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Ist schon in Ordnung: Roman
 
 
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Ist schon in Ordnung: Roman [Gebundene Ausgabe]

Per Petterson , Ina Kronenberger
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 2 (25. Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446236406
  • ISBN-13: 978-3446236400
  • Originaltitel: Det er greit for meg
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 112.922 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Eine James-Dean-Story aus dem Norwegen der siebziger Jahre, eine Ballade über die Verlorenheit eines coolen Rebellen, der Schriftsteller werden will, aufgeschrieben in einer meisterhaft heruntergedimmten Sprache ... ein Buch so voller wunderbar lakonischem Pathos, dass man sich beim Lesen sofort eine Selbstgedrehte anstecken möchte." Wolfgang Höbel, KulturSpiegel, 26.07.11 "Per Petterson schreibt so subtil wie zupackend über das Chaos der Pubertät. ... Dieser Roman ist kraftvollster Petterson." Gabriele von Armin, Die Welt, 30.06.11 "Fast zwanzig Jahre alt ist dieser Roman und hat doch keine Patina angesetzt. ... Per Petterson ist ein literarischer Seismograf, wie ihn jede Gesellschaft braucht." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 23.07.11 "Ein Autor, der nicht von Gefühlen redet, sondern sie den Leser spüren lässt." Wolfgang Schneider, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.11 "Trocken schildert Petterson alltägliche Katastrophen, hinter jedem Nebensatz erblickt man einen Abgrund an Verwirrung, doch dann ist der trotzige Behauptungswille der Verzweiflung stets noch ein winziges Stück voraus." Stern, 13.10.11

Kurzbeschreibung

Auch wenn die Familie zerrüttet ist und der Alltag knallhart: Audun lässt sich nicht unterkriegen. Schon mit dreizehn hat er während der Ferien in ein paar Pappkartons am Bahndamm gehaust. Jetzt lebt er mit der Mutter in einem Arbeiterviertel in Oslo und trägt Zeitungen aus. Egal, was passiert, Audun schluckt den Schmerz und die großen Gefühle hinunter: „Ist schon in Ordnung.“ Per Petterson aus Norwegen hat einen großartigen Roman über die Jugend, das Erwachsenwerden und die Gesellschaft der 70er Jahre geschrieben: Brutal und zärtlich, schonungslos und poetisch.

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Nach den völlig zu Recht preisgekrönten Romanen "Pferde stehlen: Roman" (2006) und "Ich verfluche den Fluss der Zeit: Roman" (2009) - ich hätte auch "Im Kielwasser: Roman" (2007) einen Preis verliehen - werden nun auch ältere Bücher von Per Petterson ins Deutsche übersetzt. Das ist sicher legitim und gutes kaufmännisches Verlagshandeln, aber ist es auch literarisch ein Gewinn? Im Fall von "Ist schon in Ordnung" (1992) eindeutig: Ja!

Wieder ein Petterson-Roman, in dem der Autor sein herausragendes Erzähltalent beweist. Nur wenige mir bekannte Autoren verfügen über eine solche meisterhafte Leichtigkeit beim Aufbau einer Geschichte. Selten gleitet man so bruchlos durch die Zeitebenen wie bei Petterson, verschmelzen Handlung, Landschafts- und Gefühlsbeschreibungen so selbstverständlich zu einem stimmigen Ganzen.

Diese Meisterschaft hat mich bereits bei der Lektüre von "Pferde stehlen" unmittelbar für den Autor eingenommen und sie ist hier ebenso präsent, auch wenn man durchaus spürt, dass das vorliegende Buch deutlich vor den oben genannten entstanden ist.

Doch der Reihe nach:

Audun Sletten kommt mit dreizehn Jahren auf eine neue Schule, nachdem seine Mutter Hals über Kopf ihren gewalttätigen, alkoholkranken Ehemann verlassen hat. Audun ist tief verstört und fest entschlossen, ab jetzt allen und allem nur noch mit trotzigem Gleichmut zu begegnen. Egal was noch geschieht, für Audun gilt: "Ist schon in Ordnung"!

