Das Zitat aus dem Buch, welches als Überschrift dieser Rezension dient, sollte eigentlich auch besser sein Titel sein. Wenn auch der Buchumschlag nicht ganz modern aussieht, so ist doch der Inhalt progressiv bis revolutionär. Ein frischer Wind für die Bildungsdiskussion und hoffentlich auch ein Anstoß für eine Veränderung. Die Kernaussage, daß für ein besseres Bildungssystem die Schule abgeschafft werden muß, hört sich anfangs paradox an, klingt nach einer Weile des Lesens und Nachdenkens nur noch utopisch und wenn man das Buch durchgelesen hat möchte man mit dem Abschaffen der Schule gleich beginnen und man wundert sich darüber, daß die Schule nicht schon längst zur Bildungsgeschichte gehört.
Die Entschulung der Gesellschaft ist das Anliegen dieses Buches. Der Autor bemüht sich um eine allgemeinverständliche Einführung in dieses Thema und überläßt es dem Leser sich auszusuchen, anhand welcher Kapitel er sich in die Problematik vertiefen will. Für den fachlich nicht vorbereitenden Leser ist es überraschend wie lange es schon eine Diskussion über die Entschulung existiert. Wobei sich der Autor mit diesem Buch insbesondere an Eltern, Schüler und andere Interessierte wendet, um die Diskussion von den Fachleuten zu den Betroffenen zu führen.
Neben einem Überblick zu der Entschulungsdiskussion, enthält das Buch auch sehr viele Argumente, Vorschläge, Meinungen und Ideen des Autors. Allein deshalb ist es kein Fachbuch, welches ja als solches auf Ausgewogenheit Wert legen würde. Nein, dieses Buch ist eine Streitschrift, aber keinesfalls nur ein einfacher Protestbrief. Neben der Kritik an der Schule wird auch ein Ausweg aus der Krise dargestellt und beworben. Ein sehr lesenswertes Buch, welches nicht notwendigerweise ein besonders ausgeprägtes Interesse an Schule und Bildung voraussetzt. Die eigenen persönlichen Schulerfahrungen sind sozusagen die Zulassungsvoraussetzungen für die Lektüre dieses Buches.