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Ist das ein Mensch?: Ein autobiographischer Bericht
 
 
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Ist das ein Mensch?: Ein autobiographischer Bericht [Taschenbuch]

Primo Levi , Heinz Riedt
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch EUR 7,90  
Taschenbuch, 1. August 1992 --  
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: 4 (1. August 1992)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423115610
  • ISBN-13: 978-3423115612
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 11,9 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 268.097 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Ist das ein Mensch?
OT Se questo è un uomo OA 1947 DE 1961Form Autobiografie Epoche Moderne
Ist das ein Mensch? schildert die Erlebnisse der elf Monate, die Primo Levi von März 1944 bis Januar 1945 im Vernichtungslager Auschwitz verbrachte. Der Autor versucht darin, die leidvollen Ereignisse zu verarbeiten und als Augenzeuge und Überlebender den Ermordeten ein bleibendes Andenken zu errichten. Weder Anklage der Täter noch der Wunsch nach Vergeltung stehen im Vordergrund des Berichts. Levi konzentriert sich vielmehr darauf, die anthropologischen Ursachen und Folgen des Holocaust aufzudecken.
Inhalt: Der Bericht setzt mit der Verhaftung und der Deportation des Autors nach Polen ein. Die Ankunft in Auschwitz bedeutet den Eintritt in eine auf die physische und psychische Vernichtung des Menschen ausgerichtete Welt, in der alle moralischen Werte aufgehoben wurden. Minutiös dokumentiert der Autor die Torturen der Opfer: die Trennung von arbeitsuntauglichen und somit todgeweihten Familienmitgliedern und Freunden, die Erniedrigung zum Arbeitssklaven der KZ-Industrie sowie den von Misshandlung, Hunger, Krankheit und Mord bestimmten Überlebenskampf. Kontrastierende Szenen, die das Erleben eines Sonnenaufgangs, die Beschreibung einer Lagerfreundschaft oder ein Gespräch über Die Göttliche Komödie (1472) von R Dante Alighieri mitteilen, schildern die verzweifelten Versuche der Insassen, ihre Menschenwürde zu wahren.
Levi wird als Chemielaborant eingesetzt. Die »besseren« Arbeitsbedingungen und ein hilfsbereiter Landsmann schützen ihn vor dem unmittelbaren Zugrundegehen. Der schwindende Lebenswille, die systematisch zunichte gemachte Menschenwürde und die im brutalen Überlebenskampf erlöschende Solidarität der Opfer untereinander töten jede Hoffnung ab.
Das Lager wird vor der näher rückenden Roten Armee evakuiert. Die Kranken, unter ihnen der Autor, bleiben zurück. Als Auschwitz befreit wird, sind unzählige der Häftlinge zu Grunde gegangen, die von der SS verschleppten Insassen sterben auf den berüchtigten »Todesmärschen«. Von den ca. 600 italienischen Juden, die ein Jahr zuvor deportiert wurden, ist Levi einer von wenigen Überlebenden.
Aufbau: Die nach 1945 entstandene Holocaust-Literatur ist vor die kaum zu lösende Aufgabe gestellt, den Schrecken der Vernichtungslager in Worte zu fassen. Levi will die Maschinerie der Todeslager bloßlegen und dem Unfassbaren sprachlichen Ausdruck geben. Er verzichtet daher bewusst auf jedes Pathos, um sich dem Gesehenen und Erlebten mit der kühlen Distanz des Chronisten zu nähern.
Die 17 Kapitel des nicht durchgängig chronologischen Berichts schildern exemplarische Einzelschicksale und persönliche Erlebnisse, die das Gesamtausmaß des Holocaust aus historischer und anthropologischer Perspektive entfalten. Die Episoden, die um die Fixpunkte des Lageralltags kreisen – Krankheit, Hunger, Zwangsarbeit, Selektion –, teilt der um Aufklärung bemühte Autor in naturwissenschaftlichem Ton mit, der die Tragik und Tragweite des Geschehenen sprachlich verstärkt und an die Grenze des Sagbaren treibt. Die Einzelabschnitte des Berichts verknüpft Levi mit allgemeinen Schlussfolgerungen über die Ursachen und Folgen der bis zur physischen Vernichtung betriebenen »Entmenschlichung« der Opfer. Zugleich ist der Autor darauf bedacht, den Holocaust nicht als ›Fatum‹, sondern als ein von Menschen an Menschen verübtes Verbrechen darzustellen.
Wirkung: Ist das ein Mensch? stieß erst im Zuge der verstärkten Auseinandersetzung mit dem Holocaust Ende der 1950er Jahre auf internationales Interesse. Die seitdem erfolgten Übersetzungen und Neuauflagen sowie Bearbeitungen für Hörspiel und Theater dokumentieren die anhaltende Aufmerksamkeit, die Levis Bericht bis heute entgegengebracht wird und nur mit dem Erfolg des Tagebuchs der Anne R Frank (1947) zu vergleichen ist. T. S.

