Wir haben einige Wanderführer des Rotherverlages und waren bisher im Großen und Ganzen meist zufrieden. Der Istrien-Wanderführer hat uns leider total enttäuscht.
1. Sind nicht mal die Hälfte der vorgeschlagenen Routen in Istrien! Dann muss man eben ein 2. Buch für Nordkroatien herausbringen. Aber wenn man seinen festen Standort in Istrien hat, sind knapp 30 Wanderungen in keinster Weise als Tagesausflug zu schaffen. Besonders schade ist, dass es in Istrien locker so viele Wanderungen gäbe, um ein ganzes Buch zu füllen.
2.sind zu viele Touren keine Rundtouren. Und wer hat schon wirklich das Vertrauen und die Lust irgenwo auf einem kroatischen Dorf auf den nächsten Bus zu warten, der "mehrmals täglich" fährt?! Haben das einmal auf Ägina gemacht, die reinste Katastrophe...Noch dazu mit Hund, wer weiß, ob der dann mit darf, wenn der Bus denn überhaupt kommt.
3. sind die Touren, die direkt in Istrien sind zur Hälfte völlig unbrauchbar!
a)Stadtspaziergänge als Wandertouren auszugeben, wie in Pula oder Opatija, ist völlig überflüssig und für jeden, der gerne als Individualtourist unterwegs ist, albern, zumal sowas in jedem guten Reiseführer zu finden ist, wenn man es denn braucht.
b)"schöne Küstenwanderungen" entpuppen sich als langweiliger, endloser Spaziergang, auf dem man 5h nichts sieht außer unansehlichen menschlichen Walrössern, deren Campingplätze und Vergnügungsetablissements...
c)In einem Land in dem die Temperaturen auch zu den Wanderreisezeiten (Herbst und Frühjahr) sehr hoch sein können, muss man doch als Autor wissen, dass man Angaben machen sollte, ob der Weg schattig oder in der prallen Sonne läuft. Die meisten Touren sind mit Zeitangaben zwischen 4 und 6 Stunden angegeben. Da fragt man sich schon, ob das ohne Sonnenstich zu schaffen ist, wenn es keinen Schatten gibt. Besonders wenn man noch einen Hund dabei hat... Das steht sogar in unserem Heimatführer für die fränkische Schweiz immer dabei! Tour Nr.8 ist zum Beispiel auch im Michael-Müller Reiseführer für Istrien beschrieben und dort steht, dass die Tour bei heißen Temperaturen ungeeignet ist, im Rother kein Wort dazu..
Im Gegensatz dazu ist Tour Nr.7 nach Regen kaum zu laufen, man würde nur im tiefen Matsch waten. Der Führer empfiehlt die Tour aber nach Regenwetter, da man dann evtl. Feuersalamnder sehen könne, naja...
d)ist es eine Grundvoraussetzung, dass die Angaben zu links und rechts richtig sind. Wer das nicht unterscheiden kann, darf keine Wanderführer schreiben!!! Auch andersherum: "wir nehmen nicht den Fahrradweg sondern biegen links ab"... der Fahrradweg biegt aber selbst links ab!!
e)wenn ich eine neue Auflage herausgebe, muss ich die Strecken vorher noch mal abgehen, das erwarte ich als Kunde und ich kenn persönlich zumindest einen Autor (Hans Führer - Tauern-Höhenweg), der das selbst in hohem Alter immer noch macht! Und dann muss ich als Folge Hinweise auf "verwitterte Schilder" durch andere Anhaltspunkte ersetzen, wenn diese Schilder einfach nicht mehr da sind. Auch die Aussage in Tour Nr.11 "verwachsene Pfade,..., die 2002 mit gelben Plastikstreifen an den Bäumen gekennzeichnet waren..." Hallo!?! Das war vor 9,5 Jahren, da kann man ja wohl in der Neuauflage eine entsprechende Recherche erwarten!!!
f)muss man neben einer Zeitangabe auch eine Kilometerangabe zu den Strecken machen!! Es hat wohl keiner Lust sich mühevoll anhand des Maßstabes auf der kleinen Karte die erst ausmessen zu müssen. Zumal die Zeitangaben meist völlig falsch sind (natürlich je nach Hitze), wir waren fast immer eine Stunde schneller. Aaaaber umso blöder ist es, wenn eine Wanderung mit 5:30h reiner Gehzeit angegeben ist, man "Badesachen mitnehmen" soll und man dann feststellt, dass man nicht weiß, wo sich der Weg ans Ufer tatsächlich lohnt, denn falls die Abzweigung eine Sackgasse ist bzw. man ausgerechnet da nicht ins Wasser kann, hat man ohne zu baden noch eine zusätzliche Stunde auf dem Zeitkonto. Das betrifft vor allem die Tour am Limski Kanal, da man dort auf der Höhe läuft und man keinerlei Blick auf den Kanal geschweige denn das Ufer hat, und man blind irgendeinen der vielen Pfade durch die Macchia zum Ufer hinabsteigen müsste.... Außerdem wäre es nett zu wissen, dass man keinen Ausblick auf den Kanal hat, was man eigentlich von so einer Tour erwartet, sondern nur stundenlang einen eintönigen Waldweg entlang läuft!
So, das waren die wichtigsten Punkte, ich kann nur jedem empfehlen sich einfach detaillierte Karten zu kaufen und das Land auf diese Weise selbst zu erwandern!