Die junge Witwe Jane (Doris Day), die ihren Lebensunterhalt mit einer Hummerzucht verdient, sieht sich in ihrer Existenz bedroht, als der neue Eigentümer der lokalen Eisenbahnlinie, ein gewisser Harry Foster Malone (Ernie Kovacs), zu unschönen Geschäftspraktiken greift, die der jungen Witwe und Mutter wichtige Aufträge zur Auslieferung von Hummern kosten. Doch "Mit mir nicht, meine Herren!" (so lautete auch der deutsche Titel dieses Films), denkt sich Jane und zieht gegen den rüden Geschäftsmann zu Felde. Ihr mutiger Kampf erregt nationales Interesse, und schon bald verfolgt die Öffentlichkeit gebannt jeden neuen Schachzug, den Malone Jane entgegensetzt. Doch Jane teilt ebenso gut aus, wie sie einsteckt und lässt sich nicht unterkriegen. Am Ende lässt sie kurzerhand einen ganzen Zug von Malone beschlagnahmen und will die Hummer selbst ausliefern. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Anwalt, Jugendfreund und heimlichen Verehrer George (Jack Lemmon), der sich bald einem Nebenbuhler gegenübersieht, als ein Journalist (Steve Forrest) nicht nur berufliches Interesse an Jane entwickelt. Nun muss Jane nicht nur weiter gegen den Fieling Malone kämpfen, sondern sich auch entscheiden, welchen der beiden Männer sie wirklich liebt.
"It happened to Jane" ist der einzige Film, in dem die beiden Komödienspezialisten Doris Day und Jack Lemmon je gemeinsam mitgewirkt haben. Schade eigentlich, denn sie passen vor der Kulisse einer Kleinstadt in Maine gut zusammen. Doris Day selber kann sich in jede Szenerie einfügen, doch ihr späterer Lieblings-Leindwandpartner, der glamouröse Rock Hudson, wäre hier gnadenlos fehlbesetzt gewesen. Jack Lemmon hingegen ist wirklich ideal.
Als der Film 1959 in die Kinos kam (es war Doris Days letzte Produktion vor dem legendären "Pillow talk"), brachte er eine Überraschung für Doris Day mit sich, denn er war ihr erstes wirkliches Kassengift und spielte nur wenig mehr als seine Produktionskosten ein. Auch eine Neuveröffentlichung 1962 unter dem Titel "Twinkle and shine" war nur mäßig erfolgreich. Das ist in gewisser Weise verständlich, denn trotz der Handlung wirkt "It happened to Jane" ein wenig unausgeglichen. Aus wichtigen Schlüsselszenen wurde einfach nicht das gemacht, was man aus ihnen hätte machen können und müssen. So konzentriert sich die Szene mit dem Barbecue der Pfadfindergruppe von Janes Kindern z. B. zu sehr auf die Lagerfeuerromantik für die Kinder, aber nicht auf das Liebesdreieck zwischen Jane, George und dem Journalisten. Alle drei sind neutral in dieser Szene und scheinen keine Verbindung zueinander zu haben: Doris Day ist ganz Mutter, Jack Lemmon ist ganz Leiter der Pfadfindergruppe, und was Steve Forrest in dieser Szene zu suchen hat, wird überhaupt nicht klar. Wieviel hätte man aus dieser Szene mit ein paar vielsagenden Blicken oder zufälligen Berührungen machen können.
Trotz allem gehört "It happened to Jane" zu meinen absoluten Lieblingsfilmen mit Doris Day, denn die hier vorliegende Variante des alten "David gegen Goliath"-Themas ist vergnüglich aufbereitet, und die Wandlung des eiskalten Geschäftsmannes vom Saulus zum Paulus verfolgt man mit einer gewissen Schadenfreude.
Besonders heiter sind die Szenen mit den Nebendarstellern: Der verbiesterte Kleinstadtbürgermeister und Ladenbesitzer, der seine Kunden mit einer absichtlich defekten Parkuhr von der billigeren Konkurrenz fernhält, ist ebenso köstlich zu betrachten wie das von Mary Wickes gespielte "Fräulein vom Amt", dessen größte Sorge im Leben die Frage ist, ob auch genügend Bier im Hause ist. Georges kauziger Onkel Otis, Janes Kinder und vor allem der als Haustier gehaltene Hummer Sam, den es stets zu den weiblichen Hummern ins Zuchtbecken zieht, komplettieren das bunte Ensemble eigenwilliger Kleinstadtbewohner.
Fazit: "It happened to Jane" ist eine vergnügliche Komödie, die zwar einige Schwächen aufweist, aber dennoch den Status "Kassengift" völlig zu unrecht erhielt.