Fashion Sale Hier klicken calendarGirl Prime Photos Sony Learn More fissler Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,9 von 5 Sternen8
4,9 von 5 Sternen
5 Sterne
7
4 Sterne
1
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 500 REZENSENTam 20. August 2014
Tim Parks fährt Zug: von Verona nach Mailand, von Mailand nach Florenz, von Mailand über Rom nach Palermo, von Crotone über Taranto nach Lecce in Apulien, von Lecce nach Otranto. Dabei trifft er Menschen der unterschiedlichsten Art und macht sich so seine Gedanken.
Im Buch es geht um das Italien und die Italiener, um ihre Schwächen, ihre Stärken und um ihre Sehnsüchte.
Der Autor berichtet nicht nur über undurchschaubare Fahrpläne, pedantisches Personal und seine Mitreisenden, sondern informiert zugleich über Entwicklungen im Eisenbahnwesen, über Orte und Landschaften sowie viel Historisches und Politisches. Er belauscht das unermessliche Telefonieren, blickt auf Landschaften, trifft auf die unterschiedlichsten Typen und sinniert über Politik, Bürokratie, Philosophie und Geschichte Italiens, immer angelehnt an das Thema Eisenbahn.
Er zeichnet ein treffendes und pointiertes Bild der italienischen Landschaften, prachtvollen Metropolen und vergammelten Vorstädte und natürlich ein Bild des Alltagslebens der Italiener, so wie es die meisten Pauschaltouristen, die Italien auf Pizza, Pasta und Prosecco reduzieren, fast nie erleben werden.
All das fügt sich zu einem vielfältige Charakterbild der italienischen Diskrepanzen zwischen Sein und Schein, zwischen Reden und Handeln, zwischen Realität und Ideal, zwischen Geben und Nehmen. Tim Parks zeigt die Abgründe, die zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor klaffen, psychologisch und ökonomisch.“ (S. 76)
Lebendig und voller köstlicher Details beleuchtet er das Paradoxon, das für die zeitgenössische italienische Lebensweise so typisch ist: „Ich benehme mich gut, und deshalb muss ich leiden, Ich bin ein Märtyrer. Mi sto sacrificandeo. (S. 25) oder „Uns geht es gleichzeitig gut und gar nicht gut.“ (S. 162)
Lassen Sie sich entführen in das wirkliche Italien. Unbedingt lesenswert, auch wegen der besonderen Mischung aus Sachbuch und den bunten Geschichten des italienischen Lebens.
0Kommentar|9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Januar 2015
„Es ist kein Buch über Italien vom Zugfenster aus betrachtet. Kein Reisebericht. Und auch kein Buch über Züge als solche.“ – „Was denn dann?“
Tim Parks, der seit Jahrzehnten in Italien lebt und arbeitet (und Bahn fährt), geht der Frage nach, wie seine Wahlheimat tickt, jenseits von Klischees. Das ist manchmal eine Gratwanderung, denn die Antwort entspricht manchmal genau dem, was wir schon immer gewusst haben. Wenn man die Vorurteile hinter sich lässt, ist keineswegs alles ganz anders als erwartet. Aber manches eben doch, und das Interessante sind die Einzelheiten.
Parks schreibt mit einem Sinn für die Aussagekraft von Details. Als Leser begegnet man zahllosen Mitreisenden und Bahnangestellten, Geschäftsleuten und Immigranten, Schaffnern und Fahrkartenverkäufern, schwitzenden Leibern und lebenden Toten. Man erfährt so einiges über die Geschichte der italienischen Eisenbahn, die Architektur der Bahnhöfe, den Kauf von Fahrkarten. Anders als in einem Reiseführer, in dem man ja auch Informationen über Geschichte, Architektur und Fahrkarten bekommt, dreht sich alles um den Versuch, das moderne Italien zu begreifen und dem Leser begreiflich zu machen. Das hat nichts von einem Reiseführer, viel von einem Essay; einem sehr ausgedehnten Essay.
Für die Lektüre dürfte ein gewisses Interesse an Italien Voraussetzung sein. Wer das Land nicht liebt, gehört eher nicht zur Zielgruppe. Ebenfalls hilfreich sind eigene Erfahrungen mit dem Bahnfahren in Italien. Selbstverständlich kann man das Buch auch lesen, wenn man nie eine Stazione FS von innen gesehen hat, aber ein paar einschlägige Assoziationen lassen einen die langen Strecken besser durchhalten; und Längen hat das Buch. Parks schreibt amüsant und anregend, er hat einen subjektiven, wachen Blick für die Abgründe des Alltags, aber als mitreißend würde ich das Buch nicht bezeichnen. Gut, muss es auch nicht sein, ist schließlich kein Thriller. Alles in allem lohnt es sich, zu Ende zu lesen. Das Buch hält, was es verspricht. Es ermöglicht einem, zumindest in Ansätzen zu verstehen, was einem als Inglese oder Tedesco bisweilen unbegreiflich vorkommen kann: „die italienische Art, die Dinge zu handhaben.“
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 100 REZENSENTam 3. August 2014
Es ist kein Buch nur für Bahnvielfahrer,die wissen wollen, ob ihre schönen, lustigen und manchmal auch unangenehmen Erfahrungen mit der Deutschen Bahn auch in anderen Ländern wie Italien passieren. Der Autor beleuchtet nämlich etwa auch die Geschichte der italienischen Bahn, zeigt, wie diese Teil des dortigen Staatsapparates ist, und erzählt in netten Episoden auch von den Menschen, die er bei seinen Bahnreisen trifft, ihrer Mentalität und ihren Eigenheiten. So dass es eigentlich schon fast eine Sozialstudie ist, und weniger ein Verbraucherschutzbuch.