Kurzbeschreibung

Dieser Band beschreibt das Jahr, das Primo Levi in Auschwitz verbracht hat: vom Februar 1944 bis zum Januar 1945.

»Nicht um neue Anschuldigungen vorzubringen, habe ich dieses Buch geschrieben«, sagt Levi, »sondern als Dokument für das Studium einiger zentraler Aspekte des menschlichen Seelenlebens.« Die zentrale Frage freilich, die Titelfrage, wird von Levi auf zweifach Weise beantwortet: Mensch ist, wer tötet, wer Unrecht zufügt oder erleidet. Kein Mensch higegen ist, wer darauf wartet, daß sein Nachbar endlich stirbt, damit er ihm ein Viertel Brot abnehmen kann, kein Mensch ist jener, der noch im Todekampf beständig sein Jawohl murmelt. Und unauslöschlicher als die Tätowierungen auf dem Unterarm ist den Überlebenden die Erinnerung an die Zeit, in der sie keine Menschen waren, ins Gedächtnis eingebrannt.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich habe das Buch auf Empfehlung einer Bekannten hin angefangen zu lesen. Bei dem Titel dachte ich ursprünglich, die Frage würde sich auf die Täter beziehen, überraschenderweise ist es ganz anders. Es sind die Opfer, die soweit "entmenscht" werden, daß man sich diese Frage stellen kann.
Es wird extrem nüchtern über die Umstände in Auschwitz berichtet, aber ich glaube, daß man in einer solchen Situation gar nicht fähig ist, großartige Gefühle zu haben. Oder sie zu beschreiben. Es ist sowieso eigentlich nicht zu beschreiben, was damals passiert ist. Worte wie "schrecklich" oder "zum Verzweifeln" oder "grauenvoll" erscheinen mir einfach zu banal für dieses Thema, und ich finde es absolut passend, wie gefühlslos berichtet wird.
Ich denke, jeder sollte dieses Buch lesen, einfach schon deshalb, weil es so anders ist, als man es erwarten würde. Und weil es unsere Geschichte ist. Und eine Verantwortung.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Manfred Orlick HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Taschenbuch
In seiner Autobiografie "Ist das ein Mensch?" schildert Primo Levi (1919-1987) die Erlebnisse seiner elfmonatigen Inhaftierung im Vernichtungslager Auschwitz. Der Autor versucht darin, die leidvollen Ereignisse zu verarbeiten und als Augenzeuge und Überlebender den Ermordeten ein bleibendes Andenken zu errichten.

Primo Levi ist Jude. Er hat Chemie studiert, er ist ein gebildeter und weltoffener Mensch. Als junger Mann schließt er sich 1943 einer Partisaneneinheit an und geht in den Widerstand. Von der italienischen Miliz gefasst, wird er in ein Lager transportiert. Die SS veranlasst schließlich seine Verlegung nach Auschwitz. Er weiß nicht, was das ist. Doch dort angekommen, offenbart sich ihm das ganze Grauen der Welt.

Levi wird als Chemielaborant eingesetzt, was ihm etwas "bessere" Lebensbedingungen verschafft. Auch ein hilfsbereiter Landmann schützt ihn vor dem Aufgeben und dem unmittelbaren Zugrundegehen. Als das Lager im Januar 1945 von der Roten Armee befreit wird, leben nur noch wenige der ca. 600 italienischen Juden, die ein Jahr zuvor nach Auschwitz deportiert worden waren.

Mit aufwühlender Sachlichkeit und schmerzhafter Detailgenauigkeit schildert Levi sein eigenes Leben und das Leben anderer Gefangener hinter dem Stacheldraht. Minutiös dokumentiert er die Torturen der Opfer. Mit seinem Buch will er den Lesern das Unfassliche erklären. Was ist ein Mensch in Auschwitz? Was bedeuten Gräuel wie die von Auschwitz für unsere Vorstellung von Menschlichkeit? Im Mittelpunkt steht aber immer die bittere Erfahrung: Der Holocaust ist ein von Menschen an Menschen verübtes Verbrechen.

