Das Vorwort von Melissa Biggs Bradley, amerikanische Reiseredakteurin und Reisebürobesitzerin, die Autorin, Meg Nolan, Redakteurin und seit einigen Jahren bekennende Italien-Verliebte und der Fotograf, David Cicconi, Amerikaner mit italienischen Wurzeln. Das Buch: ein von und für Amerikaner gemachtes Bilderbuch mit Texten im amerikanischen Stil gehalten. Kostproben? ..."La Posta Vecchia", Hotel zur Post, so die wörtliche Übersetzung" - die aber eigentlich "Hotel zur alten Post" lautet; "...mit einem Ping-Pong-Tisch, einem Tischfußball und mehreren TV-Schirmen ausgestattet, eignet sich die Villa ausgezeichnet für Familien". Überhaupt sollte man ein wenig Englisch bei Lesen der deutschen Übersetzung im Hinterkopf haben, wenn man von "...einer splendiden Einsamkeit.." oder einem "... Infinity Pool" und anderem liest.
31 Hotels, Villen und Landhäuser der 4- und 5-Sterne-Kategorie auf dem Festland-Italien, vom vier-Betten-Romantik-Häuschen bis hin zu ansehnlichen großen Refugien, werden aber doch ganz gut lesbar beschrieben, wenn man von manch amerikanisch-übertriebenen Überschwänglichkeit mal absieht. Viele der vorgestellten Hotels befinden sich jedoch nicht in italienischen Besitz, sondern gehören vermögenden Amerikanern, Südafrikanern (der seinen Park auch mit Statuen aus Zimbabwe verziert), Iren oder Engländern. Was sich dann manchmal im internationalen Stil der Einrichtungen widerspiegelt und erwartetes italienisches Flair in den Hintergrund treten lässt. Sicherlich mag Meg Nolan die Häuser aus der Sicht der Amerikaner gewählt haben, die ja nicht unbedingt mit dem Geschmack eines Mitteleuropäers übereinstimmen müssen.
Fotograf Cicconi bringt durchwegs stimmungsvolle Fotos mit zahlreichen Details. Aber einmal heißt es im Text zu einem Bild eines Terrassenausschnitt mit leeren, wenig einladenden Tischen, dass hier das Frühstück serviert werde, einmal zeigt ein Foto mit Text "...das Frühstücksbuffet besteht aus frischen Produkten der Region..." ein kahles, leer gegessenes Frühstückbuffet und ein anderes Bild von einer Hotel-Terrasse über einem bewegten Meer, auf der zugeklappte Sonnenschirme und abgeräumte Tischen stehen, soll für das "...Dinieren unter freien Himmel..." animieren. Ein Blick auf Homepages der vorgestellten Häuser zeigt übrigens, dass es durchaus interessantere Motive in den Häusern gäbe.
Ich meine als Kenner Italiens und seiner Unterkunftsvielfalt, dass es durchaus ein interessantes Buch mit einigen Ideen zum Ausprobieren ist. Denn die Bandbreite der Nächtigungskosten reicht von etwa € 250.--bis über die € 2.500.--, pro Zimmer und Nacht. Ob allerdings alle Objekte auch wirklich für Verliebte geeignet sind, hängt wohl sehr stark vom individuellen Geschmack ab.