Obwohl er alle Kommunikationsversuche von Lehrern und neuen Mitschülern abblockt, findet er dennoch in seinem Klassenkameraden Arvid einen Seelenverwandten und guten Freund. Ein solcher ist auch nötig, denn Auduns Leben ist nicht gerade eine Erfolgsgeschichte: Vor kurzem ist sein jüngerer Bruder tödlich verunglückt, die Beziehung zur Mutter ist oberflächlich-lieblos und die Schule eröffnet Audun keine Perspektive. Schließlich zieht auch seine geliebte ältere Schwester mit einem zwielichtigen Mann zusammen, dem Audun zutiefst misstraut. Endgültig aus dem Gleichgewicht bringt ihn jedoch das plötzliche Auftauchen des Vaters, der völlig heruntergekommen auf der Straße lebt. Audun weiß nur zu gut: der Vater hat eine Pistole!

So trudelt der jugendliche Protagonist haltlos durch den tristen norwegischen Siebziger-Jahre-Kleinstadtalltag wie durch einen Film von Kaurismäki. Und Pettersons Beschreibungstalent (auch wenn allzu viele norwegische Straßen-, Orts- und Landschaftsnamen auftauchen) lässt tatsächlich vor dem Leser einen Film ablaufen, in cineastischem Schwarz-Weiß oder besser: Grau-Weiß. Am Ende dieser coming-of-age-Geschichte wird Audun zumindest einen der Schatten über seinem Leben loswerden und der Autor den Leser mit einer gewissen Zuversicht den Buchdeckel zuklappen lassen...

Die Bewertung dieses Romans stellt mich allerdings vor ein Problem - zugegebenermaßen ein Luxusproblem: Ich habe mit "Pferde stehlen" als meinem erstem Petterson-Roman sein - aus meiner Sicht - bisher bestes Buch gelesen (s. Fünf-Sterne-Kritik weiter unten). "Im Kielwasser" kam dem sehr nahe (ebenso von mir besprochen). Dagegen fielen "Ich verfluche den Fluss der Zeit" und auch "Ist schon in Ordnung" etwas ab.

Warum?

Im vorliegenden Buch fand ich einige Punkte, die im Vergleich zur späteren Meisterschaft des Autors etwas unausgereift wirken: Die Beziehung zur Mutter ist faktisch nicht vorhanden, nicht in dem Sinne, dass es keine Beziehung gäbe, sondern dass sie schlicht im Text nicht vorkommt. Die Mutter ist einfach irgendwie da und ist halt unbeteiligt. Punkt. Dazu gibt es einige durchaus blutige Szenen, bei denen mir die Notwendigkeit für die Handlung nicht wirklich klar wurde: Insbesondere eine Episode um den Arbeitsunfall eines Kollegen hätte meiner Ansicht nach ohne Schaden für das Buch auch wegfallen können.

Aber dies ist Kritik an atmosphärischen Kleinigkeiten, mit der ich letztlich nur verständlich machen will, warum ich diesem gelungenen Roman nur vier Sterne gebe: Um den Unterschied zu den o.g. beiden sehr starken anderen "Pettersons" herauszustellen.

Insgesamt aber ganz klar: Eine Leseempfehlung. Für dieses Buch. Für diesen Autor!
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Von Rudido
Format:Gebundene Ausgabe
Die Geschichte handelt von einem Jungen. Oder jungen Mann? Sie spielt in Norwegen, und der Autor verlangt schon viele Kenntnisse der Umgebung von Oslo, der gesellschaftlichen Bedingungen, der damaligen politischen Situation ' oder halt Phantasie. Ich habe versucht, die Lücken, die mir im Begreifen blieben, zu akzeptieren und mich durchzuarbeiten, und es fiel mir nicht leicht, alle Andeutungen zu verstehen. Ich habe halt nicht im Norwegen der 70er Jahre gelebt und wollte während des Lesens auch keinen Stadtplan neben mir liegen haben.

Auduns Familienverhältnisse bleiben lange im Dunkeln. Da gibt es eine Mutter und eine Schwester, dann kommt in einer Rückblende der Bruder vor, der vor wenigen Jahren bei einem Autounfall gestorben ist. Doch diese Gestalten bleiben meist unscharf, man lernt sie nicht kennen. Und der Ich-Erzähler scheint auch keinerlei Empathie zu haben, die sein Interesse an seinen Mitmenschen begründen würde. Liebevoller Umgang findet gar nicht statt, lediglich zu seinem besten Freund Arvid entwickelt er sowas ähnliches wie Vertrauen ' ich möchte es nicht 'Gewöhnung' nennen- , wobei dies auch eher von dem Wissen bestimmt ist, welche 1000 Dinge man wohl besser gar nicht anspricht. Von den Gefühlen wird allenfalls die Wut thematisiert, alles andere ' Liebe, Verlangen, Angst, Hoffnung ' - wird überhaupt nicht erwähnt. Soll das vielleicht auch die Gefühlswelt eines 18jährigen wiederspiegeln, oder eher den inneren Dialog?

