Metal just got gay"?
Das wichtigste an der Sache ist jedoch: Man findet sich in diesem vermeintlichen Chaos doch sehr schnell zurecht und hat einige süchtig machende Songs, die man immer wieder gerne anhört. Ein weiterer wichtiger Standpunkt ist, dass die Songs auch ohne die beinahe grenzdebilen Videos funktionieren.
Hiermit will ich schon verdächtig früh mit der Review abschließen, da der Inhalt dieses Albums sehr schwierig zu beschreiben ist. Am besten macht sich jeder über genannte Songs oben ein Bild, und genießt dazu die sehr schrägen und gut ausgearbeiteten Videos (insbesondere See You In Shell ist ein Leckerbissen).
Ein Vergleich? Schwer! Hört doch vielleicht mal in Psychofagist rein, die sind aber bei weitem keine so spaßige Band wie iwrestledabearonce.
Ein nicht unbedingt originelles, aber in höchstem Maße sehr gut umgesetztes Album liefern die Wrestler hier ab, ich bin gespannt, ob sie es mit dem 2011er Werk toppen können.