Aus der Amazon.de Redaktion
Mit seinem großartigen, auf dem Filmfestival von Cannes ausgezeichneten Das Fest gehörte Thomas Vinterberg 1998 zu den wichtigsten Vertretern der dänischen Dogma-Bewegung, die durch die selbst auferlegten Beschränkungen im Herstellungsprozess der erstarrten Filmproduktion neues Leben einhauchen wollte. Es ist nicht ganz ohne Ironie, dass sich Vinterbergs neuester Film, der 2003 entstandene It's all about Love, wie eine Gegenposition zu dem Manifest ausnimmt -- mit virtuosem Ergebnis.
Die Geschichte spielt im Jahr 2021. Unter dem stahlblauen Himmel hat sich die Erde in einen gigantischen Friedhof verwandelt. An den Bordsteinen liegen Kinderleichen, leblose Körper zucken im Rhythmus der Rolltreppen. Vereinsamte Menschen brechen mitten auf der Straße zusammen, sie sterben wortwörtlich an gebrochenem Herzen. Inmitten dieser gespenstischen Szenerie siedelt Vinterberg eine Liebesgeschichte an. John (Joaquin Phoenix) ist auf dem Weg nach New York. Er will dort etwas zu Ende führen, was schon lange abgeschlossen scheint. Seine Ehe zur weltberühmten Eiskunstläuferin Elena (Claire Danes) ist nur noch eine Farce. Die beiden leben bereits seit langem getrennt, es müssen nur noch die notwendigen Papiere unterzeichnet werden. Als er in der großen Stadt ankommt, will sie ihn ein letztes Mal sehen. Abgeschottet und kontrolliert von einer Horde Managern, Trainern und Agenten, ist John mit einem Mal ergriffen von der fragilen Hilflosigkeit Elenas und entdeckt erneut seine Gefühle zu ihr.
Was zunächst an eine märchenhafte Romanze gemahnt, wird zusehends zum Thriller. Vinterbergs Inszenierungsstil unterstreicht die Künstlichkeit seiner Prämisse. Der Film schwelgt in berückenden Farben, setzt ganz stark auf seine Ausstattung (verantwortlich war Peter Greenaways Produktionsdesigner), jede Einstellung ist sorgfältig durchgestylt. Das im Film gezeigte New York wurde in Schweden nachgebaut und das Casting zweier Hollywood-Stars unterstreicht die Bemühungen Vinterbergs, sich so weit als möglich von seinem Erstlingsfilm wegzubewegen.
Das Ergebnis kann man nur teilweise als gelungen bezeichnen. Was zunächst eine eigentümliche Magie entfaltet, zerfasert zusehends. Ein heiliger Ernst begleitet den Film, der sich das Spielerische im Umgang mit dem Stoff vollkommen versagt. Nicht zuletzt verstören die banalen, bisweilen plumpen Abschweifungen ins Philosophische. Dennoch ist It's all about Love alles andere als ein schlechter Film. Wenn man der Entfaltung filmischer Magie zusehen darf, nur um kurz darauf der Zerstörung selbiger beiwohnen zu müssen, kann man allerdings schon ein wenig melancholisch werden. --Thomas Reuthebuch
Kurzbeschreibung
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Eine bravouröse Disc mit extrem guten Farb- und Kontrastwerten und fabelhaftem Sound. Es sind der deutsche und der Originaltrailer enthalten und die Interviews zeugen von echter künstlerischer Hingabe der Beteiligten an das Projekt."Love" ist in vielerlei Hinsicht herausragend: Die Story mit ihren philosophischen Lyrizismen, die Photographie mit ihrer lichtmalerischen Poesie und die Darstellung. Trotz seiner phantastischen Qualitäten erreicht der Film ein hohes Maß an Realismus und ergreift so sein Publikum.Absolut sehenswert.MO
Bild: Das Bild ist stabil und tiefenscharf. Die besonders ausgeklügelte Ausleuchtung des Filmes wird bestens durch die Disc refelktiert, da der Kontrast für jede einzelne Szene tariert zu sein scheint. Schwenks über detailintensive Motive leiden weder unter Schärfeverlust, noch unter anmdren Artefakten (00.24.50, Schwenk über Wald). Bei exzellenter Farbzeichnung eine sehr hochwertige Abtastung.
