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Nach der nur für absolute Fans zwingend nötigen Liveplatte 30 Days Ago legt das Quartett aus Versailles nun das dritte Studioalbum vor. Aufgenommen wurde es in einem riesigen, verlassenen Radiokomplex in Ostberlin, und diesmal wurde nicht im Vorfeld schon alles im Kopf durchkonzipiert, sondern der Kreativität und Spontaneität freien Lauf gelassen. Jede einzelne Note wurde zum ersten Mal im Studio erdacht und gespielt, und doch ist das Ergebnis von orientierungslosem Session-Geplänkel Lichtjahre entfernt. Schon der Opener "Napoleon Says" klingt frisch und knackig, locker aus der Hüfte und doch überlegt. Die Steigerung heißt "Consolation Prizes" und ist sommerlich-beschwingter Gitarrenpop, der an die unbeschwerteren Nummern von The Smiths erinnert. Absoluter Höhepunkt der Platte ist dann die Single "Long Distance Call", ein ungemein entspannter, vielseitiger Ohrwurm mit himmlischen Melodien und graziös fließendem Groove. Ganz großes Kino sind auch das unaufdringlich eingängige "Lost And Found" und der britpoppige Stakkato-Feger "Courtesy Laughs". Das wird auf den Alternative-Tanzflächen ebenso für Überfüllung sorgen, wie dies bei "Run Run Run" oder "Everything Is Everything" vom letzten Album Alphabetical der Fall war. Auch die melancholische Seite von Phoenix kommt wieder zur Geltung, doch ist die fast rein instrumentale Schrammel-Nummer "North" nur ein kurzer Tanz aus der Reihe. Dem vielen Lob, mit dem die Band in den letzten zwei Jahren überhäuft wurde, wird das leichtfüßige, bis in die Haarspitzen inspirierte Album Its Never Been Like That in jedem Falle gerecht. -- Dirk Siepe
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