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Aber wie viele Besitzer einer Bibel habe diese gelesen - und wie viele derer, die hineingelesen haben, haben auch verstanden, was sie dort gelesen haben. Sicher haben Viele dieses vor Weisheiten strotzende Werk (resignierend) an die Seite gelegt, weil es ihnen möglicherweise so ging, wie dem äthiopischen Kammerherrn der Königin Kandace in Apg. 8:27, der sagte: "Wie soll ich es verstehen können", - antwortete er - "wenn mich keiner in das Verständnis der Worte einführt?"
Pinchas Lapide, ein jüdischer Bruder - ich sage es so, weil ich es so empfinde - macht sich die Mühe, uns Christen mit seinem Buch "Ist die Bibel richtig übersetzt" nahezubringen, wonach es uns drängt...(viele von uns zunehmend drängt). Er eröffnet mit seinem reichen Schatz an sprachlichen Erfahrungen aus seiner "israelitisch geprägten Volkszugehörigkeit" für den geneigten Leser Augen Herz und Ohren für das, was wirklich mit den Aussagen in diesem Buch der Bücher gemeint ist. Denn bei allem "guten Wollen" muss man heute erkennen, dass den Übersetzern der vergangenen Jahrhunderte - ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt - einige mehr oder weniger gravierende "Sinnentstellungen" gelungen sind, weil die blumige Ausdrucksweise der damaligen Israeliten über falsch verstandene wörtliche Übersetzungen zu einigen "Stilblüten" geführt haben, die uns das Verständnis eigentlich unmöglich machen - und beim Beharren auf dieser falschen Übersetzungen auch "Kritikern" Anlass geben können, das Gute, was dennoch trotz aller berechtigter Kritik übrig bleibt am Christentum, dadurch in den Schmutz zu ziehen... Man denke nur an das Kamel, das lt. NT durch ein Nadelöhr gehen soll und ähnliche sprachliche Fehlübersetzungen, die Generationen von Christen den Eindruck vermittelt haben, dass sie "eigentlich zu dumm sind, zu verstehen was damit gemeint ist".
Leider ist dieses Buch vom Umfang her viel zu "dünn" geraten und leider ist der Autor bereits verstorben. Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass in der Bibel noch manche Deutung darauf wartet, "entschlüsselt" und von uns wissbegierigen Kindern Gottes verständig aufgesogen zu werden.
Der Leser wird dieses Buch als "Arbeitsbuch" schätzen lernen, das ihm jeden Pfennig wert war. Schade nur, dass andere Themen (heutzutage) mehr Zuspruch haben...
Pinchas Lapide versteht es die Erklärungen frisch und locker "anzubringen", so dass ein "Aha-Erlebnis" das andere "jagt". Er schreibt so, dass man ihm in seinen Gedanken und Mutmaßungen leicht folgen kann.
Manche Hintergrunderklärungen sind etwas "langatmig" geraten, es lohnt sich aber immer wieder durchzuhalten, da man auf diese Weise das Verständnis für die Gegebenheiten der damaligen Zeit leichter aufbringt und zu einem besseren Verständnis der biblischen Schilderungen in der Lage ist. Ergebnis einer intensiven Beschäftigung mit diesem Werk könnte ein besseres Verständnis der Glaubenswahrheiten - und ein noch innigeres Verhältnis zu Gott sein...
Mein Urteil: Empfehlenswert
Die Christen haben in ihrem Grundsatzwerk, der Bibel mit dem alten und neuen Testament, oft genug aus taktischen Gründen, manchmal auch nur aufgrund von Mißverständnissen, einiges falsch übersetzt. Diese Fehlübersetzungen wirken sich bis heute zum Teil gravierend auf unsere Ethik, Moral und das Zusammenleben mit den Juden aus. Nach dem Lesen des Buches kann man die christlich geprägte Welt besser einschätzen, da man einige Hintergründe für bestimmte Denkweisen erfährt, die z.B. nicht unschuldig an den Judenverfolgungen im Abendland sind.
Lapide zeigt in seinem zweiten Band dieser Reihe Fehlübersetzungen insbesondere im neuen Testament auf. Jeder Christ sollte dieses Werk genauso wie die Bibel gelesen haben. Leider ist es aus meiner Sicht etwas zu unwissentschaftlich geraten. So fehlen genaue und weiterführende Quellenangaben. Doch auf diese Weise läßt sich das Werk auch für "Durchschnittsleser", die sich bisher noch nicht zu sehr mit Bibelexegese beschäftigt haben, leicht lesen und verstehen. Viele werden so wie ich das Buch zum Anlaß nehmen, um tiefer in die Materie einzusteigen.
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