Aus der Amazon.de-Redaktion
An blumige Lobreden dürfte sich die 23-jährige Sängerin aus England, die 2006 mit ihrem Debütalbum
Alright, Still und der Single
Smile auf Anhieb den Durchbruch schaffte, inzwischen gewöhnt haben. Auf ihrem zweiten Longplayer
It's Not Me, It's You, entstanden mit tatkräftiger Unterstützung von Songwriter und Produzent Greg Kurstin, überzeugt Lily Allen erneut mit ebenso frechen wie treffsicheren Texten über die zahlreichen Höhen und Tiefen des Lebens. Musikalisch ist sie hörbar gereift, ohne dabei ihre Identität aufzugeben. Und das ist auch gut so, denn austauschbare Popstars gibt es schon viel zu viele. Statt wie andere Kolleginnen ihre Botschaften möglichst simple abfassen, glänzt Lily Allen in Songs wie "F*** You", einer beißenden Anklage gegen alltäglichen Rassismus und Intoleranz, oder "Everyone's At It", bei dem sie sich mit den Auswirkungen permanenten Drogenkonsums beschäftigt, mit glaubwürdigen Texten, die Übertreibungen jeglicher Art gar nicht nötig haben um ihre Wirkung zu entfalten. Auch wenn nicht jeder Titel auf dem Album musikalisch ein absoluter Überflieger ist und manche Passagen sich ein wenig zu sehr gleichen, bedeutet
It's Not Me, It's You für Lily Allen einen großen Schritt nach vorne. Besonders gelungen ist neben der ungemein eingängigen Single
The Fear vor allem das lässig swingende "Not Fair" sowie das abwechslungsreich instrumentierte, mit einem unwiderstehlichen Gesangsrefrain veredelte "Never Gonna Happen".
--Franz Stengel
Mit frechem Pop gegen die Amy, Duffy und Katys der Szene: Lily Allen kehrt mit ihrem Album "It's Not Me, It's You" auf den überfüllten Markt zurück.
Sie war eine der Ersten, die sich MySpace und überhaupt das Internet als Karriereplattform zu nutzen wussten. Und überhaupt war sie ganz vorn mit dabei als es darum ging, ein neues (britisches) Pop-Fräuleinwunder loszutreten. Doch was war der Dank? In Deutschland schaffte es Lily Allens wunderbar frisches Debütalbum "Smile" nicht einmal in Charts. Den Erfolg staubten vielmehr diverse Nachmacherinnen wie Kate Nash oder Katy Perry ab, die prompt hinterher eilten auf dem bereiteten Weg der frechen Rotzgören, die auch mal grinsend vom Vögeln singen.
Zwischenzeitlich musste man fast das Gefühl bekommen, Miss Allen sei darob derart erbost, dass sie beim abendlichen Ausgehen jedem eins auf die Nase gibt. Zumindest sorgte sie zuletzt nur noch mit ihrem Partyverhalten, nicht mit musikalischem für Aufmerksamkeit.
Doch nun folgt endlich Album Nummer 2 "It's Not Me, It's You" - und siehe da: Lily war nicht nur damals schneller als die anderen, sie ist auch heute noch eine ganze Klasse besser. Statt ihrerseits auf einen Trend aufzuspringen und womöglich in die Neo Soul-Ecke à la Duffy, Amy und Adele abzudriften, bleibt sie bei dem, was sie am besten kann. Fluffig-fröhlichen Pop mit schnodderig-amüsanten Texten gibt's also auch dieses Mal zu hören, inklusive zahlreicher Nennungen des Wörtchens "fuck".
Doch nicht zuletzt, weil ihre charmanten Melodien nun immer häufiger mit elektronischem Touch daherkommen (man stelle sich die All Saints zu ihren William Orbit-Zeiten vor, nur eben mit der Allen'schen Bodenständigkeit!), wirkt das Ganze fast noch origineller als beim ersten Versuch. Und mehr Spaß als die Konkurrenz macht Lily Allen auf jeden Fall.