Ja, auch diese Scheibe finde ich sträflich unterschätzt (siehe Face Dances). The Who wurden von Publikum samt Musikkritikern für ihr Traditionsbewusstsein mit einem über den Strafantrag der Staatsanwaltschaft hinausgehenden Weiterentwicklungsverbot belegt, das jede Abweichung von den guten alten Tagen und jede Hinwendung zu neuen Themen mit Häme und reflexhafter Abstrafung quittierte. Ich ziehe meinen Hut vor Pete Townshend, der mit ungeheurer Konsequenz bis heute seinen Weg geht und über das schreibt, was ihn bewegt. Und das war zu Zeiten von It's hard unter anderem das Altern, die Verarbeitung der Vergangenheit und die Suche nach Auswegen. Trotz des Verlusts von Illusionen und jugendlicher Unbekümmertheit ist da ein ungeheurer Drang nach kreativem Ausdruck. Also wieder eine Text-Platte könnte man meinen, aber dem steht die Musik entgegen, die mit Power und Elan nach vorne geht. Mir egal, wer da wieder meckert, dass Keith Moon fehlt. Mir fehlt er nicht und Jones trommelt viel songdienlicher. Die Gesänge von Townshend und Daltrey greifen viel häufiger als sonst ineinander über und ergänzen sich prima, Gitarre und Bass souverän wie immer, super Sound, einzig Daltrey hat für meine Geschmack zu häufig die Lizenz zum Knödeln. Das Getragene ist halt seine Sache nicht, da wirkt er dann doch arg pathetisch. Schlimmer wenn er versucht echte Melodien zu singen und sein Powerorgan hoffnungslos überfordert (2 Sterne Abzug dafür). Jedoch genug gekrittelt. Nach Face Dances die zweithäufigste Who in meinem Player. Eminence Front ein echter Knaller, It's hard bewegend und viele andere Knüller - kaufen.