Irgendwann kristallisiert sich heraus, dass etwas mit dem Vater ist. Alkoholiker? Gewalttäter? Obdachloser? Krimineller? So ganz klar ist es mir bis zum Schluss nicht geworden. Soll dies auch ein Zeichen dafür sein, der Ich-Erzähler könne sich selber nicht damit auseinandersetzen? Hm!

Jedenfalls vermittelt Audun das Bild von absoluter Autonomie. Er will cool sein, auch wenn dieses Wort so nicht fällt. Aber die Sonnenbrille, das ständige Rauchen selbstgedrehter Kippen, die Aggressionen, das Krafttraining, die Unnahbarkeit, der dicke Panzer um die Seele herum. So würde sich James Dean in Norwegen gebärdet haben.

Bei der Erzählung helfen die Ich-Perspektive und die Gegenwartsform. Dadurch sehe ich einen unreflektierten Menschen vor mir, einen, der noch nicht hinterfragt hat, was er eigentlich warum tut. Angesichts der Literatur, die Audun verzehrt haben soll, ist es erstaunlich, dass er keine Erkenntnisse daraus abgeleitet hat ' außer eben cool sein zu wollen, und das kommt ja eher von Jimmy Hendrix' Die Rückblenden füllen manche Lücken, aber eben nicht alle und manches erzeugt eher neue Fragen, als alte zu beantworten. Viele Geschichten und Andeutungen verlangen eigentlich, weiter ausgebaut zu werden, aber da muss wohl bei Gelegenheit die eigene Phantasie ran.

Ich fühlte mich nach dieser Geschichte beklommen. Eine Lebensgeschichte von jemanden, der eigen sein will, dann aber aus eigener ' dummer? - Entscheidung zu früh in die Mühlen der ausweislich dumpfen Arbeitswelt eintritt, um einen betäubenden Job zu tun und dabei nichts merkbar besser zu machen, als der verhasste Vater. Dieser hat seinen Freiheitsdrang wenigstens ausgelebt; wird Audun sich stattdessen einfügen, unterordnen, einzwängen lassen? Oder wird er genauso wie sein Vater? Graus!

Die Schlussszene gibt etwas Hoffnung, missrät dem Schreiber aber leider für meinen Geschmack: Wer ist Martin Eden; habe ich da was verpasst? Ob am Ende der Knoten durchschlagen wurde, bleibt offen; der Schlusssatz soll wohl Hoffnung machen, dass alles noch gelingen kann. Aber von welchem Himmel soll dann eigentlich der Wille zur Veränderung ' die m.E. nötig wäre ' gefallen sein?
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Format:Gebundene Ausgabe
Per Petterson kann etwas, was viele andere nicht können: seine Figuren lebendig werden lassen. Und so leiden wir auch in diesem Buch mit dem heranwachsenden Audun mit, der die Tücken der Pubertät am ganzen Körper zu spüren bekommt. Nicht nur, dass der unberechenbare und dauertrinkende abwesende Vater wie ein Damoklesschwert über dem Leben der geflüchteten Restfamilie hängt. Vor ihm hat Audun richtig Angst, seit er beim letzten Besuch in der Küche einen Schuss abgefeuert hat. Auch die Schule, die politische Stimmung im Land, das Dasein als Fabrikarbeiter auf der untersten Sprosse der Arbeiterhierarchie, die ersten Verliebtheitsgefühle, der erste Alkohol, die Selbstbehauptung gegen Schlägertypen im Umfeld fordern Audun ganz. Dennoch verliert er nie den Glauben an die Kraft der Literatur, träumt selbst davon, Schriftsteller zu werden, obwohl er bei seinen ersten VErsuchen kläglich scheitert.

Eine Hymne an die Poesie in einem rauhen und rohen Umfeld! Eine männliche Pubertät, die auch heutigen Jugendlichen viel Anlass zur Identifikation bieten dürfte. Absolut empfehlenswert!
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