Der schwindende Lebenswille und der brutale Überlebenskampf töten auch die Solidarität der Insassen untereinander ab. So reflektiert Levi auch kritisch die Frage: Was ist hinterm Stacheldraht von menschlicher Moral übriggeblieben? Hier existieren ganz andere Gesetze, als in der Welt da draußen. Das Leben im Vernichtungslager ist eine Auflösung jeglicher Vorstellung menschlicher Gesellschaftsnorm.

Um das Erlittene zu verarbeiten, um sich vom Albtraum der Existenz im Lager zu befreien und die schrecklichen Erinnerungen für die Nachwelt festzuhalten, beginnt Levi nach seiner Rückkehr in die italienische Heimat zu schreiben. Weder die Anklage der Täter noch die Vergeltung für all das Leid stehen im Vordergrund seines Berichtes.

"Ist das ein Mensch?" erschien 1947 in einem kleinen Verlag mit geringer Auflage, danach geriet das Buch in Vergessenheit, ehe es 1958 wieder zum Leben erweckt wurde. In Deutschland kam es zum ersten Mal 1961 in der Fischer Bücherei heraus. Nun liegt dieses belletristische Dokument der leidenschaftlichen Anklage gegen den Faschismus als Taschenbuch in einer aktualisierten Ausgabe vor.

Manfred Orlick
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Primo Levi wird als italienischer Partisan verhaftet und vor die Wahl gestellt, ob er als Partisan sofort erschossen, oder als Jude deportiert werden möchte.
Er entscheidet sich für letzteres und landet in Auschwitz.
Dort trifft er als absoluter KZ-Frischling ein und macht alles falsch.
Er läßt sich Mütze, Schuhe, Löffel und Brot klauen, arbeitet zuviel, ißt zu wenig.
Die abgebrühten KZler lachen ihn aus, machen sich über ihn lustig und bringen ihn so manches Mal in die Bredouille.
Primo Levi versteht es, uns das Staunen und Wundern nahe zu bringen, das jemand erfährt, der ganz neu und naiv in der Welt des KZs landet und noch nicht einmal die Sprache beherrscht, geschweige denn die Sitten kennt.
Hier gelten normale Lebensregeln nicht mehr. Hier ist verkehrte Welt.
Levi schreibt detailliert und sachlich.
Obwohl ich seine extreme Sachlichkeit menschlich verständlich, psychologisch erklärbar und sogar literarisch angemessen fand, war es mir doch streckenweise zu emotionslos.
Was ich allerdings mehr als Hinweis auf meine Lesebedürfnisse, denn als Hinweis auf die Qualität des Buches verstehe.
Wie soll man auch etwas beschreiben, für das es keine Worte gibt?
Lediglich die Fakten zu berichten, kann da das geeignete Mittel der Wahl sein.
Einzig bei seinen erlittenen Demütigungen, ein Kapo wischt die Hand an seiner Schulter ab, eine junge Frau nennt ihn Drecksjude, die Primo Levi auch sehr nüchtern berichtet, scheint trotz aller Sachlichkeit seine starke Betroffenheit durch.
Diese Verletzung seiner Menschwürde konnte er nicht verwinden. Sie war schlimmer als die Schläge der Aufseher.
Levis detailreiche Beschreibungen sorgen für große Eindrücklichkeit.
Der ständige Schlafmangel, die Dreck- und Schneeklumpen, die sich unter den unbequemen Holzpantinen sammeln, der furchtbare Winter, die schreckliche Kälte. All diese kleinen Details, die das Leben unerträglich machen.
Unterbrochen wird die Handlungserzählung ab und zu durch essayistische Einschübe, in denen Levi über das Wesen des Menschen philosophiert.
Obwohl ich nicht mit Levi übereinstimme, daß ein Mensch ist, wer tötet und quält, kein Mensch mehr aber jemand ist, der zur bloßen Kreatur herabgewürdigt wurde, finde ich das Buch doch sehr lesens- und empfehlenswert.
Allein das letzte Kapitel macht es schon lesenswert.
Die SS verläßt das Lager auf der Flucht vor der Roten Armee. Die Kranken, zu denen der scharlachkranke Levi gehörte, konnten nicht auf die Evakuierungstransporte, sprich Todesmärsche mitgenommen werden, und so blieben sie im Lager, ganz auf sich allein gestellt.
Mit wieviel Erfindungsgeist, Mut und Zähigkeit die Kranken aus Levis Baracke nun ohne Wasser, Elektrizität und sonstige Versorgung überleben, ist hochspannend, sehr plastisch beschrieben und könnte schon für sich alleinstehend eine ganze Filmhandlung ergeben.
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Veröffentlicht am 12. November 2007 von Dr. Reinhard Lahme
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Am 21. März 2004 veröffentlicht
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