Dass Italien ein so gut ausgebautes Schienennetz hat, hängt z.B. eng mit der italienischen Geschichte zusammen. Denn bei der Vereinigung der vielen kleinen Stadtstaaten zu einem gemeinsamen Italien und dem notwendigen Zusammenwachsen, sollte die Bahn eine Vorreiterrolle spielen. Der rasche Ausbau des Schienennetzes war also eine politische Entscheidung, und keine wirtschaftliche. Und die politische Sonderstellung, eine Art Staat im Staate zu sein, hat die italienische Bahn noch heute. Das zeigt sich etwa schon daran, dass ein Schaffner bei Streitigkeiten nicht etwa nur die Polizei herbei rufen kann, sondern selbst Polizei ist, also Leute im Zug notfalls verhaften kann.

Im Buch geht es auch viel um das Land Italien, seinen Schwächen, seinen Stärken und seiner Sehnsucht nach Prestige. Natürlich geht es auch um die oft beklagte italienische Ineffektitivität. So fragt sich der Autor etwa, warum es einen Schalter nur für Beratung, und einen nur für den Kartenkauf gibt. Oder warum etwa das Tarifsystem oft so undurchschaubar ist, dass man zwangsläufig zum Schwarzfahrer wird. Aber der Autor zeigt auf der anderen Seite eben auch, dass etwa der "Roter Pfleil" getaufte Hochgeschwindigkeitszug absolut mit dem deutschen ICE oder dem französischen TGV mithalten kann, und Italien sehr bestrebt ist, nicht als rückständiges Land zu gelten.

Am besten waren für mich die Episoden, die Parks mit den Menschen in den Zügen erlebt hat, weil sie viel von die italienische Mentalität wiedergeben. Etwa wenn er sich über die Erzählfreude mancher Italiener wundert, die sich direkt neben ihn setzen, obwohl der halbe Zug leer ist, und dann ganz selbstverständlich ein Gespräch anfangen. Oder dass die Italiener oft weite Pendlerstrecken jeden Tag in Kauf nehmen, nur damit sie nicht von zu Hause ausziehen müssen.

Fazit: Ein schönes Buch, weil es nicht nur um die Bahn geht, sondern auch um das Land an sich, seinen Menschen und deren Mentalität.
0Kommentar|11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Mai 2016
Parks begibt sich mit diesem Buch in die Tradition schreibender Eisenbahnreisender – und schneidet dabei, etwa im Vergleich mit Paul Theroux, sehr gut ab. Wie die schöne Wortspielerei des deutschen Buchtitels schon sagt, geht es hier ausschließlich um Italien, die Wahlheimat des Autors seit Anfang der Achtziger. Parks versucht, sich der italienischen Seele in den Bahnwaggons zu nähern und das Werk weiß meist dann zu begeistern, wenn es in den Zügen zu Begegnungen und teils skurrilen Dialogen kommt. Jeder der Italien kennt, liebt, und vielleicht auch manchmal hasst, wird sich hier definitiv wiederfinden

Der Autor ist nicht nur um Lokalkolorit und die Schilderung seiner ganz persönlichen Rolle auf der Appenninenhalbinsel bemüht, sondern versucht auch, politische und gesellschaftliche Eigenarten Italiens mit der Geschichte des Eisenbahnbaus in Einklang zu bringen. Das fällt bei der einen oder anderen Tarifdiskussion dann manchmal etwas zäh aus, insgesamt finden sich auf den gut 330 Seiten aber viele interessante Informationen. Gut gefallen hat mir, dass Parks die Aufteilung der Gesellschaft in einen kleinen reichen und einen großen ärmeren Teil am Bahnsystem aufzeigt: Hier die teuren, sauberen und reservierungspflichtigen Hochgeschwindigkeitszüge, und auf der anderen Seite die dreckigen, überfüllten und langsamen Regionalzüge.

