Das Buch führt den interessierten Leser über die alten Reisewege Mittelitaliens anhand ausgewählter Reisebeschreibungen früherer Reisender. Nicht nur Goethe hatte seine italienische Reise absolviert, das Land der Sehnsucht und Antike war seit vielen Generationen Bestandteil der "Grand Tour", die jeder Sohn aus besserem Hause (und später auch so manche Tochter) als Teil seiner (ihrer) Bildung zu machen hatte. Viele der frühen Italienreisenden haben uns schriftliche Zeugnisse hinterlassen, von nüchternen Schilderungen bis zu poetisch-fiktiven Eindrücken einer idealisierten Landschaft.
Brilli hat versucht, anhand ausgewählter Reiseberichte die beliebtesten Routen der vergangenen Reisenden dem heutigen Leser nahe zu bringen, was jedoch meines Erachtens nur teilweise gelingt. Ein wenig sprunghaft muten die stilistisch so unterschiedlichen Schilderungen verschiedener Reisender an, ich konnte nicht immer folgen, nach welchem Kriterium die Auswahl der Reiseberichte erfolgte, sicher nicht nur geografisch.
So fehlte mir zur wirklich unterhaltsamen Lektüre ein wenig der rote Faden und die Einheitlichkeit der Motivation. Manche Kapitel sind durchaus spannend und sehr interessant, doch dann fast ein wenig zu kurz, andere wirkten auf mich beinah phragmentarisch, so dass der Lesegenuss stets ein wenig getrübt war. Dennoch eine gute und lesenswerte Reiselektüre für Toskana-Fans!
Schön eingeflochten sind die vielen Illustrationen aus vergangenen Zeiten, wie Stiche, Radierungen und Zeichnungen, auch alte Stadtansichten usw.