Orhan Pamuks Erinnerungen an Istanbul sind eine Liebeserklärung an die Stadt, die dem Leser nicht nur die Geschichte und Kultur dieser Stadt näherbringt, sondern ihm auch Einblick in eine Welt ermöglicht, die ihm vielleicht bisher verschlossen blieb. In einer Zeit, die von Minarett-Verboten und Islamophobie gekennzeichnet ist, ist dieses Buch vielleicht ein kleiner Beitrag zu einem umfassenderen Verständnis einer anderen Kultur, die nicht nur von fundamentalistischen Islamisten, sondern vor allem auch von weltoffenen, areligiösen Menschen gekennzeichnet ist, die jene Grundwerte vertreten, die wir Europäer so gerne als unsere Werte bezeichnen und dabei vergessen, dass es sich um universelle Werte handelt.
Orhan Pamuk begleitet uns auch durch seine Kindheit und Jugend und wartet dabei mit wunderschönen und berührenden Geschichten auf. Es ist diese Mischung aus persönlichen Erinnerungen und grosser Kultur, die dieses Buch so lesenswert und liebenswert machen.
Ein empfehenswertes Buch, nicht zuletzt auch aufgrund der Sprache, die von Gerhard Meier meisterlich in die die deutsche Sprache übersetzt wurde.