Besonders verführerisch fand ich die Beschreibungen des äußersten Süden des Landes, Kalabrien und Apulien. Obwohl fast jedes Jahr in Italien, war ich dort noch nie. So wie Parks die alten, noch nicht übermäßig aufgemotzten Altstädte von Lecce oder Crotone beschreibt, muss sich das unbedingt ändern. Nicht aufgemotzt und sehr klar ist übrigens auch die Sprache des Autors, und ohne das englische Original zu kennen, scheinen mir Übersetzerin und Lektoren hier sehr gute Arbeit geleistet zu haben. Also, auf nach Italien, sei uns nun real oder mit Tim Parks schönem kleinen Bahnreiseroman.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Oktober 2014
Wer häufig auf zügigen Bahnhöfen steht, vor unverständlichen Fahrkartenautomaten verzweifelt, aber dennoch nie auf das Zugfahren verzichten würde, der wird dieses Buch lieben. Es gehört eine bestimmte Mentalität dazu, die vielen Widrigkeiten, die Tim Parker während seiner zahlreichen Bahnfahrten begegnen, intensiv wahrzunehmen und dennoch nicht daran zu verzweifeln oder gar auf das Auto umzusteigen. Tim Parker beobachtet genau und es gelingt ihm nebenbei, einen tiefen Einblick in die Mentalität der Italiener zu schaffen. Deren Grundentspanntheit trotz oder gerade wegen des bekannten wirtschaftlichen Chaos, die man sich mitunter auch in Deutschland wünscht. Wer viel Zug fährt, der weiß aber auch, dass sich die Begegnungen auf engstem Raum herrlich für soziologische Studien eignen. Auch hier gelingt es Parker auf angenehme Weise, die vielen Unzulänglichkeiten seiner Mitfahrer aufzufangen. Wer kennt sie nicht, die Distanzlosen, die ihre privatesten Erlebnisse ins Handy brüllen oder diejenigen, die das gesamte Abteil verpesten, weil sie eben noch das chinesische Fast-Food in sich reinschaufeln müssen. Ich warte auf ein ähnliches Buch über die Deutsche Bahn. Würde ich nicht so häufig auf meinen Fahrten von Mitreisenden gestört werden, die z.B. erst nach Aufforderung im völlig überfüllten Zug den Sitzplatz neben sich freigeben, könnte ich es selber schreiben.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Juli 2015
Das Buch lässt sich nicht leicht einordnen. Es ist kein Reisebericht à la Bill Bryson - obwohl man auf humorvolle Art einiges über Italien erfährt.

Es ist auch keine Abhandlung über das Zugwesen in Italien - obwohl Tim Parks den Leser auch darüber unterhaltsam informiert.

Die historische Entwicklung der Eisenbahn ist nur der Aufhänger und rote Faden, der sich durch dieses herrliche Buch zieht und ihm Struktur gibt.

Angereichert wird diese Reise mit pointierten Beobachtungen. Das Buch ist dennoch mehr als eine Sammlung von Essays - sondern entfaltet einen Fluss und Rhythmus, der sehr gut zum Thema passt.

Das Buch ist nicht nur für eine Zugfahrt zu empfehlen - ich habe aber beim Lesen Lust bekommen, die im Buch beschriebenen Routen selber abzufahren.

Absolut zu empfehlen und auch für Leute, die mit Zügen nichts anfangen können, keinesfalls langweilig.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. August 2014
Für Alle, die Italien lieben und versuchen zu verstehen, ein Muss. Ohne wenn und aber in vollen Zügen zu geniessen.
0Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Juli 2015
Mit diesem Buch setzt Tim Parks ein Abbild der italienischen Verhältnisse am Beispiel der Bahn. Vieles ist allgemein anwendbar, manches gilt nur für die Beamtenseite, auch die italienische Post tickt ähnlich.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden