Früher galt: Wer sich mit dem rechten Arm über den Kopf ans linke Ohr fassen kann, ist reif für die Schule. Inzwischen ist alles ein bisschen komplizierter und die körperliche Entwicklung nur noch ein Indiz unter vielen für die Schulfähigkeit. Diese erreichen Kinder nicht durch bloßes Wachsen oder Reifen, sondern indem sie bestimmte Kompetenzen ausbilden.
Genau, sagen sich ehrgeizige Eltern und wollen dabei kräftig nachhelfen -- mit Frühenglisch, Musikunterricht ab drei und so weiter. Bloß nicht, warnt der Psychotherapeut Armin Krenz, denn Schulfähigkeit ist "nicht programmierbar", sondern "ergibt sich aus einer erfüllten Kindheit" und eben nicht aus massiver Dauerförderung, die kaum noch Frei- und (ganz wichtig!) Spielräume lässt -- zumal dadurch oft einseitig kognitive Kompetenzen wie Merkfähigkeit oder logisches Denken geschult werden, während soziale, emotionale und körperlich-motorische Faktoren außen vor bleiben. Die emotionale Kompetenz ist für Krenz sogar "das Fundament der Schulfähigkeit überhaupt", denn nur belastbare, zuversichtliche und aufgeschlossene Kinder können auch ihre anderen Qualitäten voll ausspielen.
Insgesamt 16 Kriterien kommen schließlich zusammen -- und so konkret hätte man es gerne öfter! Zuweilen droht der Ratgeber jedoch, sich in wissenschaftlichen Diskussionen zu verzetteln, die Rat suchenden Eltern wenig Orientierung bieten. Kann man denn nicht zu Recht die "traditionsverbundene Testgläubigkeit" anprangern und trotzdem mit einem kleinen Übungsteil (auch zur emotionalen Kompetenz) eine erste Standortbestimmung in Sachen Schulfähigkeit ermöglichen? Fazit: Alles in allem ist dieses Plädoyer für das Kindsein gut, könnte jedoch praxisnäher sein. --Patrick Fischer
"Armin Krenz, der sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Elementarpädagogik und der Entwicklungspsychologie, speziell der 3-6järigen, auseinandersetzt, schrieb zum Thema Schulfähigkeit ein markantes Buch! Die äußere Gestaltung des Buches sprach mich an und machte mich neugierig auf dessen Inhalt. Aufgeteilt in viele kleinere Abschnitte, ist es sehr interessant, anschaulich und informativ geschrieben. Meiner Ansicht nach verbindet es wichtiges Fachwissen mit dem praktischen Alltag. Jedes Kapitel ließ mich mehr Verständnis für die Komplexität des Themas bekommen, denn Schulfähigkeit ist weit mehr als nur Zahlen von 1-20 aufsagen. Was hat Schulfähigkeit mit emotionalen, sozialen, motorischen und kognitiven Fähigkeiten zu tun? Warum kann man Schulfähigkeit nicht trainieren? Viele Fragen, die ihre Antworten finden! Der Autor legt Wert auf einen genauen und tiefgehenden Umgang mit dem Thema. So klärt er zum Beispiel direkt am Anfang erst einmal die Begriffe der Schulreife und der Schulfähigkeit. Hier setzte bei mir erstes Staunen ein, denn wie leicht benutzte ich in der alltäglichen Arbeit Begriffe, ohne diese wirklich geklärt zu haben. Ein Buch, das einen auch weiterführend ins Nachdenken bringt. Es regte mich an, beim Lesen inne zu halten und das Gelesene auf mich und meine Arbeit zu übertragen. Der Autor beschreibt genau, was es für Kinder bedeutet, "in die Schule zu kommen", mit allen Konsequenzen. Dies lässt in mir einen nachhaltigen Perspektivwechsel zu, der zu einem anderen Verständnis Kindern gegenüber führte! Jedes Kapitel beginnt mit einem Spruch, einer Metapher oder einer Weisheit über das Wachsen und Lernen und der Entwicklung als Mensch. Diese brachten mich zusätzlich in eine Art Betroffenheit und sprachen mich emotional an. Dieses sehr warme und menschliche Buch gibt Antworten für alle die sich fragen, was lernen wirklich bedeutet, von Beginn an, in der Kindheit. Es zeigt auf, dass Bildung weit mehr sei, als Wissensvermittlung, sondern dass es zugleich Persönlichkeitsentwicklung beinhaltet! Es klärt Missverständnisse auf, gibt anschauliche Beispiele und bekennt Fakten. Ein ganzes Kapitel ist seelischen Grundbedürfnissen gewidmet und deren Bedeutung für die menschliche Entwicklung. Im letzten Kapitel setzt sich der Autor mit der Psychologie des Kinderspiels und dessen Zusammenhang auseinander. Ein Buch, was sich langsam aufbaut und bis zur letzten Seite spannend bleibt. "Aha-Erlebnisse" beim Lesen sind vorprogrammiert. Ich gehe soweit zusagen: eine Pflichtlektüre, für alle (Grundschul-) Lehrer, (Schul-) Ärzte, Erzieher(innen), Eltern, Erziehungsberechtigte." (
EREW B/BL/O-KOM, 2/07 )
"Dr. Armin Krenz gibt mit diesem Buch vielen Eltern, Erziehern und Grundschullehrern eine Hilfe an die Hand, einmal genau hinzuschauen, wie es den 5-6 jährigen, sogenannten »Vorschulkindern« in ihrem letzten Kindergartenjahr geht. Da tauchen plötzlich so viele Fragen auf:
Lernt mein Kind denn auch genug im Kindergarten, kann es mit den anderen mithalten?, fragen sich die Eltern.
Hoffentlich haben sie schon ein wenig stillsitzen gelernt, können im Zahlenraum bis 10 zählen und ihren Namen schreiben, sich selbstständig an- und ausziehen?, fragen manche Lehrer. Haben wir alles getan, um den Kindern einen möglichst guten Start in die Schule zu bereiten?, fragen sich die Erzieher.
Was wird aus meinen Freunden, wie wird das alles überhaupt dort sein?, fragen sich die Kinder.
Der Autor beschäftigt sich mit all diesen Fragen und gibt mittels des Buches eine wirkliche Hilfe, über die Schulfähigkeit von Kindergartenkindern eine klare und verläßliche Aussage zu treffen." (
B-MZ, Bayern, Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW )
"Nicht nur die Qualität der Schulen ist seit PISA in der Diskussion und Kritik, sondern auch die der Kindergärten. Dabei dreht sich meist alles um die Frage, welche kognitiven Fähigkeiten ein Kind in die Schule mitbringen muss. Mitten hinein in diese Diskussion gibt der Psychotherapeut Armin Krenz den richtigen Denkanstoß: Was ist überhaupt Schulfähigkeit? Krenz, der in Kiel doziert und dessen Schwerpunkt die Elementarpädagogik ist, nimmt den Leser regelrecht mit hinein in die Welt des Kindes. Im Verlauf des Buches beantwortet er die gestellte Frage präzise, übersichtlich und überzeugend: Schulfähigkeit ist die Summe von emotionalen, sozialen, motorischen und kognitiven Kompetenzen. Nicht zufällig stehen die Emotionen an erster Stelle: Neuen Situationen angstfrei begegnen können, belastbar sein und Enttäuschungen aushalten können sowie Selbstvertrauen sind das Wichtigste, was ein Schulkind braucht. Ebenso notwendig ist es, sich in einer Gruppe von Menschen zurechtzufinden, Konflikte zu meistern und kommunizieren zu können. Dass auch die motorischen und kognitiven Fähigkeiten erforderlich sind, ist unumstritten, aber die emotionale Kompetenz ist nach Krenz das Fundament der Schulfähigkeit. Damit ein Kind das entwickeln kann, bedarf es einer »erfüllten Kindheit«. Ein Kapitel über die Bedeutung des Spiels rundet das durchweg gelungene und für Eltern und Pädagogen sehr empfehlenswerte Buch ab." (
Publik-Forum, Nr. 23, Birgit Schmäh )