Vorliegend handelt es sich um eines der interessantesten Projekte, denen sich Jordi Savall mit großem Sachverstand gewidmet hat. Jordi Savall scheint sich als Mittler der Kulturen im Bereich des Morgenlandes und Abendlandes zu verstehen, indem er die verbindende Kraft der Musik vergangener Jahrhunderte mit ihrem teils geheimnisvollen und originalen Zauber auf meisterhafte Weise zur Aufführung bringt.
Ein Adliger aus der Moldauregion namens Dimitrie Cantemir, der von 1673 bis 1723 lebte, hatte Anfang des 18. Jahrhunderts mittels einer eigenen Notenschrift wichtige Musik aus dem 16. und 17. Jahrhundert der osmanischen Welt aufgeschrieben und damit vor dem Vergessen bewahrt. Es entfaltet sich der ganze Reichtum einer Musik, der auf seine Weise zu verstehen gibt, was die Menschen über alle Kulturen hinaus in ihrem Innern bewegt.
Weitere empfehlenswerte Projekte sind beispielsweise Aufnahmen mit dem Titel "Orient-Occident" mit Musik aus Italien, Afghanistan, Israel, Türkei und Marokko wie auch "Dinastia Borgia" mit Musik aus der Zeit der Herrschaft der Borgias und mehr noch "Jerusalem" mit jüdischer und osmanischer Musik, die den religiösen Schmelztiegel auf friedliche und eindruckvolle Weise ins Bewusstsein ruft. Vor allem die beiden letztgenannten Werke sind mit umfangreicher Begleitinformation ausgestattet.
Die Aufnahmen sind fraglos eine Bereicherung für jede Sammlung von kulturell aufgeschlossenen Menschen und Musikliebhabern.