Ton: Auch akustisch liegen nur Höchstwerte vor. Das Klangbild ist ausgefeilt und von ausgeprägtem Raumgefühlgeprägt. Die sphärische Musik ist extrem durchsichtig angelegt und die Stimmen sind auch in der deutschen Fassung feinsinnig in den Gesamtsound eingewoben (wenn auch die Sprecherin von Claire Danes ihre Rolle viel zu pathetisch absolviert. Die Ambienz ist wunderbar stimmungsvoll(Regen, 00.38.31). --movieman.de
VideoMarkt
Video.de
Blickpunkt: Film
In der Welt des Jahres 2021, die Vinterberg und Koautor Mogens Rukov hier entwerfen, ist die emotionale Eiszeit gegenständlich geworden. Es schneit im Sommer, von Herzproblemen getötete, von Passanten ignorierte Menschen säumen die Straßen, in Uganda schwebt das Volk über dem Boden, weil die Schwerkraft ihren Dienst verweigert und irgendwo über den Wolken schreibt Sean Penn als Airline-Philosoph über den Zustand der Welt und diagnostiziert mit dem Titel des Films auch gleich die Ursache. Etwas aufdringlich symbolisch sind diese Sequenzen geraten, auch wenn der Appell an die Humanität offene Türen einrennt. Die Eis-Metapher zieht sich durch den ganzen Film - auch in der polnischen Hauptfigur Elena (Claire Danes), die als Star-Eisläuferin in New York lebt und mit ihren Shows einer großen Entourage den Unterhalt finanziert. Die Eisprinzessin ist ausgebrannt durch die kommerzielle Ausrichtung ihres Lebens, bis Ehemann John (Joaquin Phoenix), von dem sie getrennt lebt, eintrifft, um die Scheidungspapiere unterzeichnen zu lassen. Während das Paar sich wieder näher kommt, erlebt John das Umfeld seiner Frau feindlich verändert. Elena fühlt sich bedroht, hat unheimliche Begegnungen vor ihrem Hotelzimmer, wird mit Spiegelbildern ihrer selbst konfrontiert, als würden David Lynch, Roman Polanski und Alfred Hitchcock ihre Biografie fortschreiben.
Wie diese gruseligen Sequenzen schließlich aufgelöst werden, nachdem das Paar in ein kafkaeskes Hotel fliehen und seine Liebe wiederentdecken konnte, wird wohl die Akzeptanzbereitschaft manchen Zuschauers auf die Probe stellen. Den Erklärungsbedarf deckt das Drehbuch nicht befriedigend, sondern verliert sich in einem Finale, das Vinterbergs Traumfilm von einer Reminiszenz an Jack London beenden lässt. Was dem Dänen hier mit einem Budget von nur zehn Millionen Dollar gelungen ist, überzeugt optisch, atmosphärisch, musikalisch (Zbigniew Preisner) und, vor allem dank Joaquin Phoenix, auch darstellerisch. Aber es hinterlässt mit der emotionalen Lehre auch Leere, weil der Magnetismus der Lynch-Träume, die vergleichbar rätselhaft, aber nie aufklärerisch sind, nicht reproduziert werden kann. kob.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Produktbeschreibungen
Was ihrer Umgebung aus finanziellen Gründen gar nicht recht ist. Elena fühlt sich bedroht - plötzlich tauchen Doppelgänger von ihr auf, sie wird beschattet und die Angst wird immer realer. Als John Elena so verletzlich sieht, so ganz anders als die unterkühlte Eisprinzessin, die er kannte, wird ihm klar, dass noch nicht alle Gefühle für sie vorbei sind. Um sie zu retten, flieht er mit ihr aus der Stadt. Und erkennt bald, dass all das -seine Liebe, die toten Menschen, das Wetter und die Schwerkraft - miteinander zusammen hängen. Auf eine Art und Weise, die sowohl philosophisch, als auch unvorstellbar